Freitag, 11.11.2022
TAG 71
Calzado de Amador
Nachdem wir an diesem Morgen unsere Wäsche in die nächste 'Lavanderia' gebracht hatten, warteten wir geduldig vor unserem Hotel auf Gabriel.
Das Wäschewaschen hat diesmal 15 $ gekostet und war somit auf unserer ganzen Reise am teuersten.
Zu unserem Leidwesen schien uns Gabriel vergessen zu haben... mit etwas Verspätung holte er uns dann gegen 10.30 Uhr von unserem Hotel ab um uns über den 'Amador Causeway' nach 'Flamenco Island' zu bringen.
Unterwegs erzählte er uns, dass er 50 Jahre alt sei und vorhabe, nach Irland zu reisen, wo er ein Jahr bleiben will. Er sagte, er hätte zuvor schon 18 Jahre in England gelebt und wäre vor etwa 4 Jahren zurück nach Panamá gekommen. Verheiratet ist er nicht.
Er arbeitet 7 Tage die Woche immer so um die 12 Stunden. Voraussichtlich nächstes Jahr werde er genug Geld zusammen haben, um dann nach Irland zu fahren.
Über ein Länge von rund vier Kilometern erstreckt sich der Amador Causeway in den Pazifik und verbindet ein kleines Archipel von vier Inseln mit dem Festland von Panama City. Naos, Perico, Culebra und Flamenco bewachten einst den pazifischen Eingang des Panamakanals.
Im frühen zwanzigsten Jahrhundert wurde dieser Damm mit aus dem Kanal gegrabenen Steinen gebaut.
Gabriel brachte uns bis zur 'Flamenco Marina', so hatten wir auch gleich einen Anhaltspunkt für unseren morgigen Tripp... Treffpunkt nämlich war am dortigen Jachthafen.
Sollten wir unseren Spaziergang entlang des Causeways zurück in Richtung Panama-City beendet haben, würden wir unserem Fahrer eine kurze Nachricht schreiben, um uns wieder einzusammeln.
Heiss war es an diesem Tag... die Sonne gab wirklich alles... und da wir uns ja in unmittelbarer Nähe des Äquators befanden, brannte sie auch deutlich stärker als in den heimischen Gefilden.
Vor uns lagen rund fünf Kilometer Fussmarsch entlang der Pazifkküste vor Panama-City... der Blick von dort auf die Skyline war einfach sagenhaft... eine solche hatten wir auf unseren Reisen bisher noch nicht gesehen... einfach einzigartig... in einem strahlenden Weiss leuchtete sie am Horizont und spiegelte sich mit den Sonnenstrahlen in den Wellen des Pazifiks wider.
Panamá City
Während wir beim Schlendern zu unserer rechten Seite die Skyline in ihrer ganzen Pracht bewundern konnten, sah man linkerhand den südlichen Eingang des Panamakanals und all die grossen Containerschiffe, die auf ihre Freigabe für die Durchfahrt warteten. Je nach Grösse der Schiffe kann diese bis zu 1 Mio. US$ betragen.
Ausserdem konnten wir aus der Ferne die 'Puente de las Americas' bewundern, die Brücke, welche Nord- und Südamerika miteinander verbindet und welche die Frachter vor oder nach dem Passieren der Schleusen unterqueren.
Egal wohin man schaute... es war einfach atemberaubend.
Unterwegs machten wir immerwieder Rast an einem schattigen Plätzchen... wir hatten ganz schön mit der Hitze zu kämpfen, dennoch war aufgeben keine Alternative.... zur Abkühlung gab es unterwegs dafür wieder ein 'Raspado', ein Raspeleis, wie wir es uns am vergangenen Tag auf unserem Weg nach 'Casco Viejo' schon genehmigt hatten...
Am kunterbunten Gebäude des 'Bio Museo' aber beschlossen wir, Gabriel Bescheid zu geben, um uns zu unserem nächsten Ziel zu bringen.
Die Miraflores Schleusen
Wir planten für den heutigen Nachmittag nämlich noch einen Besuch im 'Visitor Center' des Panamakanals an den 'Miraflores Schleusen'.
Vor unserer eigenen Fahrt durch den Panamakanal unbedingt die grossen Frachter sehen, welche die Schleusen des Kanals passieren. Vom Gebäude des Besucherzentrums konnte man auf drei Ebenen den Betrieb des Kanals und dessen Wunderwerk der Technik begutachten. Allerdings hatte der Spaß auch seinen Preis. Mit 10 $ Eintritt pro Person ist es nicht gerade billig.
Trotzdem war es ein grandioses Erlebnis die Giganten beim Durchqueren des Kanals und Passieren der Schleusen aus unmittelbarer Nähe beobachten zu können.
Damit die Schiffe entweder zum oder vom Pazifischen Hafen in Balboa (Panama-City) fahren können, werden sie in den 'Miraflores Locks' in zwei Stufen um 16,5 m angehoben (oder abgesenkt). Einfach unglaublich... vor allem in Anbetracht dessen, dass dieses Wunderwerk schon vor mehr als hundert Jahren in Betrieb genommen wurde.
Containerschiff in den Miraflores Schleusen
Eineinhalb Stunden später und um viele Informationen reicher sammelte uns Gabriel wieder ein... ehe wir zurück in unser Hotel gingen wollten wir noch in die 'Multiplaza Mall'. Die Cheffin hatte ihre Klamotten satt und wollte sich ein paar neue Teilchen holen... vorzugsweise im H&M. Am entgegengesetzten Ende der Mall sollte diese sich dann auch befinden. Allerdings musste die Cheffin zu ihrem Erschrecken feststellen, dass dort ausschliesslich Wintersachen (dicke Pullis, Jacken, Mützen, Schals etc...) verkauft wurden... keine Sommerklamotten... What the fuck??? Hier ist Sommer... so gut wie das ganze Jahr... Na toll... gut, dass es ein paar Läden weiter noch nen 'Stradivarius' Shop hatte... hier sollte die Cheffin fündig werden... eine Shorts und drei T-Shirts wanderten in die Einkaufstasche... mit 100 US$ für das neue Reiseoutfit war das aber ein relativ kostspieliges Shoppingerlebnis... Aber: 'Wer schön sein will, muss ja bekanntlich leiden'... in diesem Fall litt zwar unser Geldbeutel... aber was solls...
Zu Fuss bahnten wir uns durch den chaotischen Feierabendverkehr den 3 km langen Weg zurück in unser Hotel...
Ziemlich ko vom Tag liessen wir mit Netflix den Abend ausklingen. Morgen sollte uns das Highlight unseres Panama-Aufenthaltes schlechthin erwarten...
Samstag, 12.11.2022
TAG 72
Abenteuer auf dem Panamakanal
Der Wecker schellte heute um 4.30 Uhr... schon eine Stunde später sollte uns Gabriel an den Jachthafen der 'Flamenco Marina' bringen... von dort sollte um sechs unsere Tour zum und durch den Panamakanal starten.
Am CheckIn-Schalter holten wir unsere gelben Bändchen, damit uns der Einlass auf die 'Pacific Queen' gewährt wird. Die Tour sollte sechs Stunden dauern... inklusive Mittagessen und freien Softgetränken kostete sie pro Person 150 Euro. Wenn man bedenkt, dass die Schiffe für die Passage der der Schleusen Unmengen an Kohle abdrücken müssen, war dieser Preis angemessen.
Während eines grandiosen Sonnenaufganges über dem Pazifischen Ozean legte die 'Pacific Queen' um kurz vor halb sieben Richtung Panamakanal ab. Während die wunderbare Skyline von Panama City in der Morgensonne strahlte wie nie zuvor, schipperten wir am Amador Causeway entlang zum südlichen Eingang des Panamakanals... wir befanden uns gerade in der Szene, die wir noch gestern vom Ufer aus beobachtet haben... unglaublich...
Wir fanden unseren Platz auf dem Aussichtsdeck... Steuerbord...
Anfangs wollten wir auf einer Ebene neben dem Schornstein Platz nehmen... allerdings trauten wir der Sache nicht so recht und testeten ersteinmal.. Zum Glück --- dort war alles verrusst und verfettet... wahrscheinlich wegen der Partikel, die durch den Schornstein ausgestossen werden....
Äusserst amüsant war aber, wenn sich verschiedene Passagiere dort hinsetzten und wir nach dem Aufstehen ihre Rückseiten begutachten konnten.... ob die Kleider wohl wieder sauber werden würden??? Wir bezweifelten das...
Nach etwa zehn Minuten Fahrt wurde die 'Pacific Queen' plötzlich von einem Boot eingeholt. Ein Beamter des Panamakanals wechselte auf unser Schiff. Dieser sollte unserem Kapitän bei der Passage durch die Schleusen behilflich sein.... Vorschrift der Behörde.
Ungefähr vierzig Minuten nach Verlassen des Jachthafen lenkte unser Kapitän die 'Pacific Queen' unter der 'Puente de las Americas' hindurch. Unglaublich.... konnten wir diese in den vergangenen Tagen nur aus der Ferne bewundern, fuhren wir heute direkt hindurch....
Schon einige hundert Meter weiter sah man den regen Betrieb vor den Schleusen... Frachter wurden an den grossen Kränen be- und entladen...
Wir fuhren vorbei an den Schiffen, die noch auf die Genehmigung ihrer Passage zu warten schienen... vor uns fuhr schon die 'Hakata Pacific' in Richtung 'Miraflores Locks'....
Mit ihr sollten wir uns den Platz in der Schleuse teilen... kurzerhand kam auch noch eine Yacht, die an unsere 'Pacific Queen' angedockt wurde, um ebenfalls mit dem Frachter durch die Schleuse zu kommen...
Das ganze Szenario war äusserst aufregend... auf beiden Seiten jeder Fahrrinne fahren auf Zahnradbahnen die sogenannten Mulis. Bis zu acht Stück (je nach Grösse der Schiffe) müssen die Schiffe während der Durchfahrt stabilisieren; mitunter beträgt der Abstand zur Schleusenwand weniger als zehn Zentimeter... unglaublich.
Puente de las Americas
Mit dem Frachter in der Schleuse
Auch während unserer Passage konnten wir auf der Backbordseite die Wand der Schleuse berühren...
Damit wir durch die Schleuse weiter in den 'Miraflores See' fahren konnten, mussten die Schiffe zunächst um ca. 16,5 m (54 Fuss) angehoben werden... War das aufregend...
Im Anschluss ging es dann in Richtung der 'Pedro Miguel' Schleusen... auch hier wurden die Schiffe erneut um 9,5 m (31 Fuss) angehoben, damit dem Weg über den Gipfel der 'Kontinentalen Wasserscheide' und somit durch den 'Culebra Cut' nichts mehr im Weg stand.
Danach steuerten wir dann unter der 'Puente Centario' durch den 'Culebra Cut' auf dem 'Chagres' in Richtung Gamboa. Dort sollte unsere fantastische Schiffsreise enden. Vorher jedoch verköstigte man uns an Bord noch mit einem leckeren Mittagessen.
Während wir vom Hafen in Gamboa mit dem Reisebus zurück nach 'Flamenco Island' fuhren, konnten wir noch die wunderbare Gegend rund um Panama-City beobachten. Am Jachthafen angekommen verständigten wir Gabriel, der uns 15 Minuten später abholte und uns in unser Hotel brachte.
Den Rest des Tages chillten wir einfach nur auf unserem Zimmer... irgendwann muss man das Erlebte ja auch mal verarbeiten.
Sonntag, 13.11.2022
TAG 73
Ein Tag zum Rumlungern
Für heute hatten wir nichts bestimmtes geplant... und das war auch gut so, wie sich nach dem Aufwachen herausstellte... Es regnete wie aus Eimern...
Wir beschlossen, den Tag ruhig und gemütlich zu starten. Als erstes bestellten wir den Roomservice für heute ab.
Gestern Abend hatten wir noch angefangen 'Inside Man' auf Netflix zu schauen... heute bekamen wir die Gelegenheit, die Serie komplett bis zum Ende zu schauen... :-)
Zwischen den einzelnen Folgen machten wir sogar schon unsere Rucksäcke für die morgige Weiterreise parat...
Nachdem wir es geschafft hatten, die Serie tatsächlich bis zum Ende zu schauen, hatte sogar der Regen nachgelassen. Inzwischen war es schon später Nachmittag geworden und ausser ein paar Keksen hatten wir heute noch nichts gegessen, also gingen wir in das 24 h Restaurant 'Prada' direkt neben unserem Hotel um lecker zu Abend zu essen.... jeder ein halbes Hähnchen vom Grill mit Pommes...
Nun sind wir zum Abend hin tatsächlich noch produktiv geworden und konnten die letzten Tage in unserem Reisetagebuch aufarbeiten...
Ausserdem ist uns dann doch noch nach 22 Uhr eingefallen, dass wir unserem Taxista Gabriel noch gar nicht bescheid gegeben hatten, damit er uns morgen früh um sieben zum Flughafen fährt.
Also wurde auch das noch schnell erledigt. Zum Glück war er noch erreichbar.
Morgen geht es dann weiter nach Ecuador... es bleibt also spannend.
Montag, 14.11.2022
TAG 74
Um kurz nach halb sieben heute morgen kam schon eine Nachricht von Gabriel. Er schrieb, dass er schon vor dem Hotel angekommen sei.
Drum beeilten wir uns mit dem Packen der restlichen Sachen und gingen zur Rezeption zum Checkout. Um drei Minuten nach sieben starteten wir in Richtung Tocumen International Airport und kamen kaum 20 Minuten später am Terminal 2 an.
Es ist sonderbar an diesem Flughafen; Copa Airlines hat das Terminal 2 ganz für sich allein. Alle anderen Fluggesellschaften sind im Terminal 1 untergebracht.
An den Anden
Nach der Verabschiedung suchten wir die Check-In-Automaten auf und druckten die Bordkarten aus. Vom Gate 218 stiegen wir dann zweieinhalb Stunden später ins Flugzeug ein, das um etwa 10:30 Uhr mit einer halben Stunde Verspätung losdüste.
Da die Flugzeit nur eine Stunde und dreissig Minuten war, kamen wir dennoch pünktlich um 12 Uhr in Quito an den Anden an. Wir waren immer noch in der selben Zeitzone.
Das Wetter war angenehm warm und die Sonne schien.
Die Einreise ging sehr schnell, wir hatten lediglich 20 Minuten gebraucht, dann war alles erledigt. Kaum aus dem Flughafengebäude heraus, lauerten auch schon die Taxifahrer. Deren Anzahl war allerdings übersichtlich und sie sind nicht so penetrant.
Der Flughafen in Quito ist der erste, an dem man nicht von den Taxifahrern abgezockt wird. Man zahlt dort tatsächlich einen angemessenen Preis, kaum zu glauben.
Unser Fahrer kannte das Hotel, zu dem er uns bringen sollte, brachte uns aber zunächst zu einem Laden, in dem wir eine SIM-Karte kaufen konnten. Zwei Wochen unlimitiertes Internet für elf Dolares.
Nach etwa einer Stunde standen wir an der Rezeption des Hotel Margarita 2. Wir checkten ein und zahlten gleich die Rechnung. Dann begaben wir uns in den zweiten Stock zum Zimmer 23.
Das Zimmer ist nicht übermäßig groß, aber für die paar Nächte reicht es aus und ausserdem ist es sauber. Wir sind in einem typischen Hostal gelandet.
Leider funktioniert das Internet überhaupt nicht und wenn man warm duschen will, muss man das Wasser bereits zehn Minuten vorher aufdrehen. Mit etwas Glück friert man dann nicht mehr unter der Dusche.
Nach dem Einchecken ging es los zum obligatorischen Erkundungsgang. In unmittelbarer Nähe des Hostals ist der Parque del Alameda, den wir uns anschauten. Im Park gibt es einen kleinen Aussichtsturm, den man über einen spiralförmig nach oben führenden Weg erklimmen kann.
Dann spazierten wir entlang der Avenida 10 de Agosto zum Parque El Ejido. Inzwischen war es bewölkt und deutlich kühler geworden. In der Nähe des Parks befindet sich ein McDonald's. Dort marschierten wir hinein und bestellten eine ordentliche Portion zu essen. Schliesslich hatten wir kein Frühstück gehabt und während des Flugs gab es auch bloss einen kleinen Snack. Es war etwa 16 Uhr, als wir uns wieder zurück zum Hotel liefen.
Leichter Regen hatte eingesetzt, es war richtig kühl geworden und wir beeilten uns. Allerdings geht einem in Quito recht schnell die Puste aus. Die Stadt befindet sich in knapp 3000 m Höhe und man merkt deutlich, dass die Luft schon ziemlich dünn ist. Das Atmen fällt einem schwerer und das Herz schlägt kräftiger. Nach ein, zwei Tagen hat man sich aber daran gewöhnt.
Also machten wir langsamer und glücklicherweise wurde der Regen weniger und ließ ein paar Minuten später ganz nach.
Weniger als 100 m vom Hostal entfernt befindet sich ein Supermarkt, in dem wir noch ein paar Sachen einkauften, unter anderem einen Korkenzieher für ein Fläschchen Wein am Abend. Mal gespannt, an welchem Flughafen sie uns den an der Sicherheitskontrolle
wegnehmen.
Den Abend verbringen wir nun mit der Planung unseres Aufenthalts in Ecuador. Wir bleiben knapp zwei Wochen und müssen in dieser Zeit irgendwie nach Guayaquil kommen, das etwa 400 km von Quito entfernt ist. Von dort geht es dann nach Baltra, eine der Galapagos-Inseln. Unterwegs wollen wir noch jeweils einen Stopp in Otavalo und Baños einlegen.
Die Planung wird in den nächsten Tagen konkretere Formen annehmen.
Zunächst steht jedoch für morgen ein weiteres Highlight an.
Wir besuchen Mitad del Mundo, die Mitte der Welt.
Dienstag, 15.11.2022
TAG 75
Heute war ein ganz besonderer Tag... die Cheffin hatte Geburtstag!!! Und dieser Tag sollte auch unvergesslich bleiben. Aus diesem Grund hatten wir einen Ausflug zum 'Mitad del Mundo', der Mitte der Welt, geplant. Wir fuhren an den Äquator... denn: Wer kann schon von sich behaupten, an seinem Geburtstag zeitgleich mit jedem Fuss auf einer anderen Hemisphäre gewesen zu sein??
Die Mitte der Welt
Per Uber bestellten wir uns ein Taxi, welches uns, in einer guten Dreiviertelstunde, zum besagten Äquatorialmonument, auf einem Breitengrad von 0°0'0“, in San Antonio de Pichincha bringen sollte. Von Quito aus beträgt die Entfernung dorthin etwa 22 km und man fährt in Richtung Norden. Knapp 10 Dollar kostete die Fahrt. Diesen Luxus wollten wir uns leisten.
Mann kann auch von der Avenida Mariscal Sucre aus mit dem Bus fahren. Das ist wesentlich günstiger, allerdings hätten wir erst einmal dorthin kommen müssen. Alles in allem wären wir dann sicherlich mehr als zwei Stunden zu Mitad del Mundo unterwegs gewesen.
Mitad del Mundo
Zentrum der Parkanlage 'Cuidad Mitad del Mundo' (Stadt Mitte der Welt), welche von der Äquatorlinie durchquert wird und die nördliche mit der südlichen Hemisphäre verbindet, bildet eine riesengrosse Erdkugel (umgeben von einem Metallring, welcher die Äquatorlinie symbolisiert und parallel ausgerichtet ist zur realen Rotationsachse der Erde) auf einem noch riesigeren Monolithen, welche die Erde und den Äquator symbolisieren sollen. Insgesamt ist das Bauwerk, bei dem jede Seite in eine Himmelsrichtung zeigt, etwa 30 Meter hoch.
Die Anlage rund um das Monument ist einem typischen Kolonialdorf nachempfunden, in deren Gebäuden sich Ausstellungen, Restaurants und etliche Souvenirshops mit traditioneller Handwerkskunst befinden.
Der Eintritt kostet 5 Dollar.
Schon vom Eingang sah man in der Ferne den mächtigen Monolithen am Ende der von Palmen und Denkmälern (Büsten) gesäumten 'Allee der Geodäten'. Büsten jener französischen geodätischen Mission, deren Akteure zwischen 1736 und 1744 die genaue Position des Äquators auf 240m genau bestimmt hatten.
Auf dem Gelände gibt es unheimlich viel zu sehen und zu entdecken. So zum Beispiel ein Planetarium, Ahnenhäuser, Museen und Ausstellungen.
Nachdem wir in den Ahnenhäusern einiges über das Leben und Arbeiten der Ureinwohner Ecuadors erfahren haben, schlenderten wir weiter durch die Gassen des schlichtweissen Kolonialdorfes hinauf zur eigentlichen Hauptattraktion.... dem Äquatorialmonument 'Mitad del Mundo'.
Aufgrund seiner pyramidal-viereckigen Form, mit den vier Monolithen an den Ecken, und der Lage auf Breitengrad 0°0'0“ (null Grad null Minuten null Sekunden) hat dieses -Mitten in der Welt Denkmal- seinen Namen.
Im Inneren des Pyramidenmonumentes befindet ein kleines Museum, in dem man während seines Aufstieges zur Aussichtsplattform, mehr über die Geschichte Ecuadors und der Quitus (die Ureinwohner Ecuadors, von denen sich auch der Name der Hauptstadt herleitet) und dem 'Mitad del Mundo' in Erfahrung bringen konnte.
Es herrschte wenig Betrieb auf dem Gelände und zeitweise waren wir die einzigen Touristen, die dort unterwegs waren.
Von der Aussichtsplattform selbst hatte man einen fantastischen Rundumblick nicht nur auf die Parkanlage sondern auch auf die umliegenden Anden... mit fantastischen Bergen und Vulkanen... bei guter Sicht hätte man sogar den schneebeckten, 100 km entfernten, Vulkan Cotopaxi sehen können. Die unheimlichen Bergformationen der Anden faszinierten uns am allermeisten.
Je länger wir dort oben verweilten, umso mehr neues entdeckten wir... es war sagenhaft fantastisch.
Unser Rundgang in der 'Ciudad Mitad del Mundo' neigte sich langsam zum Ende und über die 'Allee der Geodäten' verliessen wir das Gelände.
Auch wenn man dachte, man hätte auf der Äquatorlinie gestanden, wurde man 240 Meter nördlich eines Besseren belehrt.
Den Grund dafür gibt es gleich im Anschluss.
Nachdem wir Mitad del Mundo verlassen hatten, schlenderten wir noch ein wenig durch die Gegend, um die Aussicht zu geniessen.
Dann wanderten wir die besagten 240 m nach Norden und betraten das Inti-Ñan- Museum. Dabei handelt es sich um ein Freilichtmuseum, auf dessen Gelände der wahre Äquator markiert ist.
In einem Totemwald mitten im Urwald konnten wir Nachbauten typischer Häuser einheimischer Stämme besichtigen.
Wie wir bereits in 'La Mitad del Mundo' erfahren konnten, sollen sich die Geodäten von damals tatsächlich um ca. 240 m bei ihrer Berechnung bezüglich des Äquators verrechnet haben. Somit befindet sich das 'Inti Nan' Museum nämlich auf der tatsächlichen Latitude 0°0'0“.
Für 5$ Eintritt bekamen wir sogar einen englischsprachigen Guide, Jimon, zur Seite gestellt. Jimon führte uns durch den wunderbaren Park und die verschiedenen Häuser. In einem von ihnen wurde eine traditionelle Küche, inklusive einer echten Meerschweinchenfarm, nachgestellt. Wie bei uns das Hähnchen, gelten diese unter anderem auch in der ecuadorianischen Küche als Delikatesse.
An einem weiteren Exponat konnten wir, hinter Glas versteht sich, einen echten Schrumpfkopf begutachten. Jimon erklärte uns anhand von Wandzeichnungen bis in kleinste Detail, wie und warum ein solcher hergestellt wird.
In der Annahme, die Lebenskraft der Getöteten würde nach ritueller Herstellung auf den Jäger übergehen, wurden diese bis ins 19. Jahrhundert als Trophäen angefertigt und für kultische Zwecke verwendet.
Neben einer Hütte, in der bis zu 5 Stammesfamilien bzw. 20 Stammesmitglieder, wohnten, erfuhren wir von Jimon noch einiges über die Jagdgewohnheiten der einheimischen Stämme.
Am Ende unserer Tour kamen wir zum tatsächlichen Breitengrad 0°0'0“.
Neben tollen Fotos auf der 'Mitte der Welt' wurden wir dort Zeugen bei der Demonstration des angeblichen Coriolis-Effektes: Während das Wasser im Spülbecken, direkt auf dem Äquator, nach Ziehen des Stöpsels senkrecht durch den Abfluss schoss, drehte sich der Strudel auf der nördlichen Hemisphäre linksherum und rotierte auf der südlichen Hemisphäre rechtsherum. Es war überaus verblüffend.
Ein Video zum Besuch in diesem Museum gibt es hier.
Desweiteren konnten wir selbst versuchen, ein rohes Ei auf einem Nagelkopf zu stellen.
Am Äquator sollte der Ort sein, an dem man das am leichtesten hinbekommt.
Jimon schaffte es im Nullkommanichts... während Schatzi es ihm tatsächlich gleichtat, weilte das Ei beim Versuch der Cheffin allerdings nur etwa zwei Sekunden auf dem Kopf des Nagels.
Für die Bewältigung des Experimentes konnte man sich im Anschluss ein Zertifikat ausstellen lassen.
Einen Stempel in unseren Reisepass gab es für unseren Besuch im 'Inti Nan' Museum obendrein.
Inti-Ñan Museum
Kurze Anmerkung: 'Inti Nan' bedeutet wörtlich übersetzt soviel wie der 'Weg der Sonne'.
Während wir noch ein paar Geburtstagsfotos geschossen hatten, orderten wir uns auf dem Weg Richtung Ausgang ein UberTaxi. Und wieder stellten wir fest, was für ein Glück wir heute wieder mit dem Wetter hatten... Der Himmel begann sich nämlich gerade über den umliegenden Vulkanen fast schwarz zu färben und der aufziehende Wind machte alles noch ungemütlicher. Kaum saßen wir im Taxi fing es auch schon an zu regnen.....
Und je näher wir Quito kamen, verzogen sich auch die dunklen Wolken wieder. Nach einem kurzen Stopp im Hotel beschlossen wir, erneut aufzubrechen und machten uns auf den Weg in die Altstadt von Quito...
1534 von den Spaniern auf einer alten Inka-Stadt gegründet gehört das Historische Zentrum heute zum UNESCO Weltkulturerbe. Geprägt von barocker Architektur, welche die indigene und europäische Kultur vereint, folgt der Strassenverlauf dem schachbrettartigen Originalplan.
Von unserem Hotel spazierten wir strammen Schrittes zur 'Basilica del Voto Nacional'. Jener Sakralbau, welchen wir schon von unserem Hotelzimmer bewundert hatten. Mächtig tront sie über den Dächern der Stadt und bildet den Eingang zur Altstadt Quitos.
So schön und mächtig von aussen, begeisterte uns die Basilica auch mit ihrer Innenarchitektur.
Basílica del Voto Nacional, Quito
Nach ausgiebiger Besichtigung setzten wir unseren Fussmarsch in das Historische Zentrum fort.... und wir mussten feststellen, dass die Strassen in San Francisco im Vergleich zu den Strassen von Quito tatsächlich ein Klacks waren..... wurden die Strassen hier denn schon jemals vermessen???? Wir bezweifelten das....
Im abendlichen Glanz erwartete uns eine Altstadt der Superlative, welche mit Recht zum UNESCO Weltkulturerbe gehört.... Der 'Plaza de la Independencia' mit der 'Kathedrale von Quito' sowie dem 'Palacio de Carondelet' und all die anderen wundervollen leuchtenden oder beleuchteten Sakralbauten verzauberten uns mit ihrem Glanz... und während wir so über den Platz schlenderten, wurden wir plötzlich von einem Schutzmann der Touristenpolizei freundlich angesprochen. In Anbetracht der Unruhen in Ecuador in jüngster Zeit, dachten wir schon das schlimmste.... Aber: Der nette Herr wollte uns nur persönlich in Ecuadors Haupstadt begrüssen. Stolz erzählte er von Quitos prachtvoller Altstadt und übergab uns einen Plan vom 'Centro Historico'. Wie nett war das denn??? Wir waren sprachlos...
Allerdings fühlten wir uns auch dank der starken Polizei- und Securitypräsenz keinesfalls unsicher oder gefährdet während unseres abendlichen Spazierganges durch die Gassen der Altstadt.
Mit einer Pizza liessen wir im 'Ristorante Roma' den Geburtstag der Cheffin ausklingen...
Mittwoch, 16.11.2022
TAG 76
Der heutige Tag begrüsste uns wieder mit strahlend blauem Himmel... ob es so bleibt, wird sich später zeigen.
La Virgen del Panecillo
Ein Besuch bei 'La Virgen del Panecillo' (die Jungfrau vom Brötchenhügel), stand heute auf unserem Programm. Ehe wir uns allerdings ein Taxi zum 'El Panecillo' orderten, mussten wir erstmal einen Laden finden, in dem wir unser Handyguthaben aufladen konnten ... aufgrund des schlechten WLANs hatten wir nämlich schon unser komplettes Datenvolumen aufgebraucht. Das ging schneller als wir dachten... ruckzuck hatten wir erneut 10 Gigas nachgebucht.... dass das allerdings ebenfalls noch nicht ausreichen würde, sollten wir schon ein paar Tage später feststellen.
Im Anschluss fuhren wir mit dem UberTaxi zur 'Jungfrau vom Brötchenhügel'... in diversen Reiseführern wird nämlich dringend davon abgeraten, den Weg dorthin auf eigene Faust in Angriff zu nehmen.... aufgrund der Verkehrslage dauerte die Fahrt fast eine halbe Stunde.
Der 'El Panecillo' ist eine kleine Erhebung im Herzen von Quito und bildet die Kulisse des Historischen Zentrums. Aufgrund seiner Ähnlichkeit mit einem kleinen Brot, hat er auch seinen Namen erhalten.
Die Aluminium-Statue misst, inklusive dem Sockel, stolze 41 Meter und ist somit eine der höchsten Statuen in Südamerika. Selbst grösser als der berühmte 'Christo Retendor' auf dem 'Corcovado' in Rio de Janeiro. Im übrigen ist die 'Virgen del Panecillo' auch die grösste Aluminiumskulptur der Welt.
Während die Flügel ihren Auftrag der unbefleckten Empfängnis darstellt, wird der Triumph der Kirche über die Sünde, in Form der Schlange, welche von der Jungfrau mit den Füssen zerquetscht und in Ketten gelegt wird, widergegeben.
La Virgen del Panecillo, Quito
Die über 7400 Teile der 1969 vom Spanier Augustin de la Herrán entworfenen Statue wurden nummeriert und per Schiff nach Ecuador gebracht. In Quito wurden sie dann wie ein Puzzle zusammengesetzt und die Skulptur 1975 fertiggestellt.
Schon während der Fahrt auf den Hügel konnte man vermuten, welch grandiose Aussicht man wohl von dort oben haben würde.... bei der 'Jungfrau' angekommen überwältigte uns nicht nur der spektakuläre Rundumblick auf Ecuadors Hauptstadt... voller Faszination begutachteten wir die 'Jungfrau' aus jeder sich bietenden Perspektive.
Für den Rundgang auf dem Hügel sollte man mindestens eineinhalb Stunden einplanen... rund um die 'Virgen del Panecillo' waren Bauarbeiten in Gange, verschiedene neue Rundwege werden gebaut, damit man die Jungfrau von allen Seiten und Perspektiven bewundern kann.
Selbstverständlich gibt es auch auf der grössten Aluminiumskulptur der Welt eine Aussichtsplattform, welche man für 2$ Eintritt über eine schmale Treppe erreicht. Auf den verschiedenen Ebenen werden unter anderem die Modelle der Kathedralen, Kirchen und Basiliken Quitos ausgestellt und anhand von Fotos die Geschichte und Bauweise der 'Jungfrau vom Brötchenhügel' erläutert. Auf der Plattform angekommen, wurden wir mit einem Blick auf Quito überrascht, der nicht besser hätte sein können.... die Stadt lag uns quasi zu Füssen. Prächtig!
Einige Male umrundeten wir die Skulpur der Jungfrau und entdeckten immer wieder etwas neues. Wie überall in Südamerika tummelten sich auch auf diesem Gelände rudelweise streunende Hunde... vor denen man aber keine Angst haben muss... meistens haben die Tiere Angst vor den Besuchern.
Nach etwa zwei Stunden wollten wir uns von einem UberTaxi wieder zurück in die Stadt bringen lassen... was sich aber als unmöglich erwies... wahrscheinlich ist den Fahrern der Weg zu weit und zu unrentabel... also stiegen wir kurzerhand in einen Bus und fuhren ins Touristenviertel 'Mariscal'...
Auf der 'Avenida Mariscal Sucre' stiegen wir aus und fuhren von dort dann mit einem Uber weiter auf die Tourimeile. Unterwegs kehrten wir noch in einen kleinen Imbiss ein um uns für den weiteren Weg zu stärken. 'Papas con Cuero Completa' sowie 'Seco de Carne' mit jeweils noch einem Ananassmoothie gaben uns den nötigen Schwung für den Rest des Tages...
Während wir so durch die Gegend liefen, wurden wir fast Zeugen eines Mordes.
An einer Straßenkreuzung konnten wir beobachten, dass ein Auto dort hielt, um links abzubiegen. Wir waren noch einige Meter von der Kreuzung entfernt und sahen, dass ein junger Mann vor dem haltenden Auto auf dem Fußgängerüberweg die Straße überquerte. Kaum war er vor dem Auto, gab der Fahrer Gas und fuhr los. Der junge Mann wurde angefahren und geriet ins Stolpern, konnte sich allerdings glücklicherweise auf den Beinen halten. Wir waren entsetzt. Nachdem der junge Mann mit dem Fahrer ausgiebig geschimpft und die Faust gezeigt hatte, ging er wütend weiter und trat im Vorbeigehen noch mit voller Wucht an den Kotflügel des Autos, das ihn angefahren hatte.
Warum das Auto letztendlich losgefahren war, als der junge Mann gerade vornedran lief, war allerdings nicht klar.
Also setzen wir unseren Weg fort.
Durch das Touriviertel schlendernd, machten wir die Feststellung, dass wir eigentlich gar nicht in Trinklaune waren und machten uns wieder auf den Weg zurück in unser Hostal... unterwegs kamen wir noch am hiesigen 'Mercado Artesanal la Mariscal' vorbei. Also bummelten wir noch ein Stündchen durch die Stände und bestaunten erneut die traditionelle Handwerkskunst. Prinzipiell verkaufen die Händler ja auf allen Märkten mehr oder weniger dasselbe... dennoch sind die Märkte aber immer individuell....
Besonders auffällig hier in Ecuador sind die vielen Graffitis an den Mauern und Wänden... und jedes ist ein Kunstwerk für sich... uns hat das enorm begeistert.
Nachdem wir auf unserem Zimmer im 'Hostal Margarita 2' angekommen waren, liessen wir den Abend mit Netflix ausklingen.
Donnerstag, 17.11.2022
TAG 77
Heute, 22.11.2022, haben wir das erste Mal seit unserer Ankunft in Quito am 14.11.2022 wieder einigermaßen brauchbares Internet.
Endlich Gelegenheit, das Reisetagebuch weiter fortzuführen.
Im Hostal Margarita 2 in Quito war gar kein Internet verfügbar, obwohl es welches hätte geben sollen.
Dann sind wir weitergereist nach Otavalo, knapp hundert Kilometer nördlich von Quito.
Dort war auch ein Kuddelmuddel mit dem WLAN. Andauernd musste der Hotelbesitzer einen Reset am Router machen, dann ging es wieder ein paar Minuten und dann war wieder Schluss.
Anschliessend fuhren wir am 20.11.2022 weiter nach Baños ins Hotel Flor de Oriente.
Jetzt, kurz vor unserer Weiterreise nach Guayaquil funktioniert es hier endlich.
Solche Probleme hatten wir in Asien nie gehabt.
Dafür geht es jetzt endlich weiter mit dem Reisetagebuch.
Auch heute brachte uns ein UberTaxi zu unserem Tagesziel... dem 'Teleférico Quito'. Mit der Seilbahn wollten wir auf die Ostseite des 'Pichincha' zum 'Cruz Loma' auf über 4000 m über den Meeresspiegel...
Das Taxi fuhr regelrechte Serpentinen, bis wir an der Talstation des Teleférico ankamen. Schon beim Aussteigen merkten wir den deutlichen Temperaturunterschied zur Innenstadt.... In Quito selbst war es ja schon recht kühl, aber hier war es nochmal kühler... oh je, wie kalt sollte es dann eintausend Höhenmeter weiter sein???
Für 9$ pro Person fuhren wir mit der Gondel auf den Gipfel... und mit uns ein älteres Ehepaar, aus Amerika kommend verbringen sie ihren Lebensabend in Panama... ins Gespräch gekommen stellte sich heraus, dass der Gatte in Wiesbaden geboren wurde... wie klein ist doch die Welt... schon auf dem Weg auf den Berg konnten wir erahnen, welch magischer Ort uns wohl bei unserer Ankunft erwarten würde...
Tatsächlich mussten wir nach 18 Minuten und bei Erreichen der Bergstation feststellen, dass hier oben ein anderer, kühlerer, Wind pfiff... glücklicherweise waren wir aber warm genug angezogen.
Von dort oben konnten wir Quito erneut aus einer unvergleichlichen Perspektive erleben... allerdings faszinierte heute nicht nur der grandiose Blick ins Tal... nein, die Stadt schien eingebettet in die wunderbaren Bergformationen der Anden mitsamt ihren Vulkanen... es war einfach unbeschreiblich. Dem Himmel so nah und Quito so fern...
Blick auf Quito von der Teleférico-Bergstation
Während wir ein kurzes Stück bergauf wanderten, mussten wir feststellen, dass mit einer Höhe von über 4000 Metern nicht zu spaßen ist... und schalteten einen Gang zurück. Wir mussten unsere Schrittgeschwindigkeit unserem Lungenvolumen anpassen...
Je weiter wir den Trekkingpfad zum 'Rucu Pichincha' liefen, umso mehr veränderte sich die Vegetation... etliche Aussichtspunkte luden zu verschiedenen Aktivitäten ein... unsereins begnügte sich mit ein paar Fotos mit süssen Alpacas... :-) … die Schaukel in den Himmel liessen wir aus... erstens zuviel Betrieb und zweitens zu unsicher... hatten wir auf Bali noch eine Absturzsicherung umgeschnürrt bekommen, kümmert es hier niemanden, wer wie und wo in den Himmel schwingt...
Wir wanderten lieber noch ein Stückchen bergauf in Richtung des noch aktiven Vulkans 'Pichincha'... je mehr wir an Höhe gewannen, je weiter liessen wir unsere Blicke schweifen... neben der phänomenalen Sicht auf die Stadt konnten wir, aufgrund von zuviel Dunst, die schneebedeckten Gipfel des 'Pichincha Massivs' nur leicht erahnen... :-)
Ehe wir unseren Rückweg zur Bergstation antraten empfing uns noch ein Rastplatz mit spektakulärer Aussicht hinunter ins Tal und auf Quito.... in einer traditionellen 'Imbissbude' konnte man sich stärken, es gab die Möglichkeit zu reiten und einige wundervolle Erinnerungsfotos zu schiessen...
In diesem Moment waren wir dem Himmel so nah... berauscht von der wundervollen Natur … eins mit 'Pachamama' – Mutter Erde... die umliegenden Berge sorgten für eine unbeschreibliche Atmospähre.. es schien alles so ruhig und friedlich...
einfach traumhaft ...
Während unseres Abstieges fing das Wetter an umzuschlagen... innerhalb kürzester Zeit zogen dicke Wolken auf, so dass wir kaum noch auf 100m zurückblicken konnten... dazu kam noch ein eisig pfeifender Wind, der unsere Schritte immer schneller werden liess.
Wieder in der Bergstation angekommen stiegen wir auch gleich in die Gondel des Teleféricos, welcher uns zurück ins Tal bringen sollte.
Unten angekommen bestellten wir uns ein Uber, mit dem wir noch einmal in die Altstadt von Quito fahren wollten.
Nie zuvor waren wir steilere Strassen gefahren als bis zu diesem Tage... auf der 'Calle Garcia Morena' dachte man kurzzeitig, das Auto würde sich rückwärts überschlagen... der Schwerkraft zum Trotze... die Cheffin hatte Angst.
Bevor wir morgen nach Otavalo aufbrechen, wollten wir allerdings unbedingt noch die 'Catedral Metropolitana' anschauen.... Nach einem Eintritt von 2$ und im Internet hoch angepriesen waren wir trotz der grandiosen Ausstellung des biblischen Weihnachtsdorfes mit Nachstellungen der Weihnachtsgeschichte im damaligen Bethlehem, ganz schön enttäuscht... irgendwie schien alles nur auf diese Ausstellung projiziert zu sein... der Rest der Kathedrale sah aus, als wäre sie in einem Umbau. Jegliches Mobiliar war, unserer Meinung nach, lieblos auf die Seite geschoben, damit Platz für die Weihnachtsausstellung war. Aber irgendwohin muss es ja weichen... das biblische Weihnachtsdorf ist auf alle Fälle einen Besuch wert... aufgebaut mit unsagbarer Liebe zum Detail.
Wir spazierten noch ein wenig durch das Historische Zentrum von Quito ehe wir zurück in unsere Herberge gingen. An einem der Imbissstände holten wir uns noch eine 'Kleinigkeit' zum Abendessen. Im Hotelzimmer stellten wir fest, dass der Verkäufer es sichtlich gut mit uns gemeint hatte... es war eine ziemlich grosse 'Kleinigkeit'.
Voller Dankbarkeit über das Erlebte liessen wir den Tag Revue passieren.... dankbar, das beste Leben zu leben... mit der besten Reisebegleitung ever... love you!!!
Morgen reisen wir weiter, um uns den angeblich größten Markt der Welt in Otavalo anzuschauen.