Freitag, 25.11.2022
TAG 85
Am heutigen Freitag wollten wir ein wenig die Insel erkunden und eventuell eine Tour für den kommenden Tag buchen. Nach der vergangenen Woche, in denen wir gerade immer nur zwei Nächte an einem Ort verweilten, merkten wir, dass auch das Reisen mitunter sehr kräftezehrend sein kann... also beschlossen wir, die Tage auf Galapagos entspannt anzugehen. Hier sollten wir mit vier Übernachtungen auch wieder ein wenig zur Ruhe kommen können.
Allerdings brachte uns die Zeitzone auf den Inseln bzw. die Anzeige auf unserem Telefon immer wieder durcheinander.... Die Inseln gehören ja zu Ecuador, allerdings trennen sie vom Festland gut tausend Kilometer. Somit befinden sie sich in einer anderen Zeitzone als das Festland. Unserem Handy schien das ebenfalls durcheinanderzubringen. War es in einem Moment noch 9 Uhr, so konnte es ein paar Minuten später schon 10 Uhr anzeigen... wir waren jedenfalls der Meinung, dass es auf den Inseln genauso spät sei, wie auf dem Festland.... sollten aber noch eines besseren belehrt werden.
Puerto Ayora
Schon am ersten Abend hatte die Cheffin ihre Liebe für die Seelöwen entdeckt... so herzig und knuffig, wie sie einfach so überall in der näheren Umgebung des Fischmarktes rumliegen und chillen... Und unser erster Spaziergang heute sollte uns genau dorthin führen.
Während die Seelöwen-Babys ihren Hunger durch lautes Brülpsen (Brüllrülpsen) bemerkbar machten und ihre Muttis zum Umdrehen animieren wollten, ignorierten diese eiskalt ihre Jungen... Hartnäckigkeit zahlt sich aber auch als Seelöwen-Baby aus, denn irgendwann hatte die Mutti genug und liess es über sich ergehen. Sichtlich gequält drehte diese sich um, um auf dem Rücken weiterzupennen, während ihr Junges sich über die Zitzen hermachte... ein so drolliges Schauspiel, welches man stundenlang hätte zuschauen können.
Ein paar Meter weiter dann das Treiben rund um den Fischmarkt... genau wie gestern tummelten sich dort wieder zig Pelikane, die vergebens auf ein daneben fallendes Stückchen Fisch zu warteten. Im Sinkflug direkt über den Tischen des Fischmarktes liessen sich die auf den Galapagos-Inseln beheimateten Fregattvögel gleiten. Auch sie erhofften sich einen Leckerbissen vom Markt... während die Pelikane und Fregattvögel auf einen Gaumenschmauss warteten, chillten die Seelöwen mitten im Geschehen hart ihr Leben... es war einfach ein Bild für die Götter von dem wir uns nur schwer losreissen konnten.
Während unseres Mittagessens im nahegelegenen Restaurant konnten wir direkt zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen... zum einen gab es dort leckere Sandwiches und Burger und zum anderen konnten wir gleichzeitig das Fussballspiel Ecuador:Spanien verfolgen.
Die Burger waren grossartig, doch leider verlor Ecuador sein zweites Spiel der Fussballweltmeisterschaft. Dennoch trafen wir auf ein absolut fussballbegeistertes Volk.... sie jubelten, zitterten und feierten mit ihrer Mannschaft... so muss es sein.
Nach dem Mittagessen und dem Fussballspiel machten wir uns erneut auf den Weg in Richtung Fischmarkt... dort wollten wir uns nach einer Tour für morgen umschauen.
Die Seelöwen, die neuen Lieblingstiere der Cheffin, hatten sich mittlerweile schon auf die umliegenden Parkbänke verzogen und in den Mittagschlaf verabschiedet. Herzallerliebst.
Ein netter Tourverkäufer
Hinter dem Fischmarkt befinden sich auch die ganzen Agenturen der ansässigen Touranbieter. Nachdem wir die Strasse ein Stückchen hinaufgelaufen sind, betraten wir die 'Galapagos Blue Paradise' Travel Agency. Im Chefsessel hing ein junger Bursche ab, der bei unserem Eintreten absolut keine Notiz von uns zu nehmen schien... erst nachdem wir ihm klarmachten, dass wir vorhaben, eine Tour zu buchen, holte er seinen Vater. Eigentlich hätten wir schon zu diesem Zeitpunkt die Agentur verlassen sollen.
Jedenfalls trat dann hinter dem Vorhang, welcher die Geschäftsräume von der Chill-Area abzutrennen schien, der Vater hervor..... ein schmieriger Typ mit hochroten Augen. Ob der gerade hinter dem Vorhang einen Joint durchgezogen hatte??? Maybe...
Dann stellte er uns ganz dummdoof die Frage, welche Tour wir denn buchen wollten??? Hallo? Er sollte uns doch diverse Touren anbieten wollen oder? Ich mein, schliesslich will er doch etwas verkaufen... Dann legte er uns einen Schnellhefter mit Touren hin, von denen wir uns für eine entscheiden sollten... selbstverständlich versuchte er natürlich, uns die teuerste Tour schmackhaft zu machen... 220$ pro Person... Er machte auch keine Anstalten, uns seine Heimat, die Galapagos-Inseln, schmackhaft zu machen... kam uns auch mit dem Preis nicht entgegen... von seiner arroganten Art ganz zu schweigen. Vielleicht können sich die Agenturen das ja erlauben... schliesslich kommen ja genug 'dumme' Touris auf die Insel und werden wahrscheinlich auch die horrenden Preise zahlen...
Wir schauten uns an und waren uns einig, hier keine Tour zu buchen. Lieber würden wir zum 'Fährenterminal' gehen und uns direkt ein Fährenticket zu einer der anderen Inseln zu organisieren.
Gesagt, getan.... direkt am Hafen von Puerto Ayora steht ein kleines Tickethäuschen in Form eines halben Leuchtturmes. Dort begrüsste uns auch schon ein netter älterer Herr, so ein richtiger uriger Seebär und zu jedem Spass bereit. Auch dort konnte man richtige Touren buchen... er empfohl uns, einen Trip zur 'Isla Isabela' zu machen, dort würden wir alle Tiere der Galapagos-Inseln treffen. Kostenpunkt 130$ pro Person. Das war doch schon was ganz anderes... auch die Empfehlungen von dem Herrn... so etwas macht doch ein Verkaufsgespräch aus... so hatten wir uns das auch vorgestellt. Und 90$ gespart hatten wir ausserdem.
Um 6.30 Uhr morgen in der Frühe sollte es losgehen... super...
Ohne uns von unseren neuen Freunden zu verabschieden gingen wir allerdings nicht zurück zu unserer Unterkunft... den Seelöwen musste noch 'Gute Nacht' gesagt werden.
Bevor wir an diesem Abend zu Bett gingen, nutzten wir den Luxus einer Küche in der Unterkunft aus und kochten uns Nudeln. Endlich mal wieder kochen... war das schön. Den Wecker stellten wir uns auf 5.30 Uhr. Damit wir pünktlich um halb sieben am Hafen sind, wollten wir spätestens um kurz nach sechs loslaufen.
Samstag, 26.11.2022
TAG 86
Pünktlich um 5:30 Uhr klingelte der Wecker und wir standen auf. Um halb sieben sollten wir am Hafen von Puerto Ayora sein. So hatte es uns der Seebär gesagt, der uns die Tour verkauft hatte. Es war kurz nach sechs, als wir uns auf den Weg machten und weitere fünfzehn Minuten später kamen wir am Hafen an. Wir wunderten uns, dass wir die ersten waren, dachten uns aber noch nichts dabei. Weit und breit war niemand zu sehen. Als um zwanzig vor sieben immer noch niemand ausser uns am Hafen waren, kamen allmählich Zweifel auf. Sollten wir uns in der Zeitzone vertan haben und eine Stunde zu spät gekommen sein?
Ärger mit der Uhr
Wenige Augenblicke später hielt ein paar Meter von uns entfernt ein Kleinbus an. Der Fahrer stieg aus und wir gingen zu ihm und fragten ihn nach der Uhrzeit. Er schaute auf seine Uhr und sagte, es sei zwanzig vor sechs. Wir zeigten ihm eins unserer Handys mit "unserer" Uhrzeit. Er erklärte uns, dass diese Zeit jene auf dem Festland wäre.
Wir waren also statt um halb sieben bereits um halb sechs am Hafen erschienen.
Plötzlich wurde uns auch klar, warum beim Klingeln des Weckers die Leute aus dem Zimmer neben uns am die Wand geklopft hatten.
Aber besser eine Stunde zu früh, als zu spät.
So warteten wir geduldig und so langsam kamen auch mehr Leute an den Hafen, um mit der Fähre zu fahren.
Um kurz vor sieben kam dann auch der Seebär des Weges geradelt, um den Ticketkiosk zu öffnen. Er erkannte uns wieder und sagte, wir sollten noch etwas warten, er würde uns dann zum Fährterminal geleiten.
So, das mit der Zeit war also geklärt... wir mussten beide herzlich lachen, so etwas konnte auch nur uns passieren. Allerdings hatten wir nun die Chance auf unvergessliche Erinnerungsfotos... so menschenleer würden wir die Strandpromenade nie wieder erleben...
Nach und nach trudelten die Fahrgäste am Fährenterminal ein... Mit einem Taxiboot ging es in einer fünfminütigen Fahrt auf unsere Fähre der 'Wolf-Ferry'... Diese sollte uns in zwei Stunden vom 'Puerto Ayora' auf 'Santa Cruz' an den 'Puerto Villamil' auf 'Isla Isabela' bringen.
Während das Boot rasant über die Wellen bretterte sahen wir Wasserschildkröten und erlebten den Pazifischen Ozean in einem Blau, welches türkiser nicht hätte sein können. Schon die Überfahrt war ein absolut wunderschönes Erlebnis.
Isabela
Wie auch auf Santa Cruz wurden wir bei unserer Ankuft auf Isabela mit einem Taxiboot abgeholt, welches uns von der 'Wolf' auf die Insel bringen sollte.
Anmerkung: Für die Fahrten mit dem Taxiboot wurden jeweils 1$ pro Person fällig; in Summe: 4$ am Tag. Ausserdem musste man noch eine Art Insel-Tax zahlen... für 'Isla Isabela' als auch für 'Santa Cruz' – ebenfalls jeweils 1$ pro Person.... am Ende des Tages standen also noch 6$ Extrakosten pro Person auf unserer Budgetplanung.
Nachdem wir am 'Puerto Villamil' über eine Holzbrücke an Land gingen und von allen Seiten von Lavaechsen und Seelöwen begrüsst wurden, mussten wir nach 'Mario Cangrejo' Ausschau halten. Dieser wäre für heute unser Tourguide und würde uns über die Insel begleiten, erklärte uns der Ticketverkäufer vom 'Puerto Ayora'. Begrüsst wurden wir allerdings von 'Roger', seinem Kompagnon, unserem Guide für heute.
Mit zehn weiteren Teilnehmern der Tour stiegen wir in einen geräumigen Kleinbus. Die Tour konnte also starten.
Unser erster Stopp führt uns zur 'Laguna de los Flamingos'. In einer von vielen Salzwasserlagungen konnten wir die Galapagos-Flamingos aus nächster Nähe in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten, umgeben von der atemberaubenden Flora der Insel. Während wir den Flamingos bei ihrer Futtersuche zuschauten genossen wir die sagenhafte Stille rund um den kleinen Bracksee.
Im Anschluss fuhren wir zum 'Arnaldo Tupiza Tortoise Breeding Center', einer Aufzuchtstation für Riesenschildkröten. Wir konnten fünf Unterarten der Galapagos-Riesenschildkröten welche alle auf 'Isla Isabela' beheimatet, allerdings durch Schäden in ihrem natürlichen Lebensraum (eingeschleppte Tiere oder Vulkanausbrüche) bedroht sind, bestaunen; Riesenschildkröten jeglichen Alters... die Eier der Giganten werden in einer speziellen Brüterei sorgfältig ausgebrütet, die heranwachsenden und erwachsenen Tiere in grossen überwachten Anlagen inmitten von Opuntia-Feldern gehegt und gepflegt. Diese Sorgfalt zielt darauf ab, die Population der Riesenschildkröten zu erhöhen und ihr Überleben auf den Galapagos-Inseln zu sichern.
Die Opuntien (Kakteen) gelten übrigens als Hauptnahrungsquelle der Riesenschildkröten.
Ebenfalls auf dem Gelände der Aufzuchtstation konnten wir Bekannschaft mit dem 'Manzanilla de la muerte', einem zur Familie der Wolfsmilchgewächse gehörenden und dem wohl giftigsten Baum der Welt, machen. Uns wurde erklärt, dass die überaus schmackhaft aussehenden Früchte des Baumes, auch 'Äpfelchen des Todes' genannt, hochgiftig sind und deren Verzehr tödlich enden kann. Auch das Umarmen des Baumes kann unter Umständen tödliche Folgen haben. Aufgrund der austretenden milchigen Flüssigkeit, setzt die Rinde Giftstoffe frei, welche schwere Blasen bilden und Hautkrankheiten hervorrufen kann. Also: Es ist höchste VORSICHT geboten!!!
Am Ende unserer etwa einstündigen Entdeckungstour mutierte Roger noch zum 'Vogel-Flüsterer'... mit einem speziellen Zwitscherton lockte er die auf Galapagos beheimateten 'Darwin-Finken' an... während er zwitscherte gesellten sich immer mehr von ihnen zu uns und begleiteten uns in Richtung Ausgang.
Apropos Ausgang: Nichtsahnend machten wir nach dem Rundgang eine kurze Verschnauf- und Toilettenpause, als wir plötzlich uns von Instagram bekannte Gesichter entdeckten. Wohl wissentlich, dass sich Nina & Tom, alias 'travel.optimizer', seit einigen Wochen ebenfalls auf Weltreise, sich gerade auch auf den Galapagos-Inseln aufhalten, hätten wir im Leben nicht damit gerechnet, die beiden ausgerechnet hier live zu treffen.
Was für ein Zufall... nach einem kleinen Plausch schossen wir noch ein gemeinsames Selfie und kehrten jeweils zurück zu unseren Truppen.
Mittlerweile war es schon Zeit fürs Mittagessen. Dazu fuhren wir in das Restaurant 'Royal Rock' an den 'Golden Beach'.
Bevor es zum Essen ging, nutzten wir die Zeit für einen kleinen Spaziergang am weissen Sandstrand und schossen noch das ein oder andere Erinnerungsfoto.
Das Mittagessen war in unserer Buchung inbegriffen und wir hatten die Auswahl zwischen Reis mit Hühnchen, Reis mit Shrimps oder Reis mit Gemüse, alles im übrigen sehr lecker. Vom Restaurant hatte man einen unbeschreiblichen Blick auf die endlose Weite des türkisblauen Meeres.
Nach dem Essen war noch ein wenig Zeit, um die Aussichtsplattform neben dem Restaurant zu besuchen um den Blick über den Ozean schweifen zu lassen... überall lagen die Lavaechsen und schienen gerade Siesta zu machen. So goldig...
Im Anschluss ging es mit dem Bus wieder zurück zum Hafen, wo uns erneut hunderte von Lavaechsen vor den Füssen lagen... man musste echt aufpassen, wohin man trat. Auf dem Steg hinunter zur Anlegestelle lagen die Seelöwen in der Sonne... meistens augenscheinlich die Mütter mit ihren Babys.... die Cheffin konnte wieder nicht genug von ihren neuen Lieblingstieren bekommen.
Allerdings sollten wir noch mit dem Boot zur 'Islote de las Tintoreras', eine kleine Insel südlich der Bucht von Puerto Villamil. Die Chance war gross, dort auf den Rest der sechs bekanntesten Tiere zu treffen...
- Riesenschildkröten
- Blaufusstölpel
- Lavaechsen
- Pinguine
- Flamingos
- Seelöwen
Während wir bis auf den Blaufusstölpel und die Galapagos-Pinguine alle anderen schon gesehen und bewundert hatten, sollte uns im 'Grieta de las Tintoreras', der Tintoreras Grotte, noch ein weiteres Highlight erwarten.
Von der Anlegestelle aus schipperten wir los zu den kleinen Lavainseln... schon von weitem sahen wir auf den Lavasteinen die legendären Blaufusstölpel sitzen. Mit ihren blauen Füssen und Schnäbeln waren sie auf dem schwarzen Lavagestein auch gut zu erkennen. Zu ihnen hatten sich auch die Galapagos-Pinguine gesellt und mit ihnen natürlich die Lavaechsen... Scheinbar hatten sie schon auf uns gewartet.
Wie drollig kann einfach ein Blaufusstölpel sein??? Wir haben ihn gesehen, den legendären und nur auf Galapagos lebenden Blaufusstölpel...
Damit wir genügend Zeit hatten, die Tiere zu beobachten, hielt das Boot für ein paar Minuten den Kurs... wunderbar.
Galápagos-Pinguine und Blaufußtölpel
Danach ging es dann weiter zur 'Tintoreras Grotte' auf 'Islote de las Tintoreras'.
An einem kleinen Steg machte das Boot Halt und wir betraten die kleine Lavainsel...
Noch vom Boot aus konnten wir Wasserschildkröten beobachten, wie sie sich im Meer tummelten.... immer mal wieder auftauchend und nach Luft schnappend.... wie wunderschön unsere Natur doch ist.
Beim Betreten der Insel konnte man ganz deutlich die enorme Hitze spüren, die von dem Lavagestein abgestrahlt wurde. Als ob es an diesem Tag noch nicht heiss genug gewesen wäre. Die Lavasteine erhöhten die Temperatur noch um einige weitere Grad.
Nach ein paar hundert Metern Fussweg über die Insel, die gerade sehr an eine Mondlandschaft erinnerte, wurde unser Weg immer wieder von den heimischen Lavaechsen und chillenden Seelöwen gekreuzt.
Die riesigen Lavastein-Formationen und der türkisblaue Ozean bilden dort einen so wunderbaren Kontrast... und wir, ausgerechnet wir, hatten gerade das Privileg diese sagenhafte Natur zu geniessen.
In der 'Tintorera Grotte' tummeln sich während der Flut haufenweise Weissspitzen-Haie... und weil diese hauptsächlich nachts nach Nahrung suchen, nutzen sie den Rest des Tages, um hier in der Grotte / Kanal zu chillen. Es war unglaublich... hätte uns jemand erzählt, wir würden auf unserer Reise 'White-tip Sharks' in freier Wildbahn beobachten können..... den hätten wir für verrückt erklärt... Wussten wir doch bis dato noch gar nicht, dass es diese Gattung Haie überhaupt gibt.
Wenn wir gewollt und uns getraut hätten, hätten wir im Anschluss durch die 'Los Tuneles', Lavatunnel, welche sich durch Vulkanausbrüche auf Galapagos formiert haben, mit den Haien schnorcheln können... Spektakuläre Bögen und Tunnel sind durch die Eruptionen entstanden.
Wir haben natürlich gekniffen... :-)
Einige von unserer Truppe waren nicht so feige und berichteten im Anschluss von den grandiosen Begegnungen...
Nach dem Schnorchelstopp an den tunnelförmigen Lavaformationen ging es erneut zurück zum Hafen von Villamil. Dort verabschiedete uns unser Guide und begleitete uns zum Taxiboot, welches uns wieder zur 'Wolf' brachte und zurück nach 'Santa Cruz' fuhr.
Zwei Stunden später erreichten wir Puerto Ayora und gingen auf direktem Weg in unsere Unterkunft. Die Tour hatte uns ganz schön geschlaucht und wir beschlossen, es den Seelöwen und Lavaechsen gleichzutun und machten ersteinmal Siesta.
Nach dem Ruhen überkam uns dann allerdings der Hunger... wir gingen an den Weihnachtsmarkt am Hafen und holten uns an einem kleinen Stand jeweils zwei Spiesse mit Fleisch... günstig war es allerdings widererwarten nicht... 15$ haben wir dafür geblecht... hätte man sich vorher bloss nach dem Preis erkundigt... denn satt waren wir auch nicht.
Wir spazierten noch ein bisschen durch die kleine Hafenstadt während wir an einer Pizzeria vorbeiliefen und beschlossen, dort noch eine leckere Pizza zu essen. Satt und 40$ ärmer gingen wir im Anschluss zurück ins 'Morning Glory' und liessen bei einem Gläschen Rotwein gemütlich den Abend ausklingen.
Da wir schon vorher den teuren Snack gegessen hatten, schafften wir die riesige Pizza natürlich nicht, liessen aber den Rest zum mitnehmen einpacken. Das würde morgen früh unser Frühstück sein.
Sonntag, 27.11.2022
TAG 87
Unseren letzten Tag auf Galápagos wollten wir dazu nutzen, um an den 'Tortuga Bay' zu spazieren.
Zum Frühstück gab es die restliche Pizza von gestern und Schinken-Käse-Sandwiches...
Vorbei am Fischmarkt und den Seelöwen legten wir noch einen kurzen Stopp ein. Am Puerto Ayora wurde heute, am Sonntag, betoniert... das mussten wir ein Weilchen beobachten. Was für eine Arbeit... hier kann man sich nicht einfach Fertigbeton aus einer Betonfabrik mit einem LKW bestellen... hier wird alles mit Muskelkraft bewerkstelligt... ungefähr 20 Männer waren an diesem Akt beteiligt... während die eine Hälfte unten den Beton in die Mischmaschine schaufelte... der nach Fertigstellung mit dem Seilzug nach oben transportiert wurde, wurde er von der anderen Hälfte der Mannschaft in die Schubkarre geladen und verteilt. Der helle Wahnsinn...
Den 'Tortuga Bay' sollten wir, laut Schatzi und Maps, nach etwa zweieinhalb Kilometer erreichen... nach der zweiten Querstrasse ging es dann auch nur noch geradeaus...
Es war unsagbar heiß an diesem Tag... und die Sonne stand senkrecht, es gab gerade also so gut wie keinen Schatten. Schon bald passierten wir den Checkpoint, da es sich um ein Naturschutzgebiet handelt, muss sich jeder Besucher muss dort in eine Liste eintragen. Der junge Mann hinter dem Schreibtisch klärte uns noch über die Regeln auf und machte uns klar, dass der Strand um 17 Uhr geschlossen wird.
Über eine steile Treppe erreichten wir den eigentlichen und einzigen Weg, der zum 'Tortuga Bay' führt. Dieser war zwar gepflastert und liess sich recht gut laufen, allerdings ging er direkt durch den Urwald... bestehend hauptsächlich aus Opuntia Echios, Palo Santo oder den Manzilla Bäumen, welche so gut wie kein Lüftchen durchliessen. Dazu kam noch die unsagbare Luftfeuchtigkeit... und immer ging es bergauf und bergab... zeitweise war es unerträglich... Aber wir wollten unbedingt zu dem, wie Schatzi meinte: „schönsten Strand der Welt“... und mit jedem Schritt waren wir ihm einen Schritt näher... und immer wenn wir einen Hügel erklommen hatten, genossen wir den endlosen Blick in die Ferne hinweg über die Baumkronen der Opuntien und all' den anderen Pflanzen auf diesem Archipel.
Fußweg zum Tortuga Bay, Isla Santa Cruz, Galápagos
Etwa 45 Minuten dauert der Marsch über diesen Weg zum Tortuga Bay.
Die Hitze ist unerträglich wegen des Lavagesteins, über das der Weg führt.
Die Darwin-Finken und die Galapagos-Spottdrosseln begleiteten uns und zwitscherten uns fröhlich den Weg.
Dieser schien nicht zu enden zu wollen .. nach einer guten Stunde Fussmarsch konnten wir dann endlich einen Hauch Meeresluft erahnen... um nach einer weiteren Viertelstunde endlich mit dem Blick belohnt wurden, dessen Vorstellung uns den Marsch durch die Hitze überhaupt hat durchstehen lassen: schneeweisser endloser Strand und türkisblaues kristallklares Wasser... eingerahmt im Grün des Regenwaldes und schwarzen Lavastein-Formationen...
WELCOME IN PARADISE! Einfach nur traumhaft... und das beste: der Strand war fast menschenleer... fantastisch.
Tortuga Bay
Ausser uns spazierten nur noch ein paar von den Iguanas am Strand entlang... das war so krass.
Der Sand war irgendwie anders als sonstwo... fast trittfest, so dass man fast mühelos am Strand entlangspazieren konnte.
Und es gab eine weitere Besonderheit, die wir noch an keinem anderen Strand der Welt gesehen hatten. Nicht das kleinste Stück Abfall lag irgendwo herum und obwohl am Tortuga Beach eine starke Brandung herrscht, ist nirgendwo Treibgut zu sehen.
Am 'Playa Brava' sollten rote Fahnen auf das Schwimm- und Badeverbot aufmerksam machen. Dort herrschen nämlich sehr starke und gefährliche Unterströmungen.
Durch den weichen Sand und die heranspülenden Wellen spazierten wir den Strand entlang bis zu einer kleinen Halbinsel... voller Opuntias- und Mangroven-Bäumen, in dessen Schatten sich die Iguanas und Seelöwen für ihre Mittagsruhe zurückgezogen hatten, während sich in der Lagune nebenan tausende kleiner Fische tummelten.
Wir setzten uns auf die Lavasteine und freuten uns gerade Teil von dieser wunderbaren Welt zu sein. In den Baumkronen entdeckten wir auf einmal lauter Pelikane. Diese schienen sich ebenfalls in das Dickicht der Bäume zurückgezogen zu haben um der Mittagshitze zu entfliehen.
Als wir anschliessend durch den Opuntien-Wald auf die andere Seite der kleinen Halbinsel liefen, kam uns mit bedrohlichem Gang ein riesiger Iguana entgegen... Um zu sehen, ob er uns aus Weg gehen würde, beschlossen wir, einfach stehenzubleiben... mal sehen, was passieren würde. Stolz und furchtlos kam er uns immer näher... bis er kurz vorher den Weg verliess, um an uns vorbeizulaufen.... prima, wir hatten gesiegt... und konnten unseren Weg fortsetzen.
Auf der anderen Seite angekommen blickten wir auf den 'Playa Manza'... hier war schon mehr los... schliesslich konnte man dort baden... das Wasser war seicht und flach.
Und dann erblickten wir ihn.... da sass er und schien ebenfalls das Treiben am Beach zu beobachten... der Blaufusstölpel... wie toll war das denn??? Grandios...
Nachdem wir ungefähr zwei Stunden am 'Tortuga Bay' entlang spaziert sind, machten wir uns wieder auf den Rückweg in unsere Unterkunft, welche wir nach einer guten Stunde erreichten.
Bevor wir am Abend ins 'La Rousse' essen gehen würden, mussten wir ersteinmal ein Stündchen verschnaufen.
Wie schon erwähnt konnte man Internet und WLAN hier auf Galapagos so gut wie vergessen, ausser man befand sich in der Nähe von einem Funkmast. Da morgen aber unsere Reise weitergehen wird und wir für die morgigen Flüge noch einchecken mussten, brauchten wir heute Abend dringend eine funktionierende Internetverbindung. Das besagte Lokal befand sich in unmittelbarer Nähe eines Funkmastes, das haben wir beim Spaziergang an unserem ersten Tag auf Santa Cruz festgestellt.
Also packten wir am Abend unsere Laptops in unseren kleinen Rucksack und marschierten los...
Am 'La Rousse' angekommen standen wir zunächst vor verschlossenen Toren. Allerdings nicht sehr lange... wir merkten später, dass das Lokal erst um 20 Uhr öffnen sollte... Wir aber waren schon um kurz nach sieben vor Ort.
Also bestellten wir Ceviche & Vino und Churrasco & Coke ehe wir eincheckten und noch an unserem Reisetagebuch schreiben wollten / konnten. Leider liess uns das Internet wieder im Stich. Also mussten wir das Einchecken verschieben, bis wir am Flughafen waren.
Das Essen der Chefin war richtig gut. Das Churrasco war zäh wie Leder und die Preise waren auch nicht billiger, obwohl das Restaurant ziemlich abseits liegt und sich wahrscheinlich kaum ein Tourist je dorthin verirrt.
Selbstverständlich würden wir die Insel morgen nicht verlassen, ohne uns heute Abend nochmal von den Seelöwen am Fischmarkt zu verabschieden. Gesagt getan... morgen geht es dann über Guayaquil weiter nach Lima...
Gute Nacht!
Montag, 28.11.2022
TAG 88
Nach dem Checkout und einem kurzen Schwätzchen mit dem Inhaber des 'Morning Glory' und gleichzeitig selbsternannter 'Sheriff von Galapagos' ging es mit dem Taxi für 25$ zur Fähre nach Baltra. Wie bei unserer Ankunft fuhr uns das Boot (1$ p.P.) hinüber und mit dem Bus (5$ p.P.) ging es weiter zum Flughafen Seymour.. Das ganze Geschehen am Fährenterminal sowie an der zugehörigen Busstation war einfach einzigartig gut organisiert. Es gab keine langen Wartezeiten... alles ging zügig über die Bühne.
Der Flughafen Seymour ist im übrigen der weltweit erste ökologische / grüne Flughafen.
Beim Einchecken für unseren Flug allerdings erlebten wir eine weitere Überraschung: Aufgrund der schlechten WLAN und Internetbedingungen konnten wir am Vorabend keinen Online-Checkin vornehmen und begaben uns am Terminal zum Checkin-Schalter. Dort wurde fürs Einchecken dann tatsächlich noch eine Gebühr von 10$ pro Person fällig... wieder Abzocke und wieder bei AVIANCA.
In Guayaquil angekommen hatten wir dort bis zu unserem Weiterflug nach Lima einen Aufenthalt von fünf Stunden. Während dieser Zeit machten wir es uns bei McDonalds bequem, nutzten das WiFi und gönnten uns ein ausgiebiges McMenue... So liess es sich aushalten und die 5 Stunden vergingen wie im Fluge.
Pünktlich um 20.40 Uhr starteten wir nach Lima, wo wir eineinhalb Stunden später und ohne besondere Vorkommnisse landeten. Der Transfer wurde vom Hotel organisiert und nach ein paar Minuten Suchen hatten wir dann unseren Fahrer auch gefunden.
Ankunft in Lima
Keine halbe Stunde später erreichten wir unser Hotel für die kommenden vier Nächte... das 'INKAWASI'... äusserst nett und freundlich wurden wir von einem Herrn mittleren Alters in Empfang genommen und auf unser Zimmer im dritten Stock begleitet. Gebucht hatten wir das 'Deluxe Doppelzimmer mit Meerblick und Balkon'; von alledem hatte das Zimmer lediglich den Meerblick... :-)
Auf unsere Reklamation bezüglich des fehlenden Balkons wurde uns ein anderes Zimmer in der unteren Etage gezeigt. Das Hotel war sehr in die Jahre bekommen und mit den Fotos bei booking.com nicht mehr zu vergleichen. Über die Definition von 'Balkon' kann man sich hier auch streiten... es handelte sich lediglich um eine Art Erker... Zimmervorsprung... die Fensterfront konnte man allerdings komplett öffnen... von Balkon aber weitentfernt und Schatzi musste dennoch zum Rauchen vor die Türe...
Die Cheffin war sichtlich angefressen und maulig... da würde nur noch ein Weinchen die Stimmung heben können. Also machten wir uns auf unsere obligatorische Erkundungstour und schauten, ob eventuell noch ein Laden geöffnet hätte, schliesslich war es schon weit nach 23 Uhr. Ausser der Tankstelle allerdings hatte nichts mehr geöffnet... und das schrecklichste überhaupt war, dass die nach 23 Uhr keinen Alkohol mehr verkaufen dürfen.... aaaaaaaahhhhh.... die Laune der Cheffin war im Keller....
Einen Pluspunkt allerdings sollte man dem INKAWASI aber noch lassen... immerhin funktionierte das WLAN einigermassen und Netflix auf dem Smart-TV ebenfalls.... so war der Abend doch noch gerettet....
Bis morgen!
Dienstag, 29.11.2022
TAG 89
Auch wenn das Frühstück im 'Inkawasi' eher bescheiden war, wurde es uns doch mit einer aussergewöhnlichen Herzlichkeit serviert. Die Herren des Hauses gaben sich wirklich alle Mühe, unseren Aufenthalt so angenehm wir möglich zu gestalten.
Da es bei unserer Ankunft gestern ja leider schon dunkel war, hatten wir – bis auf den Weg zur Tanke – noch nicht viel gesehen. Der erste Weg am heutigen Morgen führte uns aber dennoch erst in die nächstgelegene Wäscherei... schliesslich wurden die Schlüpper knapp...
Danach aber ging es direkt zum Meer... durch den 'Parque Chino de Miraflores' spazierten wir am 'Malecón' entlang zum 'Parque del Amor'.
Der 'Parque Chino de Miraflores' ist erst im Februar dieses Jahres eröffnet worden. Weitläufig und mit vielen verschiedenen orignal chinesischen Elementen bietet er, unter anderem, einen Pavillon mit unsagbarer Aussicht auf den pazifischen Ozean und lädt ein, ein paar Minuten zu verweilen und dem Rauschen des Meeres zuzuhören.
Lima an sich ist bekannt für sein mässig warmes Klima, allerdings zumeist mit bedecktem Himmel; und genau dieses Wetter hat uns dieser Dienstag geboten.
Die Promenade an Limas Küste und die dazugehörigen wunderschön angelegten Grünflächen mit Spiel- und Sportplätzen bieten wirklich für jeden etwas... auch für uns. So liessen wir es uns nicht nehmen, eines der vielen Sportgeräte auszuprobieren. Die Cheffin hatte grosse Mühe... Schatzi aber absolvierte die Übung wie ein junger Gott... :-) Wie heisst es so schön: 'Der Wille zählt...'
Kurz danach waren wir auch schon am 'Parque del Amor'. Zwischen bunten Mosaikwänden und einem Blick auf die Bucht von Lima, auch 'Costa Verde' genannt, befindet sich eine überdimensional grosse Skulptur eines küssenden Paares. Dieser Park wurde vom 'National Geographic' zum einen der romantischsten Orte der Welt gewählt.
Parque del Amor, Lima
Hinter dem 'Park der Liebe' bogen wir links ab und marschierten weiter Richtung Miraflores Innenstadt. Dort besorgten uns im hiesigen 'Touristen-Informations-Center' auf der 'Avenida Diagonal' noch eine SIM-Karte um auch in Lima mobil zu sein.
Im Internet haben wir vom 'Katzenpark' – besser bekannt als 'Parque de John F. Kennedy' gelesen. Dort sollen sich nämlich hunderte Kätzchen rumtreiben... wir waren gespannt. Um dort hinzugelangen mussten wir die Strasse überqueren... Kätzchen gab es dort zuhauf und zuckersüsse... allerdings waren es keine hunderte. Hinter dem Park gab es einen Quarantänewagen für die Katzen, höchstwahrscheinlich verbringen da adoptierte Katzen die Tage bevor sie zu ihren neuen Familien kommen. Die schön angelegte Parkanlage ist durchaus einen Besuch wert, nicht nur wegen der Katzen. Wir schlenderten noch ein paar Strassen weiter... schliesslich wollten wir unbedingt noch schauen, wo sich das 'Atlantic City Casino' befindet... eventuell wollten wir morgen ein Spielchen wagen...
Die Tage in Lima wollten wir eigentlich dafür nutzen, etwas zur Ruhe zu kommen... das gelingt uns, erfahrungsgemäss, nur mittelmässig. Heute aber machten wir uns nachdem wir das Casino entdeckt hatten auf den Weg zurück in unser Hotel... währenddessen wurden wir von permanentem Autohupen begleitet... der Verkehr hier in Lima war wirklich brutal..
Unterwegs kamen wir noch an einem Weihnachtsladen vorbei... da hörte man schon von weitem das Christkind nach der Cheffin rufen. Da musste sie einfach rein... unbeschreiblich, was es dort alles gab... da gab es wirklich nichts, was es nicht gab... Wahnsinn!!! Fünf Sterne :-)
Im Hotel stand dann ersteinmal ruhen auf dem Programm, danach ging es noch in den Supermarkt um die Ecke... ein paar Snacks, Cola und ein Fläschchen Wein für die Cheffin und die Welt war wieder in Ordnung.
Über den 'Rappi' Lieferservice orderten wir unser Abendessen an diesem Tag. Zweimal Nudeln, einmal Reis mit Beilagen ==> ca. 14 Euro... allerdings mussten wir mit der Kreditkarte im Voraus bezahlen.... was wir bei der Lieferung aber schon wieder vergessen hatten und dem Kurier prompt nochmal die 60PEN in die Hand drückten... Wie der sich wohl gefreut hat könnt ihr euch ja vorstellen....
Nachdem sich auf unsere Nachricht niemand gemeldet hat, hatten wir dennoch die leise Hoffnung, dass sie unsere Kreditkarte für die Lieferung nicht belasten würden... Pech gehabt... wir haben doppelt geblecht. Naja, wenigstens war das Essen gut und so viel, dass wir noch am kommenden Abend was zu essen hatten.
Mittlerweile hatte sich auch die Cheffin mit den Defiziten des Hotelzimmers arrangiert und so genossen wir mit einem Gläschen Wein und Netflix den Rest vom Abend.
Mittwoch, 30.11.2022
TAG 90
Da sich bei Schatzi gestern Abend noch ein Gichtanfall angkündigt hatte, beschlossen wir für die kommenden Tage die grossen Strecken mit dem Taxi zurückzulegen und orderten deshalb direkt nach dem Frühstück ein Uber, welches uns in das 'Centro Historico' von Lima bringen sollte.
Vom Verkehr in Lima hatten wir ja gestern schon berichtet.... heute war es nicht besser und aufgrunddessen liess uns der Fahrer schon ein Stückchen vor unserem eigentlichen Ziel, dem 'Plaza de Armas' aussteigen... es war auch nicht mehr so weit zum gehen.
Das 'Historische Zentrum' hat uns mit seinem Charme sofort verzaubert... die Atmosphäre rund um den 'Plaza Grande' war unbeschreiblich... die Architektur, die Kathedrale, der Präsidentenpalast und auch der Palast der Stadtverwaltung... einfach alles... dieses 'Centro Historico' spielt einfach in einer ganz anderen Liga, als all die anderen der südamerikanischen Grossstädte, die wir während unserer Reise besucht oder vorher schon bereist hatten... wenn auch Mexico City uns mit einer überragenden Altstadt in ihren Bann gezogen hat, war Limas Altstadt dennoch ganz anders... ja, vielleicht kann man auch sagen, dass die beiden Städte in derselben Liga spielen... :-)
Aufgrund einer vorausgegangenen Demo war der 'Plaza de Mayor' heute allerdings für Besucher gesperrt... was uns aber nicht sonderlich störte... schliesslich konnte man so richtig tolle Erinnerungsfotos schiessen, ohne dass jemand durchs Bild oder vors Bild läuft.
Plaza de Armas, Lima
Dann trafen wir Pedro, ein armer Mann mittleren Alters, der uns quasi ein Gespräch aufdrängt, ohne den wir aber auch nie erfahren hätten, warum der Platz heute gesperrt war... er fragte uns nach ein paar Soles um sich etwas zu essen kaufen zu können... im Gegenzug brachte er uns an ein Geschäft, wo sich Schatzi, vermeintlich, günstige Zigaretten kaufen könnte... günstige Zigaretten gab es nicht, aber wir mussten sowieso etwas trinken... und löschten unseren Durst mit einer kühlen INCA-Kola.
Während wir uns aufgrund der Polizeipräsenz im Historischen Zentrum äusserst sicher fühlten, kamen uns diesbezüglich nach dem Überqueren der 'Puente de Piedra' Zweifel... hier schien das Leben anders zu laufen als auf der anderen Seite der Brücke... dennoch schlenderten wir noch ein Stückchen durch das Viertel...
Allmählich wurde der Handyakku leer und wir stellten fest, dass wir zwar unsere Powerbank mitgenommen hatten, aber leider das falsche Ladekabel in der Tasche hatten.
Das war aber auch kein Problem, denn in der Strasse waren jede Menge Geschäfte und Händler mit kleinen Ständen, bei denen man solche Kabel kaufen konnte.
Also gingen wir ein Stück weiter, bis wir den Stand eines Händlers erreicht hatten. Dort kauften wir ein Ladekabel. Der junge Mann, dem der Stand gehörte, warnte uns, wir sollten besser wieder zurück gehen. Wir wären in eine Richtung unterwegs, wo es gefährlich werden könnte, sagte er, man solle dort besser nicht hingehen.
Dankend verabschiedeten wir uns und befolgten seinen Rat.
Auf dem Rückweg entdeckten wir eine kleine Bäckerei mit leckeren Tortenstückchen...
Bevor wir wieder ins Historische Zentrum zurückgingen machten wir hier Rast und gönnten uns ein Stückchen Torte... die schmeckten allerdings so dermassen gut, dass wir im Anschluss direkt noch eins verdrückten... quasi Kalorien für den Rest des Tages... :-)
Nachdem wir für den Besuch der Kathedrale einen Eintritt zahlen sollten, waren wir uns einig, während unserer Reise schon genug Kathedralen von innen gesehen zu haben und beschlossen stattdessen, die 'Basilica y Convento de San Francisco' zu besuchen um dort an einer Besichtigung der Katakomben teilzunehmen.
Ausserdem hatten wir schon während unseres Spazierganges rund um den 'Plaza de Armas' in der Ferne ein überaus schönes Gebäude gesehen, welches wir uns unbedingt aus der Nähe betrachten wollten. Auf dem Weg dorthin kamen uns noch TV-Team mit Reportern entgegen, welche scheinbar einen Abgeordneten interviewten, welcher augenscheinlich gerade auf dem Weg in den Präsidentenpalast war. Oder war es vielleicht gar der Präsident selbst???
Das Gebäude, im übrigen die Bibliothek, war von innen ebenso schön wie von aussen. Ausserdem besticht sie mit einem grandiosen Lesebereich im Hinterhof.
Anschliessend ging es dann zur Besichtigung der Katakomben in der 'Basilica y Convento de San Francisco'. Die Hauptattraktion der dem seligen Franziskus geweihten Klosterkirche, erbaut 1657-1687, sind aber die 1951entdeckten Katakomben, in denen bis ins 19. Jahrhundert zigtausende von Toten bestattet wurden. Ein wenig gruselig war das schon, die ganzen Knochen und Schädel in den Gemäuern zu sehen.... aber auch sehr interessant. Schon allein des Klostergartens wegen sollte man diese Basilika während seines Lima Besuches auf dem Programm haben.
Plaza San Martín, Lima
Durch die Gassen der Altstadt machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: Der 'Plaza San Martín' sollte laut Dr. Google auch sehenswert sein... und das war er durchaus auch... so eine wunderschöne fast weisse Altstadt hatten wir zuvor nie gesehen. Auch was den Müll betrifft, ist Lima schon fast auffallend sauber. Während wir auf dem 'Plaza San Martín' noch ein wenig das Geschehen und den Trubel beobachteten, formierte sich langsam eine Demonstration rund um den Platz... wie wir den Bannern entnehmen konnten ging es unter anderem um die Bildung.... mehr konnten wir nicht in Erfahrung bringen, müssen wir auch nicht... wichtig ist, und das ist das, was den Deutschen schon lange abhanden gekommen ist.... das Volk hält zusammen und ist sich einig....
Langsam brach die Dämmerung herein... vorbei an der 'Iglesia de la Recoleta'... eine kleine schnuckelige Kirche, in der gerade das Weihnachtsdorf aufgebaut wurde, marschierten wir zum Denkmaldistrikt und riefen uns dort – inmitten dem ganzen Verkehrschaos – ein Uber, welches uns in die Wäscherei bringen sollte, denn unsere Wäsche war bereits seit dem Nachmittag zum Abholen bereit. Ausserdem wurden die Schmerzen in Schatzis Fuss zunehmend stärker.
Nachdem wir die Wäsche abgeholt und aufs Zimmer gebracht hatten, wollten wir noch einkaufen und Geld ziehen... dies bedeutete allerdings, dass wir noch einen kleinen Fussmarsch in Kauf nehmen mussten.
Ehe wir uns jedoch auf den Weg machten, legten wir noch einen kurzen Abstecher an den Malecón ein, um den zauberhaften Sonnenuntergang zu beobachten... Farben, wie sie nur der Himmel malen konnte.... einzigartig und wunderschön.
Unweit von unserem Hotel fanden wir dann auch noch einen Supermarkt, in dem es auch einen Geldautomaten gab... wunderbar... so hatten wir zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen...
Zum Abendbrot gab es die Reste vom Vortag, die heute, kalt, fast noch besser schmeckten als gestern.
Obwohl wir heute eigentlich langsam machen wollten hatten wir am Ende vom Tag, und trotz einiger Fahrten mit dem Uber, 20.000 Schritte auf dem Tacho... typisch wir...
Guts Nächtle...
Donnerstag, 01.12.2022
TAG 91
Auch heute entschlossen wir uns, nach dem Frühstück mit dem Taxi in den Stadtteil Barranco zu fahren.
Das Uber brachte uns bis zur 'Seufzerbrücke', der 'Puente de los Suspiros'... die Legende besagt, dass, wenn man es schafft, während dem Überqueren die Luft anzuhalten, einen Wunsch frei hat... und weil die Cheffin für derartige Legenden sehr empfänglich ist, gab sie alles und schaffte es selbstverständlich auch.. einst gebaut, um die zum Pazifik führende 'Bajada de los Banos' zu überqueren, ist diese schöne Holzbrücke heute ein Wahrzeichen der Region.
Auch die 'Iglesia la Ermita de Barranco' auf der gegenüberliegenden Seite der Seufzerbrücke fiel uns sofort auf... eine wunderschöne Kirche, die aber seit dem verheerenden Erdbeben von 1974 in ihrer Struktur so sehr beschädigt wurde, dass sie seither geschlossen ist.
Weniger spektakulär aber durchaus sehenswert war der benachbarte 'Parque Federico Villareal'; wie alle Anlagen in Lima, wunderschön angelegt, super in Schuss gehalten und absolut sauber.
Am 'Plaza de Barranco' stiessen wir auf eine überdimensional grosse Büste aus Pappmache.
Talana, eine imaginäre Gottheit, welche den Geist des Wassers verkörpern und an den präkolumbianischen Talana-Graben erinnern soll.
Wir spazierten noch ein wenig durch Limas böhmischen Stadtteil und bewunderten die sensationelle Streetart... mitunter absolute Oberklasse, was manche Künstler so an die Wände bringen... irgendwann waren wir an einer Treppe, welche hinunter an den Pazifik führte... entweder wir gingen dortlang oder wieder zurück...
Also beschlossen wir, uns in dem dortigen Restaurant,bei einem erfrischenden Getränk einfach dem Rauschen der Wellen zuzuhorchen. Was bei einem Aufenthalt in Lima absolut nicht unprobiert gelassen werden darf ist ein 'Pisco Sour'. Und direkt am Pazifik schmeckt dieser natürlich am allerbesten. Herrlich....!!!! Wie schön das Leben doch ist.... DANKE!!!!
Mit dem UberTaxi fuhren wir im Anschluss zurück nach Miraflores... wo wir in einem kleinen Strassencafe, bei einem kleine Snack und ein paar 'Pisco Sour' noch den Rest des WM-Spieles Spanien:Japan schauten; dass Deutschland aufgrund ihrer Leistung im Parallelspiel nicht weiterkommen würden, war uns eigentlich egal....
Zum krönenden Abschluss unseres Lima-Aufenthaltes hatten wir am Vorabend beschlossen, unsere Urlaubskasse im Casino aufzubessern... Ob unsere Rechnung wohl aufgehen würde???
Jedenfalls gingen wir nach dem Match ins 'Atlantic-City-Casino' und versuchten unser Glück... nach drei Stunden hatten wir zwar nicht den Jackpot geknackt, gingen aber dennoch mit 35$ Gewinn nach Hause und konnten beruhigt schlafen....
Morgen schon geht unser Abenteuer weiter...