16.12.2022 bis 22.12.2022 

Tag 106 bis 112

  • Eine lange Fahrt
  • Der kleinste Waschsalon der Welt
  • Cataratas do Iguaçu 
  • Parque das Aves
  • Rio de Janeiro

Freitag, 16.12.2022

TAG 106

Wir hatten noch eine Menge Fremdwährung von den bereits bereisten Ländern in unserem Geldbeutel und deshalb beschlossen wir heute, uns eine akzeptable Wechselstube zu suchen. Also spazierten wir nach dem Frühstück los... schon nach ein paar Metern wurden wir auf der Strasse von einem Geldwechsler angesprochen. Allerdings wollte der uns unsere Kohle für einen grottenschlechten Kurs abkaufen... also gingen wir weiter. Rund um den 'Plaza de la Libertad' wimmelte es nur so von Wechselstuben... aber auch dort waren die Kurse unterirdisch. Wir waren uns einig, das Geld auch in Deutschland wieder einzutauschen... 

Und weil wir schonmal in der Gegend waren, liessen wir es uns nicht nehmen, im 'La Bodegan' eine erfrischende Cola zu trinken. Ob das Lokal wohl inzwischen zu unserem Lieblingslokal geworden ist??? Auf jeden Fall....

Morgen schon würde unsere Reise weitergehen. Mit dem Bus nach 'Foz do Iguaçu' in Brasilien und dafür wollten wir uns noch die nötigen Tickets organisieren. 

Wir hatten versucht, im Internet Bustickets zu kaufen, aber dort war bereits alles ausgebucht. Dass kein Busticket mehr verfügbar sein sollte, konnten wir beim besten Willen nicht glauben; gerade in Südamerika, wo der Bus das Hauptfortbewegungsmittel ist und man an den Busterminals regelrecht von den Angestellten der verschiedenen Buslinien an die Ticketschalter gezerrt wird, damit man eine Fahrkarte kaufen soll.


Wenn der Berg nicht zum Propheten gehen will, dann geht der Prophet halt zum Berg.

Also schnappten wir uns kurzerhand ein Uber, welches uns zum örtlichen Busterminal bringen sollte.
Dort angekommen bestätigte sich unser Verdacht. Bei der Ticketsuche im Internet hatten wir schon die Busgesellschaft NSA (Nuestra Senora de la Asunción) ins Auge gefasst. Also begaben wir uns direkt am Terminal zu deren Schalter. Und siehe da: Es gab natürlich noch Tickets für einen NSA-Bus für morgen früh um 7:40 Uhr

Für umgerechnet rund 46 Euro können wir morgen in der ersten Klasse im NSA-Bus an die berühmten 'Cataratas do Iguaçu' reisen. 

Weil wir heute tatsächlich nichts mehr geplant und auch von der Hitze ganz schön platt waren, fuhren wir im Anschluss in die 'Paseo La Galeria', dem grössten Shoppingcenter von Asunción.

Nachdem wir vereinbart hatten, uns in zwei Stunden vor der Shoppingmall wiederzutreffen, trennten sich unsere Wege, während sich die Cheffin ins Weihnachtsgetümmel stürzte, versuchte Schatzi erneut sein Glück in einem der Casinos in der näheren Umgebung.

Vielleicht hätten wir besser gemeinsam gehen sollen, denn keiner von uns hatte heute Glück. Weder die Cheffin beim Shoppen, noch Schatzi beim Zocken. Was uns das wohl sagen will??

Naja, wir fuhren jedenfalls zurück ins Hotel und genossen auf der Dachterasse einen fantastischen Sonnenuntergang.

Samstag, 17.12.2022
TAG 107

Um kurz nach fünf schellte heute Morgen der Wecker. Ohne Frühstück mussten wir um kurz nach halb sieben zum Busterminal aufbrechen. 

Zu unserem Übel erwischten wir an diesem Morgen bei Uber eine regelrechte Schlaftablette... von seinem Handy abgelenkt kam er dermassen oft ins Schlingern, so dass wir es teilweise mit der Angst zu tun bekamen. Ausserdem hatte er sich noch einmal irgendwo verfahren und wir mussten nachfragen, ob er denn wisse, wo wir hinwollten.

Nach einer gefühlten Ewigkeit erreichten wir dennoch pünktlich unser erstes Ziel. Am Busterminal deckten wir uns ersteinmal mit genügend Proviant für die bevorstehende Fahrt ein. Ganze sechs Stunden sollte die Fahrt ins 360 km entfernte 'Foz do Iguaçu' dauern...

Busterminal in Asunción

Eine lange Fahrt...

Kurze Zeit später war es dann auch schon soweit... ein grosser doppelstöckiger Reisebus fuhr am Terminal vor... wir gaben unsere Rucksäcke ins Gepäckfach und bezogen unsere 'FirstClass' Sitze im unteren Level des Busses.... es war schon sehr komfortabel, das muss man sagen. So lässt sich die Fahrt sicher aushalten.


Die Fahrt ging über Land... teilweise sah man wirklich nur Urwald oder Steppe...riesige Termitenhügel, grasende Rinder, wilde Pferde... Natur pur und wunderschön. 

Die Strassen waren super und so konnten wir, nach einem kurzen Nickerchen, unsere Laptops rausholen und ein bisschen schreiben. Wenn auch nicht viel, aber so konnten wir doch das Defizit in unserem Reisetagebuch ein wenig wettmachen.


Nach siebenstündiger Fahrt erreichten wir die brasilianische Grenze. Hier mussten wir uns bei der Migración noch den Ausreisestempel von Paraguay abholen. Das ging alles ratz fatz. Unser Bus fuhr inzwischen schon durch den Zoll, wo er dann auf uns wartete.


Leider standen wir auf der 'Puente Internacional de la Amistad' im Stau und so schien sich unsere Ankunft deutlich zu verzögern... um in Brasilien einreisen zu dürfen mussten wir auch dort zur Migracion... auf dem Weg dorthin kamen wir mit den Leuten, die vor uns sassen, ins Gespräch. In nahezu perfektem Deutsch bot uns der Mann seine Hilfe an... Wahnsinn, wenn man bedenkt, dass er erst vor sechs Wochen angefangen hat, unsere Muttersprache zu lernen.

Während der Bus inzwischen schon wieder über den Zoll fuhr, philosophierten wir mit unseren neuen Bekannten noch ein wenig über Fussball und Politik, ehe wir endlich das Busterminal und somit unser Ziel in Foz do Iguaçu erreichten. 
Inzwischen waren wir, inklusive Fahrt zum Busterminal in Asunción, schon ganze zehn Stunden unterwegs, davon neun Stunden Busfahrt. Ganz schön krass oder? Glücklicherweise fuhren wir ja 'FirstClass'.


Im Terminal herrschte ein reges Treiben, dass wir Mühe hatten, uns durch die Menschen zu bewegen. Wir suchten uns einen Geldautomaten und kauften noch eine SIM-Karte, um uns gleich ein Uber rufen zu können. Dieses brachte uns in kurzer Zeit in unser Hotel 'Bogari'.


Wie immer durfte auch heute unsere obligatorische Erkundungstour nicht fehlen. Ziemlich ko schlenderten wir ein wenig die 'Avenida Brasil' entlang und entschieden uns zum Abendessen im 'Brasa Burguer' einzukehren. Leckere Burger und ein noch leckererer Caipirinha liess uns wieder zu Kräften kommen.


Zurück auf unserem Zimmer und bei einem Horrorfilm auf Netflix liessen wir einfach nur noch alle Fünfe gerade sein.


Sonntag, 18.12.2022
TAG 108

Unser derzeitiges Hotel, das 'Hotel Bogari' hatten wir aufgrund des hochgelobten Frühstückes in den Bewertungen bei 'Booking.com' gebucht. Und umso gespannter waren wir heute Morgen... 

Schon der Lärm, der uns aus dem Frühstückssaal entgegenkam liess uns erschrecken... es waren Menschen über Menschen... soviele waren wir gar nicht mehr gewohnt. Das Frühstück war passabel aber keineswegs 'bombastisch' oder 'grandios' wie es in den Bewertungen hiess... Aber keine Sorge, satt sind wir geworden.


Da wir mit einem grossen Sack Dreckwäsche hier angereist waren, mussten wir heute unbedingt eine Wäscherei oder einen Waschsalon finden, denn sonst würden wir morgen ohne Unterhose zu den Wasserfällen fahren müssen. 

Der kleinste Waschsalon der Welt

Die erste Wäscherei hatte geschlossen; kein Wunder, schliesslich ist heute Sonntag. Die zweite war eineinhalb Kilometer entfernt... auf halbem Weg und auch wegen der Hitze, beschlossen wir, mit dem Uber dorthin zu fahren. Schon zehn Minuten später standen wir vor dem kleinsten Waschsalon, den wir je gesehen hatten. In einem ausgebauten Container befanden sich je drei Waschmaschinen und Wäschetrockner. Wir sahen weder Münzautomaten noch Waschmittel. Glücklicherweise konnten wir uns mit einem der Kunden auf Englisch verständigen. Man konnte: 1. nur mit Karte zahlen und dazu mussten man, wie auch bei den gestrigen Buchungsversuchen, 2. auch noch seine brasilianische Passnummer eingeben. 
Die totale Überwachung eben. Noch schlimmer als in Deutschland. 

Der nette Brasilianer half uns und gab seine ID auf dem Display ein. Unser Retter in der Not. Zum Waschen selber brauchte man dann auch kein Waschmittel mehr... das wurde direkt von der Maschine auf die Wäsche gegeben. Waschdauer: 30 Minuten. Währenddessen holten wir uns in der benachbarten Tanke was zu trinken und setzten uns in den Aussenbereich. Im Flug war die halbe Stunde rum und wir konnten die Wäsche in den Trockner räumen... zum Glück war der nette Herr mit seiner Wäsche noch nicht fertig und konnte uns erneut beim Bezahlvorgang behilflich sein.

Womöglich die kleinste Wäscherei der Welt

Gerade einmal drei Waschmaschinen und drei Wäschetrockner gibt es hier in 
Foz do Iguaçu. Der Waschsalon ist in einem handelsüblichen,
modifizierten Seecontainer untergebracht.

Während wir den Trockner starteten, gab es auch schon den Anstoss zum Finale der Fussballweltmeisterschaft in Quatar. Wieder holten wir uns was zu trinken um im Aussenbereicht der Tankstelle das Spiel zu verfolgen. Schon klar, dass Argentinien unser Favorit war, oder?!

Der Trocknen sollte 45 Minuten dauern... wie praktisch, so sollten wir es schaffen, zur zweiten Halbzeit wieder im Hotel zu sein, um eventuell noch ein paar Live-Wetten zu platzieren.


Und pünktlich zum Anpfiff der zweiten Halbzeit waren wir tatsächlich wieder im Hotel. Und wieder erlebten wir einen Krimi wie zum Viertelfinale beim Public Viewing. 

Und Argentinien schoss sich souverän zum neuen Weltmeister!! Weltklasse!!


Mittlerweile war es schon 16 Uhr... sollten wir tatsächlich noch zum 'Rio Paraná' fahren? Würde sich das noch lohnen? Wir waren uns einig, dass wir das auf den kommenden Dienstag verschieben sollten. So könnten wir endlich unser Reisetagebuch aufs Laufende bringen. 


Ziemlich produktiv und kreativ sitzen wir nun schon mehr als drei Stunden und sind so gut wie 'up to date'.


Apropos up to date... hier noch ein kurzes Update: Arbeiten macht hungrig... so orderten wir zum Nachtessen Pizza von Domino... :-)

Montag, 19.12.2022
TAG 109

Heute hiess es ein wenig früher aufstehen – sonst pennten wir nämlich meistens bis nach neun – denn: erstens wollten wir beim Frühstück nicht in den Trubel geraten wie gestern und zweitens wollten wir beizeiten losfahren... die 'Cataratas do Iguaçu' – die grössten Wasserfälle der Welt - standen heute nämlich auf unserem Programm. Eine Gruppe aus 275 Wasserfällen bilden am 'Rio Iguaçu' die 'Iguaçu-Wasserfälle'. Nachdem wir auf unseren vielen Reisen mittlerweile schon so einige riesige Wasserfälle gesehen haben, durften diese auf keinen Fall fehlen und schon gar nicht wenn es die grössten sind... die Wasserfälle von Iguaçu befinden sich übrigens im Dreiländereck von Argentinien, Brasilien und Paraguay.

Cataratas do Iguaçu

Nach dem Frühstück machten wir uns auf den Weg zum nahegelegenen Busterminal um mit der 'Linie 120' zum 'Parque Nacional do Iguaçu' zu fahren. Eine halbe Stunde später hatten wir auch schon unsere Tickets gelöst (86 R$ ~ 15€ / pro Person) und standen in der Schlange fürs Boarding. Ein Bus fuhr uns mitten durch den Park zum 'Thilha das Cataratas' dem Wanderweg zum 'Garganta do Diablo' dem spektarulären Teufelsschlund, dem grössten der 275 Wasserfälle in Iguaçu. Durch den wunderschönen Urwald ging es also zum Wanderpfad. Begleitet wurde unser Bus mit Schwärmen von Schmetterlingen... ehrlich, soviele und so bunte auf einmal hatten wir zuvor noch nie gesehen. 


Und Schatzi hatte schon gleich zu Beginn einen 'Blinden Passagier' auf dem Arm... ein wunderschöner Schmetterling hatte sich zu uns gesellt und wollte uns scheinbar auf den nächsten Metern begleiten.


Entlang des Wasserfallpfades hatten wir wirklich von Anfang an und immerzu und überall (und nicht nur auf den drei Aussichtsplattformen entlang des Pfades) grandiose und spektakuläre Aussichten. Es war fantastisch. Die Cheffin kam aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Wenn sie nur wüsste, dass es noch spektakulärer werden würde.... und immer wieder kreuzten Echsen (gross, aber nicht mit denen in Guayaquil oder Galapagos zu vergleichen) und Nasenbären unseren Weg. Die flauschigen Vierbeiner scheinen tatsächlich immer hungrig zu sein...

Cataratas do Iguaçu

Für uns war es auf jeden Fall die beste Entscheidung, den Trail auf eigene Faust und in eigenem Tempo zu erkunden... Wir wundern uns einfach immer viel zu viel und es gibt doch so viel zu entdecken.... 

Immer begleitet vom Tosen der Wasserfälle und dem Zirpen der Zikaden umgeben vom satten Grün des Urwaldes... die bunten Schmetterlinge nicht zu vergessen, erreichten wir nach etwa zwei Stunden unser Ziel. Auf dem 'Garganta del Diablo', einer Brücke auf der man übers Wasser laufen, ja fast schweben, kann, konnten wir nämlich direkt, ein wenig beeinträchtigt durch den Sprühnebel der tosenden Wasserfälle, in den Teufelsschlund blicken... Ein Naturschauspiel, dem man hätte stundenlang zuschauen können. 

Selbstverständlich nutzten wir auch die Chance und fuhren mit dem Aufzug auf das nächsthöhere Level... dort standen wir direkt neben dem aus 80 Metern in die Tiefe stürzende Wasser...bis zu 6500 Kubikmeter pro Sekunde übrigens.. es ist der helle Wahnsinn, welche Urgewalten und Kräfte da zusammenkommen.... 


Die 'Niagra Falls' sind im Vergleich zu den 'Cataratas do Iguaçu' wirklich deren kleine Geschwister... ebenfalls sehr spektakulär und auch überaus empfehlenswert... unter anderem auch deshalb, weil man auch ohne Probleme die amerikanische Seite (oder halt die kanadische) besuchen kann... wir jedenfalls spazierten bei unserem Besuch 2018 von 'Niagara Falls' in Kanada über die 'Regenbogenbrücke' nach 'Niagra Falls USA'... 


Hier in 'Foz de Iguaçu' haben die Wasserfälle einfach eine ganz andere Dimension, immerhin gehören sie zu den sieben Weltwundern.... Schon allein die herabstürzenden Wassermassen sprengen sämtliche Dimensionen... während der Regenzeit erhöht sich die Durchflussmenge tatsächlich um das Zehnfache.


Wir verbrachten ungefähr vier Stunden an den Wasserfällen... überwältigt von den ganzen Eindrücken brachte uns der Shuttlebus vom 'Espaco Porto Canoas' wieder zum Eingang. Dort warteten wir etwa eine Viertelstunde auf den Linienbus, mit dem wir zurück ins Zentrum fuhren. 


Bei Ankunft am Terminal waren wir, aufgrund der unsäglichen Hitze im Bus, so ko, dass wir beschlossen, auf dem Weg zurück ins Hotel noch eine Kleinigkeit zu essen... dann wollten wir nur noch unter die Dusche. Trotz Sitzplatz (allerdings in der Sonne) und 'Air Conditioning' war die Luft im überfüllten Bus einfach nur schrecklich... 


In einem kleinen Restaurant direkt neben unserem Hotel konnten wir uns für insgesamt 13,50 €, inklusive zwei Kaltgetränke, vom Buffet unsere inzwischen hungrigen Bäuche vollschlagen.... das kam uns gerade recht..... 


Eine Dusche und ein kühles Sektchen regelten dann den Rest... :-)

Dienstag, 20.12.2022
TAG 110

Heute mussten wir uns nach dem Frühstück ersteinmal auf die Suche nach einem Geldautomaten machen... glücklicherweise befand sich einer im Voyer unseres Hotels. Leider sollten wir doch eine Gebühr von 10$ zahlen... also hiess es 'weitersuchen'... doch fündig wurden wir nicht. 

Und so fuhren wir im Anschluss direkt zur 'Ponte de Amidade' die Brücke der Freundschaft, welche Paraguay und Brasilien miteinander verbindet und über den Parana führt, einem der längsten Flüsse der Welt. Glücklicherweise konnten wir das UberTaxi mit der Kreditkarte bezahlen... :-) 


Selbstverständlich liessen wir es uns nicht nehmen, noch einmal zu Fuss die Grenze nach Paraguay zu passieren.... für den 'kleinen Grenzverkehr' mussten wir auch nicht zum Migracionsschalter um sich einen Stempel abzuholen. Da wir uns nämlich diesbezüglich unsicher waren, informierten wir uns bei einem der Grenzposten. 

Während wir gemütlich über die Brücke spazierten zogen Blechlawinen von Autos an uns vorbei... hektische Brasilianer überholten uns... man soll in Paraquay wohl günstig shoppen, denn immer wieder wurden Flyer mit diverser Werbung für Elektronik oder Parfum verteilt... selbst überzeugt haben wir uns aber nicht.. wir wollten lediglich den Parana auf dem Fussweg überqueren und die grandiose Aussicht geniessen... und die war wirklich ganz wunderprächtig. Auf jeder Seite gab es zwei Aussichtsplattformen, so dass wir für ein paar Minuten, die Hektik um uns herum vergessen, und in aller Ruhe unsere Blicke schweifen lassen konnten. 

Río Paraná

Blick auf den Paraná von der Puente de la Amistad zwischen Ciudad del Este, Paraguay und Foz do Iguaçu, Brasilien

Nach einer kurzen Verschnaufpause in Paraguay machten wir uns auch schon wieder auf den Weg retour. Schliesslich wollten wir heute noch in den 'Parque das Aves'. Einem Vogelpark mit botanischem Garten. 

Wieder auf der brasilianischen Seite angekommen, orderten wir ein Taxi, welches uns zum besagten Park brachte. Bisher hatten wir scheinbar immer Glück mit unseren Fahrern. Allesamt legten eigentlich eine vorausschauende und besonnene Fahrweise an den Tag... Der von heute allerdings toppte alles... ob der wohl im früheren Leben Rennfahrer gewesen war??? Die Cheffin starb während der Fahrt tausend Tode... es war echt heftig. Wir haben aber heile unser Ziel erreicht, keine Sorge. 

Parque das Aves

Der 'Parque das Aves' befindet sich unweit der 'Cataratas do Iguacu'... 
der Eintritt betrug 70 R$ (~13 €) pro Person; für hiesige Verhältnisse ganz schön teuer, wie wir finden. 


Allerdings hatte der Park auch einiges zu bieten und deshalb war der Eintritt unserer Meinung nach auch völlig gerechtfertigt. 

Über eine kleine Holzbrücke spazierten wir durch das Eingangstor und standen inmitten vom 'Atlantischen Regenwald'... über einen markierten Rundweg ging es immer tiefer in den Dschungel Brasiliens... wunderschöne Pflanzen säumten die Wege... wir konnten direkt in die riesigen Volieren, um den verschiedenen Vögeln ganz nah zu sein. Natürlich waren nicht alle Volieren für die Besucher zugänglich. So konnten wir die 'Scarlet Ibis', die Flamingos, riesige Harpia-Adler oder z. B. verschiedene Eulenarten nur von ausserhalb beobachten.... selbstverständlich durften wir auch nicht zu den Krokodilen oder den Boas ins Gehege, das aber versteht sich sicher von selbst... 

Während wir durch die verschiedenen Volieren spazierten sahen wir soviele verschiedene Papageienarten... immer wieder flogen sie dicht an uns vorbei... es war einfach unfassbar: Wir standen inmitten der Vögel und konnten ihnen beim Essen zusehen... 

Parque das Aves

Foz do Iguaçu

Nachdem wir im Schmetterlingshaus von unzähligen bunten Faltern begleitet wurden, flogen im Ara-Gehege die Riesenpapageien direkt auf uns zu... wow... die waren gross... und so wunderschön bunt... Stundenlang hätte man ihnen zuschauen können. 


Das Highlight unseres Besuches in diesem wundervollen Park kam, wie es üblich ist, fast ganz am Ende... die Voliere der 'Tucane'. So nah sind wir diesen farbenprächtigen Tieren noch nie gewesen. 


Auf dem Rundweg selbst befinden sich übrigens in regelmässigen Abständen auch diverse Restaurants mit sanitären Einrichtungen. Ausserdem gibt es entlang des Weges immer sogenannte 'Hidrationsstationen', an denen man seine Wasserflaschen kostenlos auffüllen kann. Wir hatten zwar drei Flaschen Wasser dabei, mussten aber zum Ende unserer Walkingtour tatsächlich nochmal nachtanken... das war wirklich dringend notwendig. 


Wir brauchten für den Rundweg durch den wunderschönen 'Parque das Aves' ungefähr drei Stunden ehe wir ihn durch den Souvenirshop wieder verliessen. 

Ein besonnener UberFahrer brachte uns im Anschluss wieder zurück in unser Hotel. 


Wir machten uns erneut auf die Suche nach einem Geldautomaten... fündig wurden wir diesmal 'Muffato' einem riesigen Supermarkt. Allerdings war dieser 'Ausser Betrieb'... na toll. 

Wir aber nutzten die Chance und kauften noch ein paar Kleinigkeiten für den Abend ein... hier war es nämlich deutlich günstiger als auf der Strasse unseres Hotels... 


Zurück auf unserem Zimmer orderten wir online noch ein paar 'Last-Minute-Weihnachtsgeschenke' für die Daheimgebliebenen und verbrachten einen gemütlichen letzten Abend auf unserem Zimmer im Hotel 'Bogari' in 'Foz do Iguacu'.


Mittwoch, 21.12.2022
TAG 111

Heute geht die Reise weiter zu unserem letzten Ziel, bevor wir wieder die Heimreise antreten: Rio de Janeiro.
Da der Abflug erst um 12:40 Uhr ist, können wir es heute morgen ruhig angehen lassen.
Um kurz nach halb neun gingen wir zum Frühstück. Anschliessend packten wir unsere Rucksäcke und bestellten uns ein Uber, das uns für 35 R$ zum Flughafen brachte.
Als wir dort ankamen, war es etwa halb elf.
Leider mussten wir noch zum Check-In-Schalter von GOL. Der Online-Check-In war dummerweise nicht möglich. Man sollte dort seine brasilianische ID eingeben, auch wenn man vorher Deutschland als Herkunftsland angegeben hatte.
Nach einer halben Stunde Wartezeit kamen wir endlich an die Reihe und glücklicherweise konnten wir auch unsere beiden Rucksäcke aufgeben.

Rio de Janeiro

Pünktlich um 14:40 Uhr landeten wir auf dem Flughafen Antonio Carlos Jobim, holten uns dort ein Taxi und waren gegen halb vier im Hotel Nacional Inn zum Check-In.
Dieses Mal hatten wir richtiges Pech. Nicht mit dem Hotel, sondern mit dem Wetter.
Es regnete in Strömen, als wir aus dem Taxi vor dem Hotel ausstiegen.
Das Hotel liegt in der Rua Belford Roxo, einer Querstraße der Avenida Atlantica.
Die Avenida Atlantica ist die Straße, die direkt an der Copacabana entlang führt.
Also beste Lage.
Endlich haben wir wieder einen Balkon, der recht klein ist, aber besser, als gar keinen.
Ausserdem können wir vom Balkon aus das Meer sehen und es sind gerade einmal 200 Meter zu Fuß bis zur Copacabana.
Nach dem Bezug des Zimmers gingen wir noch ein wenig Proviant einkaufen. Anschliessend bestellten wir uns beim Lieferservice noch was zu essen und verbrachten den Abend im Hotelzimmer.

Donnerstag, 22.12.2022

TAG 112

Nach dem Frühstück ging es heute erstmal direkt an die Copacabana.... nachdem uns Rio gestern ja mit Dauerregen empfangen hatte, war der Himmel heute fast wolkenlos... es war fantastisch. 


Vor sechs Jahren waren wir schon einmal für einige Wochen in Rio de Janeiro.... und aus diesem Grund hatten wir uns vorgenommen, die Tage in unserem letzten Reiseziel gemütlich anzugehen.... wir brauchten einfach ein paar Tage, um die Monate unserer Reise auch einmal Revue passieren zu lassen... Wir haben in den vergangenen Wochen und Monaten so unglaublich viel erlebt..... manches hatten wir noch gar nicht richtig verarbeitet... hier in Rio sollten wir die Zeit dazu finden.


Heiss war es heute Morgen und die Sonne hatte mindestens genauso eine Kraft, wie die Wellen, die mit einer unglaublichen Wucht an Land schlugen... riesige Wellen waren das... es war unglaublich... sie schienen meterhoch zu sein... Ein Bild wie aus einem Bilderbuch: 'Die türkisfarbenden Wellen schlugen mit einer Wucht an den weissen Sandstrand umsäumt von reinweisser Gischt... '… allerdings war der Sand sauheiss... und wir mussten unseren Spaziergang schon nach kurzer Zeit beenden... 

Copacabana, Rio de Janeiro

Im Hintergrung ist der Zuckerhut zu sehen.

Weil sich die Cheffin vorgenommen hatte, ihre komplette Reisegarderobe in Rio zu entsorgen, war für den Rest vom Tag 'Shopping' angesagt, denn es musste ja eine neue Garderobe her...:-)


Also spazierten wir durch den 'Túnel do Leme' zum Shoppingcenter 'Rio Sul' in Botafogo. Dort war alles so wunderschön weihnachtlich geschmückt... vollkommen anders als im Rest der Stadt. Wüsste man nicht, dass Weihnachten ist, würde einem auch nix fehlen... Null Weihnachtsstimmung bis auf ein zwei Bäumchen im Foyer der Hotels... 


Nach dreistündiger Shoppingtour ging es mit nur mässiger Ausbeute wieder zurück ins Hotel... dort allerdings stellte die Cheffin fest, dass das neue Kleid doch ein wenig eng um den Busen ist... als mussten wir morgen erneut nach Botafogo... das Kleid umtauschen... 


Schönen Abend euch!!!

Das war's für die sechzehnte Woche. 

Weiter geht's bei Tag 113 bis 119.