18.11.2022 bis 24.11.2022 

Tag 78 bis 84

  • In Otavalo
  • Huch, der Markt ist weg
  • Baños de Agua Santa 
  • Parque de Iguanas - Der Echsenpark
  • Galápagos

Freitag, 18.11.2022 
TAG 78

Nachdem wir in unserem Hostel gut und ausgiebig gefrühstückt hatten, machten wir uns auf den Weg... heute sollte es für uns mit dem Bus nach Otavalo gehen.... 

Aufgrund unseres Gepäckes fuhren wir bis zum 'Terminal Terreste Carcelen' mit dem Taxi... 

Kaum angekommen hatten wir auch schon unseren Fahrschein in den Händen... 3$ pro Person. Die Fahrkartenschalter waren aneinandergereiht und jeder ist darauf aus, dem anderen die Kundschaft abzujagen. 


Kurze Zeit später stiegen wir auch schon in den Bus, der uns ins 100 km entfernte Otavalo bringen sollte...


Gegen 11 Uhr fuhren wir los und die Fahrt gestaltete sich mehr als komfortabel... die Sitze waren bequem und der Busfahrer machte einen guten Job... 


Zwischendurch stiegen immer wieder Fahrgäste ein, die dann mitunter nach ein zwei Kilometern wieder ausstiegen.. Busfahren gestaltet sich hier so einfach... es ist verrückt. Feste Haltestellen scheint es hier nämlich gar nicht zu geben... will man irgendwohin, winkt man einfach einem vorbeifahrenden Bus, erkundigt sich nach der Route und steigt, gegebenenfalls, ein... 


Während unsere Fahrt durch die unsagbar schöne Landschaft der Anden ging.... immer wieder bergauf und bergab... immer wieder Kurven, die enger nicht hätten sein können... Abgründe, von denen wir unserer Mutter lieber nicht berichten würden, dachten wir an 'Hannibal' (warum auch immer), und wie er vor Jahrtausenden mit seinen Elefanten die Alpen überquerte... 

In Otavalo

Etwa zwei Stunden später erreichten wir dann auch schon das Busterminal in Otavalo... Laut Navi wären wir nach einem Kilometer in unsem Hotel 'Mirador de Otavalo'. Die paar Meter sollten wir gut zu Fuss zurückgelegt bekommen... einfach nur geradeaus dem Strassenverlauf der 'Avenida Atahualpa' bis zur 'Calle Piedrahita' folgen und dann links abbiegen...


Während uns ein wunderbar buntes Markttreiben in Otavalo begrüsste, und uns mit seinem Charme verzauberte, konnten wir beim Abbiegen in die 'Calle Piedrahita' schon unser Hotel sehen... allerdings schien es nicht umsonst den Namen 'Mirador' was soviel heisst, wie Aussichtspunkt, zu haben ... die letzten etwa 300 Meter ging es steil bergauf... 


Zu unserem Pech fing es genau jetzt, kurz vor unserem Ziel, an zu regnen... etwas durchnässt und ziemlich aus der Puste, erreichten wir dann aber doch unsere Herberge für die kommenden zwei Nächte.

Begrüsst wurden wir von einem netten kleinen Ecuadorianer, dem Eigentümer des Anwesens, welcher uns nach dem Einchecken auf unser Zimmer geleitete... 'Amigo' wie man sich fortan nannte... :-)


Wieder kann man den Ausblick kaum in Worte fassen.... unsagbar schön einfach... wir konnten ganz Otavalo überblicken... dafür hatte sich der anstrengende Anstieg gelohnt... 
Die Luft ist hier nicht ganz so dünn wie in Quito.
Otavalo liegt auf einer Höhe von etwa 2500 m und damit nur circa 300-400 m tiefer als Quito, aber der Höhenunterschied ist deutlich spürbar.


Nach einer kurzen Akklimatisierung beschlossen wir dennoch, erneut hinunter ins Städtchen zu spazieren, um die Lage zu checken. Komischerweise waren wir gar nicht so ko...


Der Zauber von Otavalo ergriff uns schon, nachdem wir die ersten Strassen durchquert und die wundervollen bunten Häuschen bewundert hatten... und je weiter wir liefen umso mehr umgab uns der Zauber des kleine Städtchens.


Aufgrund des sagenumwobenen samstäglichen Wochen- und Viehmarktes waren wir eigentlich nach Otavalo gekommen. 

Schon heute konnten wir einen kleinen Einblick in das täglliche Marktgeschehen nehmen... bunt... traditionell und absolut authentisch. Allerdings will dir überall jemand irgendwas verkaufen... und, dass wir nur mit Handgepäck reisen und demzufolge nichts kaufen können, interessiert niemanden.


Ehe die Dämmerung hereinbrach beschlossen wir, in einem kleinen Fastfood-Restaurant noch unseren Hunger zu stillen... im Anschluss machten wir uns auf den Heimweg und somit wieder bergauf...

Ohne Reisegepäck und unnötigen Ballast war der Aufstieg gar nicht so schwer. 


Mit einem Gläschen 'Vino Tinto' genossen wir auf unserer Terrasse noch den Rest des Abends, ehe wir uns den Wecker für den morgigen Sonnenaufgang stellten.
Wir wollten früh aufstehen, um den Sonnenaufgang von unserem Balkon aus zu filmen.
Im Anschluss sollte es zum legendären Viehmarkt gehen.

Plaza Simon Bolívar, Otavalo

Samstag, 19.11.2022 
TAG 79

Als der Wecker an diesem Samstag um kurz vor sechs schellte, beschlossen wir, das Handy samt Stativ auf den Terrassentisch zu stellen, um den Sonnenaufgang in voller Länge aufzunehmen. Leider war es am Morgen etwas diesig, dennoch liess die aufgehende Sonne den gegenüberliegenden Vulkan in einem unsagbar magischen Licht erscheinen.

Um kurz vor sieben klopfte es an unserer Zimmertür. Es war Amigo. Er wollte wissen, ob wir unser Frühstück um halb acht oder um acht haben wollten. Wir wählten acht Uhr und dann fragte er, ob wir  nach unten kommen wollten, oder ob er es uns auf dem Zimmer sevieren sollten. Wiederum wählten wir Variante zwei.


Gegen Acht servierte uns unser 'Amigo' das Frühstück auf unserer Terrasse.
Obwohl es kaum zehn Grad so früh am Morgen waren, liessen wir es uns nicht nehmen, auf unserer riesigen Terrasse zu frühstücken.


Gut gestärkt machten wir uns im Anschluss auf den Weg zum legendären samstäglichen 'Viehmarkt in Otavalo'. Schatzi war vor einigen Jahren schonmal in Otavalo und kam beim Erzählen davon jedesmal ins Schwärmen. Schon vor unserer Abreise aus Deutschland war klar, dass wir während unseres Ecuador-Aufenthaltes unbedingt 
auf den 'Mercado de Animales' nach Otavalo fahren müssen.

Huch, der Markt ist weg

Auf dem Stadtplan legten wir schon am Vorabend unsere Route fest... ein Stückchen durch den Ort bis zur 'Panamericana', diese galt es zu überqueren und schon sollten wir, laut Plan, auf dem Viehmarkt sein. Otavalo ist ziemlich überschaubar und der Weg zum Viehmarkt sollte nur etwa einen Kilometer lang sein.

Während wir durch das morgendliche Otavalo spazierten, herrschte dort schon ein reges Treiben. Allerdings standen wir, nachdem wir die 'Panamericana' überquert hatten, auf einer leeren Wiese... weit und breit kein Vieh... na toll.... Sollte sich in den letzten zehn Jahren, oder vielleicht auch coronabedingt, soviel verändert haben? Der Viehmarkt jedenfalls war an seinem alten Platz nicht mehr zu finden.
Wir fragten eine ältere Dame, die des Weges kam, wo denn der Viehmarkt sei. Sie erklärte uns, dass dieser seit drei oder vier Jahren bereits nicht mehr an diesem Ort stattfinde.
Wir sollten uns ein Taxi behmen, sagte sie, es wäre zu weit zum laufen.

Dank 'Dr. Google' erfuhren wir vom 'New Animal Market', ebenfalls in Otavalo, aber am anderen Ende. Auf das bestellte UberTaxi warteten wir dann an der 'Panamericana', welches uns in zehn Minuten zum neuen Austragungsortes des 'Viehmarktes' brachte.
Leider war kein Uber verfügbar; weshalb das so war, haben wir nicht erfahren. Dann beschlossen wir, ein normales Taxi heranzuwinken. Der Preis für ein Uber Taxi sollte zweieinhalb Dollar betragen, also hatten wir schon mal eine Preisvorstellung für das normale Taxi.
Endlich kam eins und hielt an. Der Fahrer wollte drei Dollar für die Fahrt und wir willigten ein.


Für uns als deutsche Touristen war es schon makaber, dem Treiben zuzuschauen... da waren Hühner, Meerschweinchen, Gänse, Katzen... und andere Kleintiere in kleine Käfige gepfercht, die für die Anzahl der Tiere nicht kleiner hätten sein können... das Federvieh lag, an den Beinen zusammengebunden, auf dem Boden und wartete wohl darauf, von seinem neuen Besitzer mitgenommen und in den Kochtopf geworfen zu werden. 

Die kleinen süssen Meerschweinchen lagen, teilweise übereinander, in ihren Gitterboxen um sich einem ähnlichen Schicksal zu ergeben, diese gelten in Ecuador im übrigen als Delikatesse.

Mercado de Animales, Otavalo

Wie gesagt, wurde an diesem Samstag ausschliesslich mit Kleintieren gehandelt. In Schatzis Erinnerungen, wurden vor 10 Jahren noch Kühe, Schweine, Schafe und dergleichen feilgeboten. Schade eigentlich... wir jedenfalls machten uns schon nach kurzer Zeit wieder auf den Weg zurück nach Otavalo, schliesslich wollten wir heute auch noch den sagenhaften und im Internet als grössten Indiomarkt der Welt angepriesenen Wochenmarkt auf dem 'Plaza de los Ponchos' besuchen.


5,4 km zeigte uns das Navi an. Da es nur bergab zu gehen schien, entschieden wir uns, den Weg zu Fuss zurückzulegen. Bei gefühlten 30° Grand spazierten wir in der Mittagszeit also fast am Äquator einfach mal fünfeinhalb Kilometer querfeldein... uns wehte auch immer wieder ein kühles Lüftchen um die Nase, so dass wir die Hitze gar nicht so wahr genommen haben. 

El Mercado de Otavalo

Etwa zwei Stunden später erreichten wir das Zentrum von Otavalo und damit auch den 'Plaza de los Ponchos'... die Strassen waren gefüllt mit traditioneller ecuadorianischer Handwerkskunst... Ponchos, Mützen, Blusen, Schnitzereien, Schmuck und Bilder wurden neben den unzähligen Imbissständen zum Verkauf angeboten. 

Es herrschte ein wunderbar buntes Markttreiben in den Strassen und Gassen des idyllischen Städtchens, allerdings bezweifelten wir die Angaben bezüglich des 'grössten Indiomarktes der Welt'.... während wir nach ein zwei Stunden dem Markttreiben zugeschaut und die wunderbaren Handarbeiten bewundert hatten, überkam uns ein unsagbarer Durst. Also genehmigten wir uns auf dem Balkon einer kleinen Bar ein Bierchen. Das Wetter war so wunderbar und wir in Plauderlaune, dass es natürlich nicht bei einem geblieben ist. Ehe wir uns auf dem Heimweg machten, bummelten wir nach dem zweiten Bierchen noch ein bisschen über den Markt.

El Mercado de Otavalo

Ausnahmsweise konnten wir dem Drang nicht widerstehen und kauften ein paar kleine Souvenirs ein, die wir nach langer und harter Verhandlung schlussendlich zu einem akzeptablen Preis erhielten.

Auf dem Weg holten wir uns noch eine Kleinigkeit zum Abendessen und organisierten uns ein Taxi, welches uns auf den Hügel in unser Hotel bringen sollte... den Anstieg würden wir heute zu Fuss nicht mehr bewältigen... wir waren einfach zu ko... 


Das Abendessen auf der Terrasse brachte unsere Lebensgeister allerdings auch nicht wieder zurück... Unser Walk unter der Äquatorsonne hatte uns ganz schön geschafft und die zwei Bierchen in der Bar hatten uns den Rest gegeben. Wir beschlossen, uns für ein paar Minuten auszuruhen... drei Stunden haben wir gepennt...und sind auch an diesem Abend zu nix mehr gekommen. Wir liessen uns noch ein wenig von Netflix berieseln und chillten einfach nur unser Leben.

Sonntag, 20.11.2022 
TAG 80

Um halb acht wurden wir wach und wunderten uns wenig später, dass unser Amigo noch kein Frühstück auf's Zimmer gebracht hatte. Na gut, dachten wir, vielleicht ist ihm etwas dazwischen gekommen. Also warteten wir noch eine Weile. Um halb neun fragten wir unten an der Rezeption nach, ob es heute kein Frühstück gäbe. Amigo erklärte, es gäbe eine Besonderheit bei der Buchung und daher wäre nur ein Frühstück enthalten. Er zeigte es uns sogar auf seinem Telefon. So ganz blickten wir allerdings nicht durch, zumal unsere Spanischkünste auch nicht auf einem Top-Niveau sind. Also gaben wir uns erst einmal mit der Antwort zufrieden und gingen zurück auf's Zimmer. Später wollten wir uns mit booking.com in Verbindung setzen uns nachhorchen, wie denn die Sache zustande gekommen sei.
Glücklicherweise war noch etwas essbares vom Vortag vorhanden und wir konnten damit in den Tag starten.

Nach dem Frühstück war auch schnell alles gepackt und so gingen wir wieder nach unten um auszuchecken. Dann überraschte uns Amigo. Er wollte wissen, wo wir hinreisen würden. Als er erfuhr, dass es erst einmal nach Quito gehen sollte, bot er an, uns mit seinem Auto zum Terminal Terrestre zu bringen. Dankend nahmen wir an.
Nach 15 Minuten stiegen wir aus und bedankten uns für die Fahrt.

Amigo meinte, wir sollten nicht vergessen, ihn mit 10 Punkten zu bewerten.
Auch wenn die Sache mit dem Frühstück uns spanisch vorkam, muss man doch anmerken, dass Amigo sich immer darum bemüht hat, dass alles in Ordnung ist. Wenn das Internet nicht funktioniert hat und wir reklamierten, kümmerte er sich darum. Auch wenn es nicht immer geklappt hat, tat er doch alles, was in seiner Macht stand, um zu helfen. Ausserdem hatte er ja auch aus freien Stücken angeboten, uns zum Terminal Terrestre zu bringen. Obwohl er für die Fahrt nichts verlangte, gaben wir ihm zwei Dollar dafür.

Wir verabschiedeten uns von unserem Freund Amigo und suchten einen Bus nach Quito.
Einen der Leute dort, die wir fragten, bedeutete uns den Weg zum nächsten Bus nach Quito. Wir stiegen ein und wenige Minuten später -es war mittlerweile erst kurz vor 10-  ging die Fahrt los. Zwei Stunden sollte es dauern bis zum Terminal Carcelén im Norden von Quito.

Um kurz nach 12 kamen wir dort an. Nun mussten wir von diesem Terminal im Norden der Stadt zum Terminal Terrestre Quitumbe im Süden von Quito fahren, um von dort einen Bus nach Baños zu erwischen. Die Strecke betrug 42 km. Wären wir mit einem Bus gefahren, hätte die Fahrt einmal durch Quito etwa zwei Stunden gedauert und nur einen Dollar gekostet. So lange wollten wir nicht warten. Ausserdem ist es bequemer mit dem Gepäck in einem Taxi. Also schnappten wir uns eins. Für 15 Dollar brachte uns der Fahrer  vom einen ans andere Ende der Stadt.

Als wir am Terminal Quitumbe ankamen und ins Gebäude hinein gingen, kam ein Wachmann auf uns zu und fragte, wo unsere Reise hingehen sollte.
Als wir ihm erklärt hatten, dass wir nach Baños wollten, meinte er, wir sollten ihm folgen. Er brachte uns zu einem der vielen Ticketschalter. Dort fragten wir nach einer Fahrkarte nach Baños. Die Leute hinter dem Schalter zeigten uns an, dass wir auf die andere Seite gehen sollten. Der Wachmann, der uns die ganze Zeit begleitet hatte und immer noch bei uns war, ging wieder voraus, um den Weg zu zeigen.
Plötzlich hörten und sahen wir, wie eine Frau hinter einem der Schalter nach uns rief und uns heranwinkte. Also gingen wir zu dem Schalter und wollten dort unsere Buskarten kaufen. Dann ging eine Diskussion zwischen dem Wachmann und der Frau hinter dem Ticketschalter los und wir begriffen allmählich, was da im Gange war.

Terminal Terrestre Quitumbe, Quito

Wir waren nicht am richtigen Schalter angekommen. Dort, wo wir standen, gab es zwar auch Tickets nach Baños, aber die Fahrt wäre mit einer anderen Buslinie.
Wir zögerten kurz und schauten den Wachmann an. Er zeigte auf einen der Schalter, der weiter rechts von dem waren, an dem wir standen. Also begaben wir uns dort hin und kauften unsere Fahrkarten.
Wahrscheinlich ist es so, dass der Wachmann sich mit der Vermittlung von Kunden ein kleines Zubrot verdient.
Wir hätten die Karten schon an dem letzten Schalter zum gleichen Preis kaufen können.
Weil der Wachmann sich aber so gut um uns gekümmert hatte, wollten wir ihm auch seine Provision nicht vermiesen und wechselten dann den Schalter. 

Ein kleines Missverständnis

Die Abfahrt des Busses sollte bereits sieben Minuten später sein. Der Wachmann ging wieder voraus, um uns den Weg zum richtigen Bus zu zeigen. Die Chefin musste aber vorher erst noch einmal pullern. Das gaben wir dem Wachmann zu verstehen. Leider führte es zu einem Missverständnis.

Unser Ziel hiess Baños. 
"Toilette" heisst auf spanisch aber auch "baños". 

Dem Wachmann blind vertrauend, folgten wir. Dann mussten wir unsere Fahrkarten an einem Drehkreuz scannen, um hindurchgehen zu können. Wir bedankten uns bei dem Wachmann und er ging davon. Auf dem Weg zum Bus schauten wir, wo die Toiletten sein sollten. Wir fanden keine und fragten einen der Angestellten am Terminal. Dieser zeigte nun wieder in die Richtung, aus der wir gekommen waren. Also wieder zurück zum Drehkreuz. Dort gaben wir einem weiteren Angestellten zu verstehen, dass die Chefin dringend auf's WC muss.
Der Angestellte liess sie durch. Kaum am WC angekommen, merkte die Chefin dann, dass sie leider keine 25 Centavos für die Toilette dabei hatte. Das Gepäck wartete ja mitsamt dem Geld am Drehkreuz. Die Zeit wurde allmählich knapp. Schliesslich fand die Chefin doch noch das nötige Kleingeld in der Tasche und die Sache war geritzt.

Jetzt bloß schnell zur Bushaltestelle und einsteigen. Das klappte dann auch. Es war sogar noch genügend Zeit, an einem der Stände, die sich an den Bushaltestellen befinden, zwei Flaschen Wasser für die Reise zu organisieren.

Die Reisebusse in Südamerika sind sehr komfortabel und so vergingen die dreieinhalb Stunden Fahrzeit wie im Flug.Baños de Agua Santa


Baños de Agua Santa

So gegen 18 Uhr kamen wir dann in Baños an.
Der vollständige Name von Baños lautet "Baños de Agua Santa".
Baños ist eine kleine Stadt mit knapp 20.000 Einwohnern in der Provinz Tungurahua.
Sie liegt auf einer Höhe vom etwa 1800 m über dem Meeresspiegel am Fuße des Vulkans Tungurahua.
Das ganze Jahr über herrscht dort ein angenehmes warmes Klima tagsüber. Am Abend und bei Nacht kann es allerdings kühl werden.

Vom Busbahnhof in Baños waren es nur dreihundert Meter bis zu unserer Unterkunft Hotel Flor de Oriente. Es war schon fast dunkel, als wir das Hotel erreichten. Hier sollten wir leider nur zwei Nächte bleiben.
Unser Zimmer war hübsch eingerichtet und sehr komfortabel. Hier gefiel es uns. 

Kaum war das Gepäck im Zimmer abgeladen, machten wir uns auf zum obligatorischen Erkundungsgang. Es war kühler geworden, aber nicht kalt. Wir liefen wieder in Richtung Busterminal, von wo wir gekommen waren. Am Terminal marschierten wir vorbei, überquerten die Hauptstraße und waren direkt an der Schlucht, die vom Río Verde durchflossen wird. Den Ausblick zu beschreiben, ist leider nicht möglich. Am besten schaut man sich die Fotos an.

Río Pastaza, Baños de Agua Santa 


Mehr als eine Stunde spazierten wir entlang der Schlucht und gingen über die Brücke, die auf den Fotos zu sehen ist. Die Dämmerung war hereingebrochen und schnell wurde es dunkel. 
Wir machten uns auf den Weg zurück ins Hotel. Trotz dem wir heute eine angenehme Reise hatten, war der Tag doch anstrengend gewesen.
Unterwegs kamen wir noch an einem der vielen Touranbieter vorbei. Zwei Männer standen vor der Tür auf der Straße und waren noch auf der Suche nach Kundschaft. Sie sprachen uns an und wir hatten das Glück, die mit Abstand billigste, beste und kürzeste Tour für den nächsten Tag zu buchen. 
Dazu gibt es morgen mehr.

Montag, 21.11.2022 
TAG 81

Um halb elf sollte heute unsere 'Ruta de la Cascadas' starten. Mit uns stiegen noch sieben weitere Teilnehmer in unseren 'Partybus'... ein LKW, dessen Ladefläche mit sechs Bankreihen ausgestattet war... vorne und hinten jeweils ein riesiger Lautsprecher, von denen wir während unserer Tour ordentlich beschallt werden sollten. Wir kletterten auf die hintere Reihe, hatten wir doch bei unserer Stadtrundfahrt in Mexico-City bemerkt, dass man von dort die beste Aussicht hat.


Die Stossdämpfer unseres Busses waren dermassen abgenutzt, so dass wir jedes Schlagloch und jeden Stein zu spüren bekamen, während wir durch das zentrale Hochland von Ecuador fuhren.


Vorbei an der heiligen Quelle 'Termas de la Virgin' führte unsere Route entlang dem tiefen Canyon vom 'Rio Pastaza'... am Fusse des 'Tungurahua', dem noch immer sehr aktiven Vulkan der Ost-Kordilleren im oberen Amazonasbecken. 

Überwältigt von der sagenhaften Landschaft und begleitet von zwei 'Anden Kondoren' blickten wir während der Fahrt aus schwindelerregender Höhe hinab in den Canyon... Einfach grandios.


Zwischendrin wurden immer wieder kleinere Pausen gemacht. Es standen verschiedenen Aktivitäten an verschiedenen Orten zur Auswahl. Man konnte sich in ein UFO setzen um über den Canyon zu schweben, sich in einer Art Gitterball festschnallend in die Schlucht schiessen lassen oder per Zipline über den Abgrund fliegen... Uns hat das 'Zuschauen' gelangt.


Der nächste Stopp führte uns in einen kleinen Laden, in dem verschiedene hausgemachte Leckereien zur Verkostung und zum Verkauf angeboten wurden... wir entschieden uns für ein leckeres Likörchen und ein paar Knabbereien.


Die Fahrt ging weiter durch das wunderschöne Hochland der Anden, wir fuhren durch Tunnel, die einfach nur in den Berg gehauen zu sein schienen... einfach traumhaft... konnte uns mal jemand kneifen???? 


Die Station der 'Cable Car' sollte der nächste Stopp sein. Hier waren wir dann auch soweit und stiegen mit acht weiteren Fahrgästen in einen Korb, in dem wir über die Schlucht des 'Rio Pastaza' gleiten sollten...

Dem Himmel so nah und dem Gefühl fliegen zu können, schwebten wir in diesem Korb, frei von Raum und Zeit hinüber zur anderen Seite des Canyons... dort stiegen zwei der Fahrgäste aus, während zwei neue Fahrgäste einstiegen um mit uns wieder über die Schlucht zurückzuschweben.... Völlig berauscht von dem gerade Erlebten stiegen wir wieder zurück in unseren Bus und fuhren weiter zum Highlight der Tour dem 'Pailon del Diablo' der 'Strudel des Teufels', einem beeindruckenden Wasserfall, welcher aus drei Wasserfällen mit gleicher Fallkraft besteht, die sich zu einem reissenden Strudel bilden.


Vom Parkplatz marschierten wir los... für 2$ Eintritt sollten wir in einer Dreiviertelstunde den Park rund um den 'Pailon del Diablo' erkundet haben, denn dann würde der Bus wieder zurückfahren. Ob wir das schaffen würden??


Strammen Schrittes wanderten wir entlang den Stromschnellen über Stock und Stein hinunter zum Wasserfall. Während man ihn auf dem Weg dorthin durch das Dickicht der Bäume und Sträucher nur erahnen konnte, war sein Tosen schon aus der Ferne zu hören.


Nach etlichen hunderten Metern bergab standen wir dann plötzlich vor der ersten von zwei Hängebrücken, die es zu überqueren hiess, um an den Wasserfall zu kommen. Und wieder erlebten wir ein Panorama der Weltklasse... eingerahmt mitten in den andinen Ost-Kordilleren stürzte ein Wasserfall hinab in die Tiefe... und damit wir dieses Spektakel aus unmittelbarer Nähe beobachten konnte, überquerten wir die furchteinflössende Hängebrücke leichten Fusses... 

El Pailón del Diablo

Die Teufelsschlucht

Nun galt es nur noch, die steile Treppe zu überwinden und wir standen direkt neben dem Wasserfall, der mit lautem und ohrenbetäubendem Getöse in die Tiefe stürzte. Mitten im ecuadorianischen Regenwald standen wir und konnten nicht fassen, was wir gerade erlebten... die wunderbaren Regenbogen, die sich vor dem satten Grün des Urwaldes über der Gischt bildeten, werden uns für immer in Erinnerung bleiben. Es war fantasisch!!!


Mit unserem tollen Bus und noch tollerer Beschallung ging es gegen 13 Uhr wieder zurück nach Banos... Diese Tour sollte bis dahin die beste und günstigste Tour unserer Reise gewesen sein.


Zurück im Hotel nahmen wir, beim Schlüssel holen, noch unsere Wäsche in Empfang, welche wir am Morgen zum Waschen abgegeben hatten. Das nennt sich mal Express... 


Nach einer kurzen Pause auf unserem Zimmer beschlossen wir, noch einen Spaziergang zur 'Cascada de la Virgen' zu machen. Während unserer Tour sind wir dort leider 'nur' vorbeigefahren. Dieser Wasserfall ist nämlich der einzige in Ecuador, welcher sich in einem Stadtgebiet befindet.

Aufgrund einer Marienerscheinung im achtzehnten Jahrhundert in der Nähe des Wasserfalles wird dem Wasser eine heilende Wirkung nachgesagt. Man spricht vom 'Heiligen Wasser des Lebens'. Wir liessen es uns selbstverständlich nicht nehmen, die Wunderwirkung des heiligen Wassers zu testen und nahmen einen kräftigen Schluck aus der Quelle....


Die Brunnen vor dem Wasserfall dienten zur damaligen Zeit ausserdem zum Wäschewaschen.


Wir machten noch einen kurzen Abstecher in die Kirche 'Nuestra Senora del Agua Santa', ehe wir wieder auf unser Zimmer gingen.


Bis morgen!

Dienstag, 22.11.2022 
TAG 82

Einen Flug nach Galápagos hatten wir für den 24.November 2022 gebucht. Um dorthin zu kommen, reist man am besten nach Guayaquil im Süden des Landes. Von dort aus kann man direkt eine der Galápagosinseln per Flugzeug erreichen. Wir hatten keine Eile an diesem Morgen. Unsere Bustickets hatten wir bereits gestern gekauft. 12 Dollar pro Person kostet eine Fahrt, die zumindest laut Personal der Buslinie sechs Stunden dauern sollte. 


Wenn man schon des öfteren mit südamerikanischen Buslinien unterwegs war, weiss man allerdings, dass die Fahrzeiten durchaus variieren können. Während die Abfahrtszeiten einigermaßen eingehalten werden, kann sich die Ankunftzeit gelegentlich nach hinten verschieben.

Insbesondere bei längeren Fahrzeiten macht sich das umso mehr bemerkbar, weil unter anderem spontane Stopps eingelegt werden, um beispielsweise eine Toilette aufzusuchen.


Da wir schon frühzeitig aus den Federn gekommen waren, gingen wir nach dem Frühstück im Hotel gegen halb zehn los, um für Schatzi einen neuen Rucksack zu kaufen. Der alte zeigte bereits nach drei Wochen Reise erste Verschleisserscheinungen. Einer der Tragegurte begann schon auszureißen und während der folgenden Wochen war dann ein Loch entstanden, dass immer größer wurde.


Jetzt musste ein neuer Rucksack her. Am Tag unserer Anreise hatten wir schon einen Laden ausfindig gemacht, in dem ein schicker Rucksack zu haben war. Eigentlich wollten wit ihn schon gestern kaufen, aber der Laden war aus irgendeinem Grund geschlossen.

Bis zu dem Geschäft waren es nur etwa zweihundert Meter zu gehen. Leider war immer noch geschlossen. Also gingen wir wieder zurück ins Zimmer und schauten noch ein wenig die Fußball-WM im live stream. Ausnahmsweise funktionierte das Internet zumindest soweit, dass man eine einigermaßen brauchbare Bildqualität hinbekam.


Gegen viertel vor zwölf machten wir uns auf den Weg zur Rezeption zum Auschecken. Leider war niemand anwesend und die Tür, die zu dem Raum mit der Rezeption führte, war abgeschlossen. Neben der Tür gibt es eine Klingel, die wir mehrmals betätigten in der Hoffnung, dass bald jemand käme. Dem war aber nicht so und nachdem zehn Minuten später immer noch niemand erschienen war, beschlossen wir, den Zimmerschlüssel und die TV-Fernbedienung einfach dazulassen und zum Busterminal zu gehen. In der Tür, die mit mehreren kleinen Scheiben verglast ist, fehlt etwas unterhalb der Klinke eine dieser Scheiben. Schon einige Male hatten wir gesehen, dass ein Angestellter die Tür von aussen öffnete, indem er durch das „Loch“ in der Tür hindurch griff und die Klinke von der innenseite betätigte.


Also benutzten wir auch jenes Loch, um Schlüssel und Fernbedienung in dem Raum auf dem Boden abzulegen. Dann verliessen wir das Hotel.


Unterwegs kamen wir abermals an dem Rucksackladen vorbei. Das Rolltor vor dem Eingang war erst halb geöffnet und ein älterer Mann stand davor. Wir fragten, ob geöffnet sei und er bejahte. Schnell war der passende Rucksack gefunden. Er sollte 58 Dollar kosten. Viel Zeit, um den Preis zu verhandeln hatten wir nicht mehr, aber für den Satz „Es muy caro“ (Das ist sehr teuer) war allemal Zeit. Der Mann bot sogleich an, den Rucksack für 55 Dollar herzugeben und wir waren einverstanden. Immerhin drei Dollar weniger. Wir plauderten noch ein wenig und erfuhren, dass er eine Tochter hat, die in Düsseldorf wohnt.

Die Zechpreller

Endlich konnte es zum Bus gehen. Als wir schon einige Minuten dort waren, kam plötzlich ein junger Mann zu uns und sagte, unser Hotelzimmer wäre noch nicht bezahlt. Der Hotelchef hatte ihn losgeschickt, um uns zu finden. Wir hatten total vergessen, dass die Rechnung noch offen war!


Da wir kurz vorher den Rucksack gekauft hatten, war nicht mehr genug Geld da, um das Zimmer bar zu bezahlen. 

Schatzi ging also mit dem jungen Mann mit zum Hotel und dort wartete auch schon der Chef. Die Sache war schnell geklärt und der Boss entschuldigte sich mehrere Male und sagte, es wäre seine Schuld gewesen, dass die Rezeption nicht besetzt war. Glücklicherweise konnte man mit Kreditkarte bezahlen, allerdings kostete das sechs Dollar Aufschlag, aber die Zeit war zu knapp, jetzt noch einen Geldautomaten aufzusuchen.


Nun konnte es also lossgehen nach Guayaquil.

Die Fahrt war angenehm und nach etwa drei Stunden erfolgte ein zwanzigminüter Stopp an einer Tankstelle.

Wir kauften dort ein paar belegte Brötchen, die wir gleich im Anschluss während der Fahrt futterten.
Etwa eine Stunde vor Ankunft in Guayaquil durchquerten wir eine endlos scheinende Bananenplantage. Rechts und links des Weges war nichts anderes zu sehen, als Palmen, an denen Bananen wuchsen.

Insgesamt dauerte die Fahrt fast sieben Stunden und als wir gegen halb acht am Terminal Terrestre in Guayaquil ankamen, war es schon eine ganze Weile dunkel draussen.


Das Terminal dort ist riesig und die Busse fahren auf zwei Ebenen ab. Wenn man nicht wüsste, dass es ein Busterminal ist, könnte man denken, es ist ein Flughafen.

Terminal Terrestre de Guayaquil

Es sieht eher aus, wie eine Shopping Mall

Wir fanden tatsächlich irgendwann den Ausgang und ein Taxi brachte uns für 6 Dollar zum Hotel Las Peñas.

Das Zimmer, das wir bekamen, war fast so gross wie das Busterminal und es gefiel uns richtig gut.


Dann machten wir uns auf den Weg, um noch ein paar Sachen einzukaufen und fanden an der nächsten Ecke auch schon einen Tia-Supermarkt. Als wir hinen wollten, kam ein Mann in Uniform auf uns zu und erklärte, dass der Laden schon geschlossen habe. Der Eingang war schon mit Einkaufswagen verbarrikadiert, damit keine weitere Kundschaft mehr hineinginge. Es war kurz bach acht und die letzten Kunden standen noch an den Kassen. Enttäuscht gingen wir weiter auf die Suche nach einer Einkaufsmöglichkeit, beschlossen aber nach ein paar Minuten, in denen wir nichts fanden, zum Hotel zurückzukehren. Wir kamen wieder an dem Tia-Supermarkt vorbei und der uniformierte Mann sah, dass wir noch immer auf der Suche zu sein schienen. Er sprach uns an und fragte, was wir denn bräuchten. Wir erzählten, dass wir gerade in Guayaquil angekommen seien und lediglich ein paar Getränke benötigten.

Daraufhin liess er uns in den Laden und wir kamen doch noch an unsere Getränke.



Morgen wollen wir in den Parque de Iguanas, einen kleinen Park in Guayaquil, in dem hunderte Echsen beheimatet sind.

 

Heute, am Montag, 28.11.2022 sitzen wir gerade am Flughafen in Guayaquil. Soeben sind wir von Galápagos zurückgeflogen und warten jetzt knapp sechs Stunden auf den Flug, der uns nach Lima bringen soll. Es ist jetzt etwa 15 Uhr.
Fast die ganze Zeit, während der wir in Ecuador verbracht haben, waren fast alle Internetverbindungen richtig grottenschlecht. Am schlimmsten war es auf den Galápagosinseln. Nach zahllosen Versuchen, eine gute Verbindung hinzukriegen, gaben wir es irgendwann auf; und so schön auch alles andere dort war, sind wir froh, dass wir endlich wieder  hier am Flughafen WLAN zur Verfügung haben, welches auch vernünftig funktioniert. Letztendlich hat das alles dazu geführt, dass unser online-Tagebuch fast eine Woche im Rückstand ist. Obwohl wir das Tagebuch offline weitergeschrieben haben, gilt es jetzt , die fehlenden Tage nachzutragen.

Und mit eben diesen geht es jetzt weiter.

Mittwoch, 23.11.2022
TAG 83
 

Weil wir Guyaquil ja nur als Zwischenstopp eingeplant hatten, stand heute für uns auch nicht viel auf dem Programm. Der 'Parque de Iguanas', dem von Schatzi so lobgebpriesenen Echsenpark an der 'Cathedral Catolica Metropolitana', war ein absolutes 'Must See' in Guayaquil. Den muss man gesehen haben.


Nach einem eher mickrigen Frühstück im Hotel machten wir uns also auf den Weg zu den Echsen... Der 'Parque Seminario', wie der Echsenpark offiziell genannt wird, ist eine sehr schöne Parkanlage... angelegt mit ganz viel Liebe zum Detail und mit ganz viel Liebe und Rücksicht auf die Echsen und mittendrin ein feudales Denkmal zu Ehren von 'Simon Bolívar'.

Parque de Iguanas - Der Echsenpark

Irgendwann wurden von den Galapagos-Inseln Echsen aufs Festland mitgebracht und schlussendlich im besagten Park ausgesetzt. Dort fanden sie ihr neues zu Hause, passten sich ihrem neuen Umfeld an und pflanzten sich im Laufe der Jahre immer weiter fort... 

Das fürsorgliche Personal des Parkes versorgt sie tatsächlich auch immer mit frischer Nahrung... und dass sich die kleinen Urgesteine dort sauwohl fühlen, ist nicht zu übersehen... ja, es ist fast so, als wäre man bei ihnen zu Besuch.... die tummelten sich wirklich überall... man musste echt aufpassen, wohin man trat... selbst vor den Bäumen wurde nicht halt gemacht. Also musste man auch immer einen wachsamen Blick nach oben haben.... :-)

Parque de Iguanas in Guayaquil

Der selbsternannte, parkeigene Fotograf, ein älterer Herr, bot sich an, ein spektakuläres Foto von uns zu machen... unser Handy eingespannt in seinem Selfiestick vor die Echse gestellt, positionierte er uns ein paar Meter weiter und wies uns an, in die gegenüberliegende Baumkrone zu schauen... 

Was dann im Endeffekt auf dem Foto so aussah, als würden wir vor einer Riesenechse stehen... eine sensationelle Idee, allerdings war der nette Herr mit der Technik doch nicht so firm, wie er im Vorfeld ausgab.

Am Ende war dann tatsächlich nur ein einziges brauchbares Foto dabei.... dieses war aber zumindest gut gelungen... und er zeigte uns ja auch noch die Echsenbabys, welche sich der Farbe des Bananenbaumes angepasst hatten und die wir mit blossem Auge selbst nicht erkannt hätten... so herzig und so grün... :-)
Für seine herausragende Leistung bedankten wir uns bei ihm mit zwei Dollar.

Vorsicht, Ungeheuer ! ! !

So verrückt es klingt, aber man kann wirklich stundenlang dem Treiben und Getummel der Echsen zuschauen.... wieder ein aussergewöhnliches Erlebnis, mit dem wir unsere Liste vervollständigen konnten.

Wir mussten uns wirklich von dem Treiben loseisen, sonst würden wir wahrscheinlich heute noch im 'Parque de Iguanas' sitzen und uns des Lebens freuen....


Nachdem wir es dann auch tatsächlich übers Herz brachten, den Echsen 'Lebewohl' zu sagen, schauten wir noch kurz in die 'Cathedral Catolica Metropolitana'... dort war aktuell gerade Messe, welche wir mit unserem Besuch ungerne stören wollten. So zogen wir weiter in Richtung 'Malecón', der Hafenpromenade von Guayaquil. Vorbei an den kolonialen Prunkbauten des Rathauses, der Provinzverwaltung, der Stadtverwaltung und der Vertretung der Landesregierung spazierten wir vom 'Torre de Reloj', dem Uhrenturm von Guayaquil und Blick auf den 'Rio Guayas' zum städtischen Vergnügungspark... schliesslich wollten wir noch eine Runde mit dem Riesenrad drehen.


Zwischendrin machten wir noch Rast in einem der vielen Cafes auf dem Malecón und gönnten uns ein fettes Stück Kuchen.... hmmmmm 

Warm war es an diesem Tag und wir waren die Hitze gar nicht mehr so gewöhnt, umso mehr nahm uns der Spaziergang entlang der Uferpromenade in Anspruch.... 


Während unserer Fahrt mit dem Riesenrad hatten wir, wie sollte es anders sein, einen überragenden Blick auf Guyaquil und die Umgebung... wir blickten hinab auf die längste Brücke Ecuadors, der 'Puente Rafael Mendoza Aviles' – die 'Brücke der Nationalen Einheit'... und die erst im letzten Jahr eröffnete Seilbahn, welche Guayaquil mit der angrenzenden Stadt Durán verbindet und als öffentliches Verkehrsmittel genutzt wird.... im übrigen waren wir an diesem Tag im Vergnügungspark von Guyaquil die einzigsten Gäste und hatten somit auch das Riesenrad 'La Perla' ganz für uns alleine. Im Schneckentempo drehten wir die Ehrenrunde und genossen einfach den Rundumblick über Guyaquil.


Zurück im Hotel wollten wir es einfach nur noch gemütlich... glücklicherweise war das hoteleigene WLAN schnell genug, so dass wir noch ein wenig an unserem Reisetagebuch arbeiten und unser Netflix-Abo ausnutzen konnten.


Allerdings zwang uns der aufkommende Hunger zum Handeln. Und so probierten wir an diesem Abend das erste Mal, Essen über 'Uber Eats' zu bestellen..... und es hat funktioniert und war sogar noch sehr lecker.... 


Nun konnten wir beruhigt und ohne knurrenden Magen zu Bett gehen... morgen endlich geht es auf die Galapagos-Inseln... wir sind gespannt!


Guts Nächtle liebe Leute!


Donnerstag, 24.11.2022 
TAG 84 

Leider fiel auch unser heutiges Frühstück im Hotel Las Peñas

eher mickrig aus. Das störte uns allerdings herzlich wenig... immerhin stand unser nächstes Ziel kurz bevor. Ein UberTaxi brachte uns um kurz nach neun zum Flughafen nach Guyaquil.... um 12.40 Uhr sollte unser Flieger auf die Galapagos-Insel Baltra starten... die Vorfreude war viel grösser als der Ärger wegen des mickrigen Frühstücks... :-)

Da wir uns schon am Vorabend eingecheckt hatten, konnten wir uns direkt die Schlange für die 'Transitkarte' nach Galapagos stellen. Diese kostete uns 20$ pro Person... 
Mit dieser im Pass machten wir uns auf den Weg durch die Sicherheitskontrolle... ruck zuck waren wir durch, denn man musste rein gar nichts auspacken... keine Flüssigkeiten, keine Laptops etc. Wir waren froh, als wir wenige Minuten später an unserem Gate ankamen. Doch da wartete dann der nächste Schock... wir waren ein wenig im 'WWW' unterwegs, als plötzlich unsere Namen durch die Lautsprecher erschallten... wir mögen doch bitte zum Gate kommen... na los...
Dort erklärte man uns, dass wir wohl angeblich die falschen Flugtickets gekauft hätten... und zwar wären unsere Tickets nur für Bürger Ecuadors gültig. Hä????? Bei der Buchung gibt man alles ein... Name, Anschrift, Staatsangehörigkeit.... das war doch wohl ein Witz!!!
War es wohl nicht... Wollten wir also weiter nach Baltra fliegen, müssten wir einen Aufpreis von 300$ bezahlen... Nach kurzer Beratschlagung zahlten wir die 300$... schliesslich waren wir unserem Traum gerade soooo nahe... Dennoch fühlten wir uns abgezockt...

Randbemerkung: Auch bei den Eintrittsgeldern für die verschiedenen Attraktionen und Sehenswürdigkeiten verhält es sich in Südamerika ähnlich wie bei den Flugtickets... Einheimische zahlen deutlich weniger, meist sogar nur die Hälfte, als die Touristen... das stelle sich doch mal einer in Deutschland vor... da wäre doch gleich von Rassismus die Rede, oder etwa nicht?

Schatzi war natürlich sehr aufgebracht und machte seinen Unmut darüber den Mitarbeitern von AVIANCA auch lautstark (aber höflich) bemerkbar. Wahrscheinlich hatten diese dann ein schlechtes Gewissen und buchten uns in die erste Klasse um... so flogen wir auf den Plätzen 1A & 1B auf die Galapagos-Inseln... das war natürlich auch nicht schlecht... allerdings war der Airbus mit 20 Passagieren auch nicht ausgelastet... und nur deshalb konnten wir auch 'Firstclass' fliegen...

Das hat uns schon sehr stutzig gemacht... landen wir doch gleich auf dem weltweit ersten ökologischen Flughafen. Wo Klimaanlagen und Elektrizität durch Solarenergie und Meeresbrise ersetzt werden... widerspricht sich da nicht ein Airbus, der gerade mit 10% seiner eigentlichen Kapazität dorthin fliegt??? 

Galápagos

Etwa zwei Stunden später erreichten wir den Flughafen Seymour auf der Insel Baltra (auch Echseninsel genannt). Allerdings ist der Flughafen auch das einzige, was sich auf der kleinen Insel befindet... 
Nach dem Aussteigen wurden wir an den Eintritt für den Nationalpark geleitet... Kostenpunkt: 100$ pro Person... kein Pappenstiel. Danach ging es direkt weiter: um mit dem Bus zum Fährenterminal, von wo aus wir dann zur 'Isla Santa Crus' übersetzen sollten, zu gelangen, mussten wir zunächst zum Ticketcorner, um ein Busticket zu lösen... wieder 5$ pro Person. Innerhalb zehn Minuten sassen wir auch schon auf dem Boot, welches uns auf die andere Seite bringen sollte. Für die Fahrt zahlten wir pro Person 1$. Während der Überfahrt lernten wir zwei Touristen aus Spanien kennen, welche uns fragten, ob wir auf dem Festland ein Taxi teilen wollten... dieses würde nämlich nochmal 25$ kosten und diese konnten wir uns so teilen... wir waren auf jedenfall einverstanden.

Auf 'Santa Cruz' angekommen warten, wie überall, schon die Taxifahrer auf die ankommenden Touris... zumeist grosse Pickups mit Ladefläche und Platz, um mindestens 4 Fahrgäste zu transportieren... ich vermute, dass ansonsten der ein oder andere auf der Ladefläche mitgenommen wird... was bei uns glücklicherweise nicht der Fall war.
Während der Fahrt bot uns der Fahrer an, uns noch eine kleine Privattour zu drei Spots auf der Insel an, die sowieso auf unserem Weg lagen. Die Kosten würden wir ebenfalls wieder hälftig teilen, und so kostete uns die Fahrt mit Tour am Schluss insgesamt 30$... das sollte mal zur Abwechslung ein guter Deal gewesen sein.

Der erste Stopp führte uns in das üppig grüne Hochland der Insel zu den 'Los Gemelos' oder auch 'Double Craters'. Die Zwillingskrater liegen sich auf der Hauptstrasse von Santa Cruz gegenüber. Vom Parkplatz erreicht man über einen kurzen Pfad die jeweiligen Aussichtspunkte. 

Das irreführende ist allerdings, dass die 'Los Gemelos' im eigentlichen Sinne keine Krater sind, sondern sogenannte Senklöcher. Vor langer Zeit war Santa Cruz noch ein aktiver Vulkan... es floss Lava von der Spitze des Hochlandes bis zur Küste. Wenn sich die obere Lavaschicht langsam bewegt und verfestigt bilden sich sogenannte Lavatunnel und Magmakammern, während die darunter liegende Lava weiterfliesst. Hohle Kammern werden somit von einer dünnen Schicht erstarrter Lava bedeckt. Aufgrund von tektonischen Veränderungen und Eruptionen brach bei den 'Double Craters' dieses dünne Lavadach zusammen und gab die riesigen Dolinen frei, welche man heute besuchen kann. 


Wir hatten zwanzig Minuten Zeit, um auf Darwins Spuren durch den, von invasiven Pflanzen gefährdeten, Scalesia-Wald zu spazieren. Bedeutsam für die Darwin-Finken und weitere Spezies der Insel gelten die Scalesiabäume als die Schlüsselart zu den Insel-Ökosystemen.


Im Anschluss an diesen faszinierenden Spaziergang fuhren wir in das 'El Chato Giant Tortoise Reserve'... El Chato ist die Heimat von hunderten Galapagos-Riesenschildkröten... hier leben sie völlig frei in ihrem natürlichen Lebensraum. Auf dem 12 Hektar grossen Areal können die sanften Riesen nach Herzenslust umherstreifen. Sattgrüne Wiesen in den Scalesia-Wäldern und Schlammpfützen, in denen sie der Mittagssonne entfliehen oder ihre Nachtruhe verbringen. 

Wir wurden während unserer Tour durch das Reservat von einem Führer begleitet und erfuhren so eine Menge über das Reservat, die Schildkröten und ihr Leben dort. Das Reservat ist zwar eingezäunt, jedoch so, dass die Tiere jederzeit auch in das Umland spazieren könnten. Aufgrund der Bedingungen auf der Ranch sind bislang allerdings nur wenige der Riesen auf Abwege geraten.


Es war fantastisch den Schildkröten beim 'Schlafengehen' zuzusehen... nacheinander begab sich eine nach der anderen in die Richtung der Schlammlöcher.... herzallerliebst :-)


Die dritte und letzte Station unserer Tour führte uns zu einem 'Lavatunnel'. Genauso wie die Dolinen der 'Double Craters' entstanden diese durch sich langsam bewegende und verfestigende Oberflächenlava, während weiter drunter die sich schneller bewegende Lava weiterfliesst und nach Ende der Eruption eine hohle Röhre (Tunnel) zurücklässt. Die 'Lavatunnel' von Santa Cruz wurden im übrigen vor mehr als einer Million Jahre gebildet und sind gross genug um hinein- bzw. hindurchzugehen.

Bei unserem Marsch durch den etwas 400 Meter langen beleuchteten Lavatunnel musste man höllisch aufpassen, wohin man trat... die Wege wurden teilweise von herunterfallendem Geröll versperrt... so dass man darüber hinweg klettern musste... kurz vor dem Ausgang konnte man den Tunnel sogar nur auf 'allen Vieren' passieren. Und weil ja vor uns schon etliche andere Touris darüber gerutscht sind, machten wir uns nämlich auch nicht schmutzig...


Unser Fahrer wartete am Ausgang auf uns um uns schlussendlich in unser Hotel zu bringen. 

Nachdem wir unsere Taxi- und Tourbuddies in deren Hostel abgeliefert hatten, konnten wir nun endlich im 'Morning Glory' einchecken.


Die Räumlichkeiten der Herberge befanden sich in einer kleinen Gartenanlage... ausgestattet mit einer Outdoorküche inklusive Sitzgelegenheiten, Raucherecke und Hängematten für alle. In jedem Detail spürte man das Herzblut, mit dem die Anlage angelegt wurde. Wir hatten 'Room # 11'... klein aber fein... das Zimmer war sauber und das Wasser warm... :-)


Nachdem wir uns in unserem neuen Domizil eingerichtet hatten, machten wir uns nochmal auf den Weg zu unserer obligatorischen Erkundungstour. Entlang der 'Avenida Charles Darwin' schlenderten wir durch 'Puerto Ayora'. Schon kurze Zeit später waren wir am hiesigen Hafen... es war verrückt... am Boden und auf den Parkbänken lagen die 'Seelöwen' und schienen einfach ihr Leben zu chillen... mein Herz ging auf... die vorbeilaufenden Besucher wurden von den süssen Dingern gnadenlos ignoriert... 


Keine fünf Meter weiter erwartete uns das nächste Spektakel... für mich persönlich vielleicht sogar das absolute Highlight auf Galapagos... nämlich der Fischmarkt... 


Abgesehen von dem wunderbar angebotenen Fisch tummelten sich dort nicht nur die Verkäufer... hinter der Theke wurden die frisch gefangenen Fische direkt ausgenommen und ausgespült... umgeben von zig Pelikanen, die unübersehbar ein Auge auf den frischen Fisch geworfen zu haben schienen. Das allerbeste sollte aber noch kommen: während die Fischer mit ihren Gehilfen dabei waren, ihren Fang in kürzester Zeit ordnungsgemäss auszunehmen lauerten die Pelikane schon wie die Geier... und just in einem Moment gelang es einem dieser Schlitzohren doch tatsächlich einen ganzen Fisch zu stibitzen... allerdings hatte er die Rechnung ohne den einen jungen Burschen gemacht, der geistesgegenwärtig die Verfolgung des Diebes aufnahm und das Diebesgut rettete. Der Fisch wurde erneut kurz abgespült um im Anschluss zum Verkauf angeboten zu werden. Herrlich.... stundenlang hätten wir diesem Treiben zuschauen können, so lustig war es.... 


Während wir die hinreissenden orangefarbenen Krabben auf den Lavasteinen am Ufer beobachteten hielten wir Ausschau nach einem Geschäft, um uns für den Abend mit Knabberzeug und Getränken einzudecken. 

Dass Galapagos schweineteuer ist, das wussten wir... aber der Besuch im örtlichen Supermarkt schlug dem Fass den Boden aus... tatsächlich gab es dort meinen heissgeliebten 'Rotkäppchen' Sekt... zwar nur als Piccolofläschchen... Kostenpunkt allerdings 9$... das war es mir dann doch nicht wert... auch die Wurst, das Brot oder der Käse... Horrorpreise... ohne Ware verliessen wir den Laden... 


Beim Hotel um die Ecke holten wir uns noch zwei 'Inca Kola', die wir genüsslich und eisgekühlt im schönen Garten unserer Herberge tranken. Superlecker.... und null Kalorien... :-) 


Eigentlich wollten wir noch ein wenig an unserem Blog schreiben, aber das Internet / WiFi auf den Inseln waren so grottenschlecht.... so hatten wir die Möglichkeit einfach nur in die unendlichen Weiten des Himmels zu schauen und die Sterne zu beobachten, während wir dem Rauschen des enfernten Meeres lauschten. 


Was für ein Tag sich dem Ende neigte... wir leben gerade unseren Traum und können es dennach manchmal gar nicht fassen. 


Dankbar und zufrieden fielen wir weit nach Mitternacht hundemüde in unsere Betten! 

Das war's für die zwölfte Woche. 

Weiter geht's bei Tag 85 bis 91.