23.12.2022 bis 29.12.2022 

Tag 113 bis 118

  • Ein paar Tage Ruhe
  • Der Fahrstuhl in die Favela
  • Escalera de Selarón
  • Pão de Açúcar
  • Der Flieger ist kaputt

Freitag, 23.12.2022

TAG 113

Ein paar Tage Ruhe

Auch heute starteten wir relativ entspannt in den Tag... ganz genaus so, wie wir es uns für Rio vorgenommen hatten... 

Das Frühstück hier im 'Hotel Nacional Inn Rio Copacabana' ist einfach weltklasse. Es gibt zwar jeden Tag so gut wie dasselbe, aber allein die Anrichtung des Frühtückbuffets und die Ausstattung des Frühstückraumes ist einfach nur schön.

Nachdem wir also erneut nach Botafogo zum Shoppingcenter spaziert sind um das Kleid der Cheffin umzutauschen, sind wir mit der Metro nach 'Ipanema' gefahren... wir wollten einfach mal schauen, was sich seit unserem letzten Besuch so alles verändert hat... nichts eigentlich... wir entschlossen uns, noch ein bisschen an der Strandpromenade zu schlendern und nen Caipirinha zu schlürfen. Währenddessen lauschten wir der Brandung der Wellen, telefonierten noch mit der liebsten Tochter und genossen die abendliche Stimmung am Strand von Rio de Janeiro. Rio kann man schlecht beschreiben... Rio muss man erlebt haben.

Strand von Ipanema, Rio de Janeiro

Zurück im Hotel holten wir die Flasche 'Cachaca 51' aus dem Kühlschrank, die wir am Tag zuvor gekauft hatten und machten es uns auf unserem Balkon gemütlich.
Während wir die vergangenen Monate Revue passieren liessen und uns unsere zukünftigen Reisen ausmalten, leerten wir doch im Laufe des Abends den ganzen Liter Schnaps... 

Aber lustig wars!!!

Samstag, 24.12.2022

TAG 114

Heiligabend


Oh je... der Schnaps hatte uns ganz schön zugesetzt... Hofften wir noch, dass sich unser Befinden nach einem deftigen Frühstück bessern würde, bestellten wir kurzerhand den Zimmerservice ab und beschlossen, noch ein paar Stunden zu ruhen. 


'Drei Haselnüsse für Aschenbrödel' und diverse andere Weihnachtsfilme versüssten, zumindestens der Cheffin, die dringend notwendige Ruhezeit. 


Am frühen Abend fühlten wir uns dann so einigermassen fit, um uns ein wenig für den Heiligen Abend zurecht zu machen... Auch wenn hier so gut wie keine Weihnachtsstimmung aufkommen wollte, hatten wir zumindest beschlossen, fürs Weihnachtsessen ins benachbarte Restaurant zu gehen. Ausserdem waren wir mit einem älteren Herren verabredet, den wir schon bei unserer Ankunft kennnenlernen durften. Mit seinen 77 Jahren erzählte er – Ronaldo – uns, dass seine Eltern aus Hannover kämen, er hier geboren und aufgewachsen wäre. In Deutschland sei er allerdings noch nie gewesen und würde gerne mal dorthin reisen.

Jeden Tag hielt er sich in unmittelbarer Nähe unseres Hotels auf... wie sich später herausstellen sollte, hat er keine Familie.... Seit vier Jahren -coronabedingt- ohne Arbeit, sucht er tatsächlich noch einen Job, um seine geringe Rente aufzubessern... früher hätte er wohl einmal als Tourguide in einem Hotel gearbeitet... der arme Mann... und das ist hier kein Einzelschicksal....

Ausserdem hatte Schatzi noch einige Fragen an ihn bezüglich der 'Zeit des Bossa Novas' und genau deshalb hatten wir uns mit ihm für den heutigen Abend verabredet. 


Während wir so langsam aber allmählich mächtigen Hunger bekamen machten wir uns um kurz nach fünf auf den Weg in Richtung 'Office Bar'... Wir orderten Caipirinha und Cola und bestellten uns 'Churasco Mixed' für zwei Personen... Wobei wir im Anschluss feststellen mussten, dass von den zwei Portionen locker vier Personen satt geworden wären... soviel war das.


Ronaldo gesellte sich gegen 18 Uhr zu uns... zurückhaltend und bescheiden wollte er weder etwas essen noch etwas trinken... allerdings unterhielt er sich angeregt mit Schatzi und schlug auch die ein oder andere angebotene Zigarette nicht aus... ob Schatzi alle Fragen beantwortet bekam??? Vielleicht war der ältere Herr ein wenig aufgeregt, vielleicht auch schon ein wenig senil... jedenfalls konnte er sich nicht mehr an alles erinnern. Dennoch war unser Abend mit Ronaldo ein ganz besonderer. Wieder wussten wir unser Leben ein wenig mehr zu schätzen... DANKE!!!


Sonntag, 25.12.2022
TAG 115

'Feliz Natal' aus Rio de Janeiro!!! 


Heute hiess es, ein letztes Mal in den Waschsalon gehen, um Wäsche zu waschen... welche dann auch nach jedem Tragen entsorgt wird.... 

Dummerweise kann man nur waschen, wenn man über den Touchscreen seine brasilanische ID eingibt... um dann das Wasch- bzw. Trockenprogramm per Kartenzahlung zu aktivieren. Wie gut, dass wir uns die ID von dem netten Helfer in Iguacu merken konnten.... Während unsere Wäsche in der Maschine / Trockner war, schlenderten wir ein wenig die Strassen hinunter an die Copacabana.


Etwa neunzig Minuten später waren wir mit der frischgewaschenen Wäsche schon wieder zurück auf unserem Zimmer... schnell noch zusammengelegt und verstaut, beschlossen wir, noch eine Folge unserer Serie 'Jenseits des Todes' zu schauen, bevor wir den Rest des Tages planen.... Wie schon gesagt, genau das war unser Plan für Rio de Janeiro... einfach mal ausspannen... die Tage geruhsam angehen.

Der Fahrstuhl in die Favela

Gegen halb zwei machten wir uns auf den Weg nach Ipanema. Wie schon bei unserem letzten Besuch wollten wir über den Fahrstuhl des 'Ruben Braga Complex' die Aussicht auf Rio geniessen. Leider standen wir bei Erreichen des Komplexes vor verschlossenen Toren. Nach nichteinmal 16 Jahren wird er jetzt wohl schon saniert. 


Kurze Anmerkung: Der 'Ruben Braga Complex' gebaut um offenen Raum zwischen der Stadt und den Favelas 'Cantagalo' und 'Pavao' zu schaffen. Im Gegensatz zur Architektur vom 'Morro Cantagalo', dem Hügel, auf dem die Favela Cantagalo liegt, symbolisiert der Komplex die Verbindung zweier sozialer Schichten... Eine Fussgängerbrücke verbindet zwei Städte die, ihrem Unterschied zum Trotz, koexistieren. Bewohner der Favelas, welche vor dem Bau des Komplexes, aufgrund von Krankheit o.ä., am Abstieg gehindert waren... oder Kinder die den täglichen Weg für den Besuch der Schule, oder die Eltern zum Einkaufen, in Kauf genommen hatten... Menschen mit jedweden Behinderungen... sollten hauptsächlich von dem Bau profitieren.


Leider war der Komplex bei unserem letzten Besuch vor sechs Jahren schon so heruntergewirtschaftet... Nie im Leben hätten wir damals gedacht, dass das Gebäude mit der wunderbaren Aussicht damals gerade erst sechs Jahre zu sein schien. 


Irgendwie war das alles ziemlich deprimierend. Schon alleine der Gedanke an die vielen armen Menschen, die nun wieder den beschwerlichen Abstieg zu Fuss in Kauf nehmen müssen.


Gedankenverloren schlenderten wir langsam weiter zum 'Lago Rodrigo de Freitas', einer wunderschönen Lagune, welche durch Zuflüsse aus den nahe gelegenen Hügeln gespeist wird und über einen Kanal mit dem Atlantik verbunden ist. Ein absolut idyllisches Fleckchen, wenn man seine Ruhe haben und nicht von Touristen gestört werden will.... 

Lagoa Rodrigo de Freitas, Rio de Janeiro

Umgeben von einer wunderbaren Natur blickt man direkt auf den Erlöser... 'Cristo Redentor' thront auf dem 'Corcovado' förmlich über Rio de Janeiro... der Beschützer eben... und auf den 'Morro dois Irmaos' dem 'Zwei-Brüder-Felsen'. Höher als der 'Zuckerhut' und mit 395m ist der jedoch niedriger als der 'Corcovado'. Atemberaubend, wie sich die Felsformationen im Wasser des 'Lago Rodrigo de Freitas' spiegelten... einfach fantastisch... 


Im Anschluss spazierten wir durch Ipanema wieder zur U-Bahnstation 'General Osorio'... nachdem wir noch ein paar Knabbereien für unsere morgige Tour eingekauft hatten, arbeiteten wir noch ein wenig unser Reisetagebuch auf. Währenddessen überkam uns dann doch noch der grosse Hunger und wir orderten im 'Steakhouse Madero' eine Kleinigkeit zum Abendessen... Lecker Burger und Pasta... bombensatt sitzen wir jetzt vor unseren Rechnern und vervollständigen die letzten Tage...


Für morgen haben wir eine Tagestour durch Rio gebucht.... wir sind gespannt...


Guts Nächtle!!!

Montag, 26.12.2022
TAG 116

Heute Morgen durften wir also nicht so trödeln, immerhin würde uns um viertel vor neun der Bus zu unserer 'RioTour' abholen. War aber auch kein Problem, denn seit wir in Brasilien sind, wurden wir sowieso immer schon frühzeitig wach. 


Gut gestärkt vom Frühstück konnten wir um kurz vor neun in den Kleinbus steigen, welcher uns mit zwölf weiteren Teilnehmern – bunt zusammengewürfelt aus der ganzen Welt – zur ersten Sehenswürdigkeit unserer heutigen Tour bringen sollte... 


Stopp Nr. 1 war die 'Catedral Metropolitana de Sao Sebastiao de Rio de Janeiro'. Eine der wenigen Sehenswürdigkeiten, die wir während unseres vergangenen Rio-Aufenthalts leider nur bei Nacht und aus der Ferne bewundert hatten. Von Edgar Force im Stil des Modernismus entworfen, befindet sich die 'Catedral Nova' an der 'Avenida do Chile' im Stadtteil Centro.... in ihrem Stil mit der 'Basilica de Nuestra Senora de Guadalupe' in Mexico City vergleichbar...


Ganz besonders hatte es uns die übergrosse Bronze-Statue der 'Mutter Teresa von Calcutta' angetan... vor allem auch, weil man dort witzige Fotos schiessen konnte.

Escalera de Selarón

Weiter ging es durch die bunten Strassen von Rio zur noch bunteren 'Escalera de Selaron', der 'Selaron-Treppe', den weltberühmten Stufen und das Werk des chilenischen Künstlers Jorge Selaron. Schon bei unserem letzten Besuch in Rio haben uns die unzähligen bunten Stufen begeistert... Damals allerdings waren die Touri-Touren noch nicht so verbreitet und demzufolge war heute an und auf den Stufen auch viel mehr Betrieb... überall wurde versucht, instagramtaugliche Fotos zu schiessen... verrückt, das war ein Trubel...
Wenn man noch vor wenigen Jahren versucht hatte, die Treppe zu besichtigen, hatte man Mühe, sie überhaupt zu finden.
Egal, wen man nach dem Weg dorthin fragte, kaum einer der Einheimischen kannte die Treppe.

Escalera de Selarón, Rio de Janeiro

Weiter ging die Fahrt zum Sambódromo. Dabei handelt es sich um eine 700 m lange Straße, an deren Seiten sich Tribünen befinden, die knapp 90.000 Besuchern Platz bieten. Dort finden jedes Jahr im Karneval die Wettbewerbe der Sambaschulen statt.
Allerdings ist es seit zwei Jahren wegen Corona geschlossen.

Unser Bus hielt allerdings nur kurz dort an, ohne dass wir ausstiegen.

Dann fuhren wir weiter zum Maracaná-Stadion, das extra für die Fussballweltmeisterschaft 1950 errichtet wurde und in dem der brasilianische Fußball bei dieser WM die größte Niederlage seiner Geschichte erlebte.
Zumindest bis zu dem WM-Halbfinale 2014, bei dem Deutschland Brasilien 7 : 1 schlug.

Im Anschluss fuhren wir hinauf auf den Corcovado, auf dessen Gipfel der Erlöser 'Cristo Redentor' allgegenwärtig und schützend seine Hände über Rio de Janeiro und die Welt ausbreitet.
Die dreissig Meter hohe monumentale Statue im Deco-Stil stammt aus dem Jahr 1931. Vor dem Eingang wechselten wir den Van... Bei unserem Besuch vor sechs Jahren sind wir mit der Zahnradbahn auf den Hügel gefahren... heute fuhren auf Serpentinen mitten durch den brasilianischen Regenwald hinauf zum Erlöser...

Auch dort war der Teufel los... diesmal mussten wir uns quasi durch die Menschenmassen quälen um den Blick hinunter auf die Copacabana geniessen zu können. Wären wir genauso rücksichtslos gewesen, wie die meisten der Besucher, hätten wir vermutlich auch das ein oder anderen halbwegs schöne Foto schiessen können, aber den Stress wollten wir uns nicht machen... immerhin hatten wir bei unserem letzten Besuch genug Gelegenheiten... 

Wir drängelten uns durch die Massen und genossen den grandiosen Blick hinunter auf Rio... ein Traum; und einige schöne Fotos sind dennoch entstanden... ganz ohne Stress.


By the Way: Es war der zweite Weihnachtstag und vielleicht waren auch deshalb mehr Besucher unterwegs als üblich... wer weiss... und auch trotz der vielen Touristen ist ein Besuch beim 'Cristo Redentor' ein Muss... irgendwie schwingt dabei immer eine gewisse Magie mit... man kann es nicht wirklich beschreiben, man muss es erlebt haben.

Blick vom Corcovado auf die Bucht von Guanabará

Am linken Rand ist die Copacabana zu sehen. 
Auf der rechten Seite die Lagoa Rodrigo de Freitas, eine Lagune, die durch die Stadtteile Ipanema und Leblon vom Meer getrennt ist.

Pão de Açúcar

Nach dem anschliessenden üppigen Mittagessen vom Buffet im 'Restaurante Dalapa' im Stadteil Lapa ging es zum 'Teleferico do Pao de Acucar'.

Mit der Seilbahn fuhren wir hinauf zum 'Morro da Urca' dem Zwischenstopp auf dem Weg zum 'Zuckerhut'... derweil konnte man bei einem kleinen Spaziergang schon die Blicke schweifen lassen... in der Ferne sah man ihn... hoch über Rio... den Erlöser und Beschützer... immer wieder wunderbar....

Im Vergleich zu den vorherigen Destinationen war hier aussergewöhnlich wenig los.. irgendwie verlief sich alles. 

Wie schon beim letzten Mal waren wir geflasht von der fantastischen Atmosphäre auf dem 'Zuckerhut'... noch mehr eigentlich – und das war auch bei unserem letzten Besuch schon so – als oben beim 'Cristo Redentor'. Hatten wir doch hier quasi den 'Rundumblick'... unbeschreiblich.

Blick vom Pão de Açúcar, dem Zuckerhut

In weiter Ferne sieht man ganz winzig die Christus-Statue auf dem Corcovado

Im übrigen hatten wir einen ganz passablen Guide... Marinho sorgte immer wieder für unglaublich witzige Momente... von ihm lernten wir den 'Gruß der Carioca'... :-) 

Am Ende der Tour brachte er uns wieder wohlbehalten zurück in unser Hotel. 


Inzwischen war es etwa 16 Uhr... unser vorletzter Abend in Rio... wir beschlossen, noch ein wenig bummeln zu gehen, immerhin brauchen wir noch einen Koffer... ausserdem wollten wir noch ein paar Souvenirs shoppen... 

Das Angebot schien uns aber nicht so dolle... wir mussten morgen also noch einmal mit der Metro nach Ipanema... dort ist das Angebot sicher grösser. 


Eigentlich wollten wir den letzten Tag in Rio de Janeiro einfach nur noch geniessen... Ob uns das trotz Planänderung dennoch gelingen wird???


Lest weiter... 

Dienstag, 27.12.2022
TAG 117

Wieder einmal war das Frühstücksbuffet sehr gut. Leider gab es ein kleines Manko, es waren diesmal keine Süßkartoffeln angerichtet.
Nichtsdestotrotz sind wir satt geworden.

Der Flieger ist kaputt

Nach dem Frühstück gingen wir noch auf's Zimmer und dann gab es den großen Schreck:
KLM hatte eine Mail geschickt und bescheid gegeben, dass unser Heimflug für morgen annulliert wurde.
In der Email stand, dass das Flugzeug kaputtgegangen sei. Deshalb hatte man uns einfach auf einen Rückflug mit Air France gebucht, der uns ganz und gar nicht in den Kram passte.
Wir sollten nämlich in Sao Paulo umsteigen und anschliessend noch einmal in Paris Charles de Gaulle. Abgesehen von den ganzen Strapazen beim Umsteigen wäre damit auch die Reisezeit für die Heimkehr um viele Stunden länger geworden.

Die Buchung des Rückflugs hatte uns sowieso schon reichlich Nerven gekostet. Wir hatten ihn erst am 5. Dezember gebucht und einen Direktflug gab es damals bereits nicht mehr.
Allerdings fanden wir nach einigem Herumprobieren noch einen akzeptablen Flug mit nur einem knapp dreistündigen Zwischenstopp in Amsterdam. Der Preis von 750 € pro Person war auch in Ordnung.

Wir spielten mit dem Gedanken, nach einem anderen Flug im Internet zu schauen und dann einfach einen neuen Flug zu buchen und uns anschliessend den annullierten von KLM zurückerstatten lassen.

Nach einigem Hin und Her beschlossen wir, kurzerhand mit einem Uber-Taxi zum Flughafen zu fahren und die Sache von Angesicht zu Angesicht mit KLM zu klären, in der Hoffnung auf eine zufriedenstellende Lösung.

Gesagt, getan.

Am Airport angekommen, gingen wir zum Check-in von KLM und fragten eine Angestellte, die am Eingang zum Check-in stand. Sie verwies uns an einen separaten Schalter. Nach einigem Warten kamen wir an die Reihe und eine nette Angestellte am Schalter nahm sich unserer an.
Sie schaute in ihrem Computer und nannte uns nach und nach die Möglichkeiten, die wir hätten, um zurück zu fliegen.

Alle ihre Vorschläge sagten uns jedoch nicht zu, dann machte sie einen letzten Vorschlag.

Heute Abend um 20:40 Uhr sollte noch ein Rückflug sein mit nur einem Zwischenstopp in Paris. Nach kurzem Überlegen baten wir die Angestellte, diese Buchung für uns vorzunehmen.
Wir hatten allerdings für den annullierten Flug noch ein Sitzplatzupgrade gebucht, das 240,- € gekostet hatte. Dies konnte leider nicht für den neuen Flug übernommen werden und wir müssen uns nach der Rückkehr um die Erstattung des Betrages mit KLM auseinandersetzen.
Unter anderem war es auch nicht möglich, Sitzplätze zu buchen, die nebeneinander lagen. Also wählte sie einzelne Plätze und machte eine Mitteilung an Air France, in der sie darum bat, uns nach Möglichkeit zusammen sitzen zu lassen.

Der neue Flug war also unter Dach und Fach. Nun hiess es: Zurück zum Hotel, Koffer packen, auschecken und wieder zurück zum Flughafen. Das hört sich erst einmal etwas stressig an, aber wir hatten noch reichlich Zeit dafür. Es war mittlerweile kurz nach zwölf Uhr mittags und  der Flug ginge erst heute Abend um 20:40 Uhr.

Trotzdem sollten wir keine weitere Zeit verlieren. Am Flughafen kauften wir dann noch einen Koffer. Das wäre dann schon einmal erledigt. Den wollten wir ja ursprünglich heute Nachmittag kaufen, weil wir ja erst morgen fliegen würden.

Eineinhalb Stunden dauerte die Rückfahrt ins Hotel, weil Stau war. Wir dachten schon, wir kämen nie dort an.

Dann kaufte die Cheffin noch die letzten Souvenirs ein, unter anderem noch zwei Flaschen Schnaps und acht Paare Flip Flops von Havaianas und Ipanema, die allein schon 85 € gekostet hatten und für die man in Deutschland locker 250 bis 300 € berappen muss.

Die Sachen waren recht schnell gepackt und wir hatten noch ausreichend Zeit, um ein wenig im Hotelzimmer zu ruhen.

Um viertel vor fünf standen wir an der Rezeption und checkten aus. Wir verabschiedeten uns noch von Ronaldo, dem alten Mann, der seinen Lebensabend immer in der Nähe des Hotels verbringt und gingen nach draussen in das Restaurant neben dem Hotel, um dort noch einen letzten Caipirinha zu trinken.

Der letzte Caipirinha

Erneut brachte uns ein Uber zum Airport.
Diesmal dauerte die Fahrt nur die üblichen 45 Minuten.

Wir betraten das Flughafengebäude und dann traf uns auch schon der Schlag. Vor uns stand eine endlose Schlange an der Gepäckaufgabe und sie schien einfach nie kürzer zu werden.
Aber auch das ging vorbei, es hatte lediglich schlappe 70 Minuten gedauert, bis wir an der Reihe waren. Wir erhielten die Bordkarten und siehe: Wir hatten zwei Sitze, die nebeneinander waren!

Dafür lief der Rest schneller und wir stiegen um kurz nach zwanzig Uhr in den Flieger, der unsere viermonatige Reise beenden sollte.

Mittwoch, 28.12.2022
TAG 118

Tatsächlich konnten wir auf dem Nachtflug in mehreren kurzen Etappen ein wenig schlafen. Und so landeten wir pünktlich in Paris, als es gegen Mittag ging.
Charles de Gaulle ist ein ziemlich grosser Flughafen, wie wir feststellen konnten. Nach dem Aussteigen begaben wir uns direkt zum neuen Abfluggate für den Weiterflug nach Basel-Mulhouse.
Etwa 40 Minuten waren wir dafür unterwegs.
Weitere dreieinhalb Stunden Wartezeit waren nun angesagt, aber da der erste Flug sehr angenehm war, machte uns das ausnahmsweise mal nichts aus.

Eine knappe Stunde dauerte dann der letzte Flug von Paris nach Basel, der um halb sechs Uhr abends planmässig landete.

Das Gepäck war zügig parat und so machten wir uns auf den Weg in Richtung Ausgang, wo uns bereits Remi erwartete. Glücklicherweise hatte er sich bereit erklärt, uns vom Euroairport abzuholen und so konnten wir dreissig Minuten später den Schlüssel im Schloss der Wohnungstür umdrehen um aufzuschließen.

Der Traum, den wir uns erfüllt hatten, war zu Ende.

Aber man kann es ja mit den Politikern halten, die sich nach einer verlorenen Wahl mit folgendem Spruch motivieren und trösten: Nach der Wahl ist vor der Wahl.

Analog steht für uns fest:


Nach dem Traum ist vor dem Traum.

Der Rest der Welt wartet auf uns.

ENDE DES TAGEBUCHS