Freitag, 02.12.2022
TAG 92
Weil wir vom Vorabend noch ein paar Bananen und verschiedene Snacks im Kühlschrank hatten, liessen wir das Hotelfrühstück ausfallen und bestellten uns nach dem Auschecken ein UberTaxi zum Aiport... wie immer waren wir viel zu früh dran. Die Zeit und das gut funktionierende WLAN am Flughafen nutzten wir, um unser Reisetagebuch aufzuarbeiten.
Während des relativ ruhigen Fluges nach Cusco sassen wir zwar getrennt, hatten aber überaus komfortable Sitzplätze mit genügend Platz und so konnten wir während des Fluges noch ein wenig schreiben.... das war perfekt, hatten wir doch in den vergangenen Tagen viel schleifen lassen.
Cusco
Nach der Landung in Cusco und beim Verlassen des Flughafengeländes schien die Cheffin sehr irritiert... War sie tatsächlich in Cusco gelandet oder doch im 'Wilden Westen'? Eigentlich sah man nur Sand... aufgewirbelt von den vorbeirasenden Autos, vornehmlich Taxis... der Sand kroch in die Augen... in die Nase... in den Mund und somit auch zwischen die Zähne.. aus lauter Verzweiflung zog sich die Cheffin ne Maske an... so war das schlimmste gebannt.
Cusco, Perú
Irgendwann fand uns auch unser UberFahrer, der uns erlösen und in unser Hotel 'Waynapicchu' bringen sollte.
War das wirklich alles, was Cusco zu bieten hatte??? Was Schatzi wusste, sollte die Cheffin morgen selbst erfahren.... :-)
Um den Höhenunterschied besser verkraften zu können und uns zu akklimatisieren, verbrachten wir den Abend einfach nur noch auf dem Zimmer. Während Schatzi mit 'Empanadas de pollo' für ein fantastisches Abendessen sorgte, lies die Cheffin mit einem 'Weihnachtsfilm-Marathon' den Abend ausklingen...
Samstag, 03.12.2022
TAG 93
Das Ausruhen nach den gestrigen Strapazen hat unserem Körper sichtlich gut getan. Ausgeruht und fit starteten wir nach dem Frühstück im Hotel, was eher bescheiden ausfiel, mit einem Spaziergang auf der 'Avenida el Sol' in der direkten Umgebung unseres Hotels.
Der Samstag begrüsste uns mit bestem Wetter.... blauer Himmel und strahlender Sonnenschein.
Schatzi hatte am Vorabend noch unsere Tour zum 'Machu Picchu' für den 04.12. gebucht und der Treffpunkt sollte in dieser Strasse im Office des 'Inca Rails' sein; wo genau, das wollten und mussten wir heute herausfinden, um die Tour nicht zu verpassen.
Den Höhenunterschied bekamen wir während unseres Spazierganges deutlich zu spüren... so stramm marschieren wie sonst, konnten wir in dieser Höhe nicht; ab und zu mussten wir uns sogar setzen um auszuruhen... damit hatten wir nicht gerechnet.
Und während wir uns gerade am 'Jardin Sagrado' ein wenig ausruhten, wurden wir auch schon von einem Tourguide angesprochen... er zeigte uns ein paar Flyer und da wir ja morgen schon weiter nach 'Aguas Calientes' fahren, entschieden wir uns für eine dreistündige Stadtrundfahrt hinauf zum 'Cristo Blanco', einer dem 'Cristo Redentor' in Rio de Janeiro nachempfundenen Christusstatue. In edlem weiss thront er auf dem fünf Kilometer vom Zentrum entfernten 'Pukamuqu-Hügel'. Seit 1945 scheint die acht Meter hohe Marmorstatue die Stadt mit offenen Armen zu empfangen oder zu beschützen... man kann sie im Zentrum von Cusco von fast überall aus sehen... in der Nacht ist sie sogar beleuchtet.
Die Tour sollte um 13 Uhr am 'Plaza de Armas' im 'Centro Historico' von Cusco starten... wir hatten also noch genügend Zeit.... es war nämlich gerade erst kurz vor elf.
Gemütlich, denn anders ging es nicht, schlenderten wir weiter ins Historische Zentrum. Und es war einfach wundervoll... heimilig und gemütlich...so richtig zum verlieben...
Rund um den Brunnen, mitten auf dem 'Plaza de Armas' war ein lebhaftes Treiben... zwischen Schatten spendenden Bäumen boten fliegende Händler ihre Waren feil... Schuhputzer putzen wie verrückt die Schuhe der Touristen... und kamen eben auch an uns nicht vorbei...
Plaza de Armas, Cusco, Perú
Einst Hauptstadt des Inkareiches ist Cusco heute für seine bekannten archäologischen Stätten und die wunderbare spanische Kolonialarchitektur bekannt. Die Bauten, welche zumeist noch auf Mauerruinen aus der Inkazeit gebaut wurden, beeindrucken mit geschnitzten Holzbalkonen und fantastischen Säulengängen.
Mit Prunk und Protz bestechen auch die 'Catedral del Cusco' und die 'Iglesia de la Compania de Jesus'. Während die Kathedrale mit zahlreichen Gemälden aus der Kolonialzeit punktet, trumpft die Kirche mit ihrem blattgoldgeschmückten Innenraum auf.
Und während wir durch die kleinen Seitengassen schlenderten, kamen uns eine Omi scheinbar mit ihrer Enkeltochter nebst Lama & Lamababy entgegen... Gegen einen kleinen Obulus konnten wir ein tolles Erinnerungsfoto mit ihnen schiessen...
So verging die Zeit wie im Fluge und es war gleich 13 Uhr... also begaben wir uns allmählich zum vereinbarten Treffpunkt mit dem Tourguide Aleksis. Dieser übergab uns seiner Kollegin und für 35PEN (~ 8,54€) stiegen wir dann mit ihr in den Touribus.
Nachdem wir einmal quer durch das 'Centro Historico' gefahren sind, ging es hinaus aus dem Trubel zum
'Sacsayhuamán', dem bekanntesten Inkakomplex rund um Cusco.
Nach einem kurzen Fotostopp ging es weiter... vorbei an Q'enqo und Puca Pucara, beides ebenfalls bedeutende Orte aus der Inkazeit, ging es weiter durch die Anden. Die Aussicht war einfach atemberaubend.
In einem kleinen Andendorf in der Nähe von Cusco wurden wir in einem Schamanischen Zentrum Zeugen einer traditionellen Inkazeremonie. Ein Schamane, der eigentlich in einer im Umfeld von Cusco lebenden Höhle lebt, veranstaltete zu Ehren von Pachamama (Mutter Erde) dieses traditionelle Ritual.
Während wir im Anschluss an diese spirituelle Erfahrung bei einem ansässigen Wollproduzenten mit der Herstellung der Alpakawolle vertraut gemacht wurden, erfuhren wir, wie wir beim Shoppen ein hochwertiges Produkt erkennen.
Cristo Blanco
Danach ging es dann auf den Pukamuqu-Hügel zum 'Mirador desde el Cristo Blanco'. Die Aussicht auf Cusco war überragend und ringsherum die Anden... wunderbar.
Der Bus brachte uns dann wieder zum Abfahrtspunkt zurück und wir spazierten noch ein bisschen durch das abendliche Cusco... vorbei an den Märkten am 'Plaza de San Francisco' machten wir noch einen Abstecher in die Markthalle, solche Märkte sind immer wieder ein Erlebnis... bunt und verrückt einfach. In einer von den letzten Marktreihen wurde verschiedenes traditionelles Essen angeboten. Wir nutzten die Chance und assen dort direkt zu Abend. Unsere Wahl fiel auf 'Tallarínes saltados con Pollo' & dazu eine Inca-Kola.
Als wir im Anschluss die Markthalle verliessen, machte es den Anschein, als sei gerade eine Völkerwanderung gestartet... ganz Cusco schien unterwegs zu sein. Wir hatten grosse Mühe, überhaupt auf dem Bürgersteig bleiben zu können... das war ganz schön crazy.
Nach einer Weile errreichten wir die 'Avenida el Sol'. Ehe wir allerdings zurück in unser Hotel gingen, checkten wir noch kurz den Treffpunkt für die morgige Tour...
Das Office von 'Inca Rail' befand sich nur unweit von unserem Hotel, maximal zehn Minuten Fussmarsch, also brauchten wir uns morgen früh nicht stressen und können sogar noch gemütlich im Hotel frühstücken.
Die Spannung auf 'Machu Picchu' liess uns an diesem Abend nur schwer in den Schlaf finden.
Sonntag, 04.12.2022
TAG 94
Nach einer unruhigen Nacht und einem mittelmässigen Frühstück machten wir uns um halb acht auf den Weg zum 'Inca Rail' Office. Die Organisation dort grenzte schon fast an Perfektion. Nach dem Checkin wurden wir zu unserem Kleinbus geleitet, der uns mit etwa zehn weiteren Teilnehmern der Tour bis Ollantytambo bringen sollte.
Die Fahrt dauerte etwa zwei Stunden und ging direkt durch die Anden... das war ein Auf und Ab...
Nach etwa einer Stunde Fahrt machten wir einen kurzen Stopp am 'Mirador Racchi'. Auf 3745 m sahen wir die Sonne über dem 'Urubamba-Tal' aufgehen. Wunderschön!
Blick über die Anden vom Mirador Racchi
Nach fünfzehn Minuten ging es auch schon wieder weiter. Gegen zehn Uhr erreichten wir auch schon Ollantaytambo, die Bahnstation vom 'Inca Rail', der Zug, der uns nach 'Aguas Calientes' bringen würde. Von dort sollte es dann mit dem Bus hinauf zum 'Machu Picchu' gehen.
Boarding war allerdings erst um 11Uhr. Wir nutzten die Zeit für einen kleinen Spaziergang, um die Umgebung zu erkunden.
Dann war es endlich soweit: In ihren traditionellen Gewändern begleitete uns eine Gruppe Einheimischer mit Gesängen und Tänzen während des Boardings zum 'Machu Picchu Rail' begleitet... wir waren sprachlos.
Während der neunzigminütigen Fahrt mit dem Machu Picchu Zug wurden wir zwar ordentlich durchgeschüttelt, erlebten aber eine einzigartige Darbietung der Geschichte um 'Ollantay und Cusi Coyllur', eine Liebesgeschichte, wie aus dem Märchenbuch.
Die Bahnlinie führte uns direkt neben dem 'Rio Urubamba' mitten durch die Anden nach 'Aguas Calientes', wo wir gegen 13 Uhr ankamen. Auch dort nahm uns ein freundlicher Mitarbeiter von 'Inca Rail' in Empfang, teilte uns in Gruppen auf und brachte uns in ein kleines Cafe, in dem wir die Zeit bis zu Abfahrt des Busses überbrücken und uns noch mit Moskitocreme ausstatten konnten... Es war abartig, schon nach kurzer Zeit wurden wir von den Viechern gebissen... man hat sie kaum gesehen, dafür aber umso mehr gespürt.
Kaum eine halbe Stunde später sassen wir endlich in dem Bus. Mannomann waren wir aufgeregt. Wir fuhren über Serpentinen hinauf zum Startpunkt unserer 'Machu Picchu Wanderung'. Zeitweise wäre es besser gewesen, nicht aus dem Fenster des Busses zu schauen... es ging einfach direkt neben der Strasse nur noch hinab in die Tiefe... und dann kamen uns auch noch Busse entgegen... oh je... aber die Fahrer haben einen guten Job gemacht und uns heile hinauf und wieder hinab gebracht.
Machu Picchu
Als der Bus vor dem Eingang von Machu Pichhu angekommen war, stiegen wir aus und hielten Ausschau nach den Leuten, die in unserer Gruppe für die Tour waren. Jedoch war weit und breit keiner zu sehen, und wir dachten, wir hätten den Anschluss verloren.
Das konnte aber gar nicht sein; sie konnten unmöglich in der kurzen Zeit verschwunden sein.
Also stiegen wir die paar Treppenstufen zur Eingangsskontrolle nach oben in der Hoffnung, jemanden aus unserer Gruppe zu sehen. Aber auch da war niemand. Wir gingen dann zu einem der Mitarbeiter, der die Tickets kontrollierte. Wir zeigten sie ihm und er hätte uns auch ohne Tour-Guide hineingelassen. Wir fragten ihn, ob er einen Tour-Guide mit dem Namen Ibrahim kenne und er verneinte. Als wir ihm unsere missliche Lage erklärt hatten, beugte er sich über eine Brüstung und brüllte mehrere Male laut nach Ibrahim. Nach ein paar Versuchen meldete sich Ibrahim. Er stand mit dem Rest unserer Gruppe unten ein paar Meter von der Treppe entfernt. Keine Ahnung, wo er mit den anderen Teilnehmern auf einmal her kam, jedenfalls waren wir froh, ihn gefunden zu haben.
Ibrahim, unser Guide für diese Wanderung, begrüsste uns, es konnte also losgehen. Um nämlich die Ruinen von Machu Picchu zu besuchen, dürfen Besucher seit einiger Zeit die Stätte nur mit einem offiziellen Guide besuchen. Ausserdem muss man einer festgelegten Route folgen.
Mit uns stiefelten noch drei weitere Pärchen hinter Ibrahim her... allerdings waren wir wohl die ältesten in unserer Gruppe und auch leider immer die letzten... die anderen legten nämlich ein Tempo vor, mit dem wir nur schwer mithalten konnten... aber wir konnten mithalten... und das ist die Hauptsache. Aber manchmal mussten wir schon ganz schön nach Luft schnappen...
Machu Picchu
Wie stolz kann man eigentlich bitte sein??? Mit jedem Höhenmeter konnten wir unsere Blicke weiter schweifen lassen... konnte uns mal jemand kneifen? War das tatsächlich unser Leben???
Ibrahim führte uns durch die sagenhafte Stätte der Inkas und hatte zu jedem Spot den passenden Bericht sowie die beste Perspektive für Fotos parat. Geduldig schoss er von den teilnehmenden Pärchen Erinnerungsfotos... ein unglaublicher Typ.
Und was darf während einer Wanderung auf dem Machu Picchu nicht fehlen??? Jaaaa genau, die Alpacas... und die spazieren dort tatsächlich vergnügt durch die Gegend. Das eine sah sogar aus wie ein Koala Bär so ulkig... aber herzallerliebst.
Unsere Wanderung rund um diese sagenhafte Inka-Ruine dauerte etwa drei Stunden.... danach waren wir ganz schön platt. Der Bus brachte uns sicher zurück ins Tal und wir machten uns auf den Weg in unsere Unterkunft für heute... dem 'EcoArt best Mountain-View-Hostal'.
Wir trauten unseren Augen nicht. Schon platt von der Wanderung standen wir auf einmal vor einer steilen Treppe, 106 Stufen mussten wir hinauf um das Hostal zu erreichen... eigentlich hätte uns ja der Name schon stutzig machen müssen... von wo aus sonst könnte man einen so grandiosen Blick auf 'Waynapicchu' haben, wenn nicht von oben???
Das Zimmer war zweckmässig, die Herbergsleute sehr nett... allerdings hatten wir noch nichts zu Abend gegessen und wollten ja schliesslich nochmal hinunter ins Dorf.
'Aguas Calientes', auch 'Machu Picchu Pueblo' genannt, liegt unterhalb der Ruinen in einer tiefen Schlucht. Umgeben von hochragenden Steilwänden, Nebelwäldern und zwei reissenden Flüssen fühlt man sich teilweise wie in einer Goldgräberstadt des Wilden Westens. An den Ufern der Flüsse wird allerdings statt des Goldes der Kies gesiebt und für den Verkauf in Säcke gefüllt...
Cuy al Horno
Für den heutigen Abend hatten wir beschlossen, und im Prinzip war es auch unsere letzte Chance hier in Peru, ein 'Cuy al Horno' – 'Meerschweinchen aus dem Ofen' zu essen.
Um uns einen kleinen Überblick verschaffen zu können, schauten wir während wir ein wenig durch das idylische Örtchen spazierten, in die ein oder andere Speisekarte. Unsere Wahl fiel dann schlussendlich auf das 'Hot Spring'... im übrigen gab es dort sogar einen 'Pisco Sour' aufs Haus....
Cuy al Horno
Im Ofen gebackenes Meerschweinchen zum Abendessen
Nach einer leckeren Suppe als Vorspeise wurde uns das gebackene Meerschweinchen quasi wie ein Spanferkel serviert... gebettet zwischen leckerem Salat und Kartoffeln und inklusive Kopf.
Wie es wohl geschmeckt hat? Ersteinmal: Es hat geschmeckt. Beschreiben könnte man den Geschmack als Mischung zwischen Hähnchen und Kaninchen... gut gewürzt und absolut lecker.
Das konnte ja jetzt ein Heimweg werden... vollgemampft sollten wir jetzt noch die steile Treppe erklimmen??? Auweia...
Was waren wir ko als wir endlich in unseren Betten lagen. Dass es nicht lange gedauert hatte, bis wir schlafen sollten, braucht man eigentlich nicht extra erwähnen oder?!
Sweet dreams :-)
Montag, 05.12.2022
TAG 95
Die Aussicht während unseres heutigen Frühstückes war wirklich grandios... wir sassen quasi dirket vor dem 'Waynapicchu'... allerdings sollte man seinen Blick nicht nach unten schweifen lassen. Denn dort wird man dann mit der ungeschönten Wahrheit konfrontiert. Überall sah man Bauschutt und Müllberge... kein wirklich schöner Ausblick – abgesehen vom 'Best Mountain View'... :-)
Blick vom Hotel auf den Wayna Picchu
Nach dem Frühstück checkten wir aus und machten uns auf den Weg in Richtung Bahnstation 'Inca Rail'... auch wenn wir bis zur Abfahrt eine Stunde warten mussten, waren wir dennoch froh, den Abstieg ersteinmal unbeschadet überstanden zu haben...
Während wir die Morgensonne genossen, liessen wir den gestrigen Tag noch einmal Revue passieren... und waren gerade so dankbar für diese – unsere – Reise... die #reiseunsereslebens. Denn: Nichts auf der Welt ist selbstverständlich!
Das Boarding für die Rückfahrt ging zügig über die Bühne.... und wir hatten diesmal den Platz mit Blick in das 'Urubamba Tal'... allerdings steckten uns die Strapazen vom Vortag noch irgendwie in den Knochen und wir nickten, trotz Geruckel, ein...
In Ollantaytambo stiegen wir dann wieder um in den Bus, mit dem wir zurück nach Cusco fahren sollten... kurz danach übermannte uns erneut die Müdigkeit... pünktlich in Cusco allerdings wurden wir wieder wach...
Wir waren einfach nur fertig, man kann es nicht beschreiben und die heutige Hitze gab uns noch den Rest... Umso glücklicher waren wir, als wir endlich wieder in unserem Zimmer im 'Waynapicchu' angekommen waren.
Heute würden wir – ausser chillen – nix mehr machen...
Ja ok... wir mussten tatsächlich noch den Rest der Reise planen... von nun an war es amtlich... auch diese Reise würde in absehbarer Zeit enden. Ach, aber irgendwie freut man sich dann doch wieder auf zu Hause... :-)
Morgen schon sollten wir in eine der finalen Runden vom Rest unserer Reise starten... Buenos Aires is calling...
Da wir allerdings erstmal wieder zurück nach Lima mussten und unser Flieger schon um kurz nach sieben starten würde, packten wir schon am Abend unsere sieben Sachen bevor wir den Wecker auf halb fünf stellten.
Dienstag, 06.12.2022
TAG 96
Um 5.15 Uhr stiegen wir ins Taxi, welches uns in einer Viertelstunde zum Flughafen bringen sollte. Weil allerdings in Cusco gerade ein neuer Flughafen gebaut und wahrscheinlich auch in nächster Zeit eröffnet wird, war hier wirklich nur noch das allernotwendigste geöffnet...
Der Flug von Cusco nach Lima startete pünktlich um 7.20 Uhr. Nach einem Aufenthalt von rund neunzig Minuten ging es dann, ebenfalls relativ pünktlich, weiter nach Buenos Aires...
Vom Flughafen in Lima hatten wir allerdings etwas mehr erwartet.... wo es an anderen Flughäfen an jedem Gate eine Toilette gab, gab es in Lima eine (mit zwei WC's) für mindestens zehn Gates... unfassbar... ihr könnt euch sicher vorstellen, wie lange man warten musste....
Ausserdem war das Essen extrem überteuert... da wir allerdings noch nix gefrühstückt hatten, mussten wir in den sauren Apfel beissen... wieder gab es 'Empanadas con Pollo'... allerdings nicht so lecker und günstig wie die aus der hoteleigenen Bäckerei 'Basilica'...
Buenos Aires
Aufgrund der Zeitverschiebung landeten wir pünktlich um 16.50 Uhr in Buenos Aires... ehe wir uns allerdings auf den Weg zum Taxistand machten, mussten wir ersteinmal einen Geldautomaten finden... schliesslich muss das Taxi ja auch irgendwie bezahlt werden. Das gestaltete sich allerdings schwieriger als gedacht... an jeglichen Automaten hier in Argentinien kann man, wohl wegen der Inflation, lediglichen einen Maximalbetrag von täglich umgerechnet 60€ abheben... dazu wird dann aber noch eine Gebühr von ~6€ aufgeschlagen... Ist das nicht die absolute Abzocke??? Sei es, wie es ist, wir brauchten jedenfalls ein bisschen Bargeld...
Jedenfalls funktionierte das WLAN des Airports einigermassen, und so konnten wir uns einen Fahrer über Uber organisieren.... der uns dann auch schon keine zehn Minuten später in unser Apartment bringen sollte.
Da wir unseren Aufenthalt in Buenos Aires auch ein wenig zum Entspannen nutzen wollten, buchten wir uns eben diese Ferienwohnung... schliesslich würden wir ja auch ganz gerne einfach mal wieder selber kochen... oder ein Eichen zum Frühstück essen... egal..
Jedenfalls gibt es in dieser 'Ferienwohnung' weder einen Kühlschrank noch eine Kochgelegenheit... Hallo??? Geht man beim Buchen einer 'Ferienwohnung' nicht davon aus, dass man dort kochen bzw. Getränke kühlen, bestenfalls sogar abwaschen, kann???
Glücklicherweise allerdings gibt es wenigstens in der näheren Umgebung zig Läden, in denen man Essen vom Buffet per Kilogramm kaufen kann... ziemlich lecker übrigens...
Bevor wir uns an diesem Abend auf unsere obligatorische Erkundungstour machten, kamen wir auf eine ganz clevere Idee... Der Laden vor unserem Hotel war mit einer aussergewöhnlichen Auswahl an Wein und Sekt (ungekühlt) ausgestattet... unser Apartment allerdings ohne Kühlschrank... mit Händen und Füssen fragten wir das Personal, ob wir den Sekt für eine Stunde in deren Kühlschrank kühlen und spätestens um 21 Uhr abholen könnten... selbstverständlich war das kein Problem.
Wir spazierten noch ein wenig in unserem Viertel durch die Gegend, in der Hoffnung noch einen Geldautomaten zu finden, an dem man eventuell mehr als nur 60€ abheben konnte... dem war aber nicht so...
Während wir von der Calle Chile auf die Avenida 9 de Julio abbogen, sahen wir am Horizont die Sonne untergehen. Sie verschwand hinter den Häusern mit einem Strahlen, das wir noch nie gesehen hatten. Jeder einzelne Sonnenstrahl schien sich gerade am Abendhimmel von Buenos Aires zu definieren.
Zurück auf der 'Calle Mexico' holten wir uns erstmal Futter... das Essen vom Buffet würden wir wohl in den kommenden Tagen noch öfter probieren...
Inzwischen sollte dann auch der Sekt im Nachbarladen eine angenehme Trinktemperatur haben...
Das Essen war lecker... der Sekt war süffig... der Abend war gerettet...
Mittwoch, 07.12.2022
TAG 97
Für heute wird es nicht soviel zu berichten geben...
In den riesigen Betten haben wir wunderbar geschlafen.. die Sonne weckte uns indem sie uns in den Nasen kitzelte...
Trotzdem unser Zimmer keine Ferienwohnung war, sind wir zufrieden. Es gibt zwar keinen Kühlschrank und auch keine Kochmöglichkeit, aber das Zimmer ist riesig und hell. Ausserdem haben wir einen kleinen Balkon.
Wie schon gesagt, wollten wir den heutigen Tag auf jeden Fall ein wenig ruhiger angehen... ausserdem musste der Rückstand in unsem Reisetagebuch unbedingt wettgemacht werden. Was waren wir eingeschränkt aufgrung von schlechtfunktionierender Internet- oder WLAN-Verbindung..
In Buenos Aires waren wir aber guter Hoffnung...
Schon vor dem Duschen fing die Cheffin an, heftig in die Tasten zu hauen...
Zum Mittag holten wir uns dann wieder ein Schüsselchen vom Buffet... gut gestärkt liess es sich nämlich viel besser arbeiten... vorher allerdings mussten wir dringend eine Wäscherei finden... unsere Sachen wurden nämlich langsam knapp...
Wir konnten an diesem Tag soviel aufholen... aber dafür sassen wir auch gut 10 Stunden am Rechner...
Ausserdem war da immer noch das Problem mit dem Beschaffen von Bargeld, aber nach ein wenig Recherche im Internet gab es auch dafür eine Lösung.
Zum Glück gibt es in Argentinien den Dollar Blue. Dazu später mehr.
Mit dem 'Troll' auf Netflix wollten wir eigentlich den Abend ausklingen lassen... wurden aber nach maximal 10 Minuten vom Schlaf übermannt...
Donnerstag, 08.12.2022
TAG 98
Unsere erste Amtshandlung heute führte uns in die Wäscherei um die Ecke... wenn man halt nur mit Handgepäck reist, werden die sauberen Klamotten schnell knapp...
Direkt neben der Wäscherei befand sich ein grösserer Supermarkt mit einem gut sortierten Wein- und Sektsortiment. In guter Hoffnung versuchten wir unser Glück und deponierten eine Flasche Sekt für den Abend im Kühlschrank hinter dem Bier... Ob es auch in diesem Laden so funktionieren würde, wie im Laden vor dem Hotel, sehen wir dann am Abend, wenn wir ihn holen würden... Wenn die Cheffin Glück hat, kann sie auch heute Abend einen kühlen Sekt geniessen...
Auf der 'Avenida 9 de Julio' spazierten wir gemütlich zum 'Centro Historico' von Buenos Aires. Es war unerträglich heiß an diesem Tag und so liefen wir immer im Schatten der Bäume... vornehmlich den der lilablühenden 'Jacaranda-Bäumen'... und der 'Florettseiden-Bäumen', die sehen besonders witzig aus.... irgendwie so, also würde Blumenkohl auf ihnen wachsen. Dabei sind es nur aufgeplatzte Blüten der sogenannten Kapselwatte... ähnlich wie bei uns die Pappel.
Mit ihren prächtigen Baumkronen bilden die Bäume superviel Schatten.
Kurz zur Vorstellung: mitten auf der 'Avenida 9 de Julio' befindet sich eine Art Parkanlage, welche sich durch die gesamte Strasse zieht. Die 'Avenida 9 de Julio' gilt übrigens als breiteste Strasse der Welt.... während einer Grünphase schafft man es als Fussgänger nicht, sie zu überqueren. Das ist tatsächlich so... aber so hat man dann auf den 'Wartestreifen' Zeit, Fotos zu schiessen oder die tollen vorbeifahrenden Busse zu bestaunen.
Wir liefen bis zur 'Avenida de Mayo' und bogen dann rechts ein. Jetzt konnte es bis zur Altstadt nicht mehr weit sein...
Buenos Aires beeindruckte uns schon bei unserem Walk auf der 'Av. 9 de Julio'... überall riesige und beeindruckende architektonisch wertvolle Bauwerke.
Der Trick mit dem Dollar Blue
Es war fast alles perfekt, aber ein Problem hatten wir immer noch:
Wir hatten keine Argentinischen Pesos mehr. Die 10.000 Pesos, die wir bei unserer Ankunft an einem der Geldautomaten im Flughafengebäude gezogen hatten, waren fast alle. Am Tag zuvor hatten wir uns darüber genauer im Internet informiert. Dabei sind wir auf eine argentinische Seite gestossen, dolarsi.com, auf der diverse Wechselkurse angezeigt werden. Unter anderem ist dort die Rede vom "Dollar Blue".
Glücklicherweise hatten wir noch einige US-Dollars im Reisegepäck. Wir kalkulierten grob, wieviel Geld wir für den Rest des Aufenthalts in Argentinien noch brauchen würden.
200 US-Dollar schien ein guter Betrag zu sein. Diese schnappten wir uns von unserem Bargeldbestand und machten uns auf den Weg in Richtung Avenida de Mayo.
Dort sollte ein Geldwechselbüro sein, welches wir aufsuchen wollten.
Hier nun die Information, was es mit dem Dollar Blue auf sich hat:
Wenn man mit seiner Karte an einem Geldautomaten Argentinische Pesos beziehen will, kriegt man diese zum offiziellen Wechselkurs.
Für 1 US-Dollar bekommt man ca. 170 Pesos.
Jetzt kommt der Dollar Blue ins Spiel. Der Dollar Blue bezeichnet den Dollarkurs auf dem Schwarzmarkt.
1 Dollar wird momentan mit etwa 310 Pesos gehandelt.
Für unsere 200 Dollar hätten wir zum offiziellen Kurs etwa 34.000 Pesos bekommen.
Wechselt man allerdings die 200 Dollar zum Schwarzmarktkurs, erhält man sage und schreibe !!! 58.000 !!! Pesos. Das sind über 70% mehr! Dazu kommt ja auch noch, dass derjenige Händler, der einem das Geld wechselt noch eine Marge hat. Die war in diesem Fall 4.000 Pesos.
Das Wort "Schwarzmarkt" hört sich immer bedrohlich an und man denkt, man wird dort über den Tisch gezogen oder bekommt Falschgeld angedreht, aber wir waren tatsächlich in einer offiziellen Geldwechselstube!!!
Als Tourist kann man vom Dollar Blue enorm profitieren. Man reist einfach nach Argentinien und nimmt ausreichend Bargeld mit, tauscht dieses dann gegen Pesos ein und kann sehr günstig shoppen gehen.
In unserem Falle ist es so, dass wir 200 Dollar eingetauscht haben, die nach dem Wechseln eine Kaufkraft von etwa 340 Dollar haben.
Nun hatten wir also endlich wieder Geld in der Tasche und konnten beruhigt unseren Trip in Buenos Aires fortsetzen.
Plaza de Mayo, Buenos Aires
Am 'Plaza de Mayo' angekommen erwartete uns unter anderem das wohl bekannteste Gebäude der Stadt. Die 'Casa Rosada', der Präsidentenpalast. Heute Sitz der Exekutive mit Sitz des argentinischen Präsidenten, hielt eins Eva – Evita – Perón von dessen Balkon ihre Reden ans Volk.
Der 'Plaza de Mayo' war damals Gründungsort von Buenos Aires und stellt somit das Herz der Stadt dar.
Aber nicht nur die 'Casa Rosada' besticht dort in ihrer prachtvollen Kolonialarchitektur... desweiteren kann man dort die 'Catedral de Metropolitana de Buenos Aires', das Gebäude der 'Banco de la Nacion' oder die sogenannte 'Piramide de Mayo' und das Reiterdenkmal von Manuel Belgrano sowie das alte Rathaus 'El Cabildo' – früher Regierungssitz – besichtigen. Wir jedenfalls kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus.
Von soviel Architektur bekamen wir einen Bärenhunger und suchten uns in einem kleinen Lokal ein schattiges Plätzchen. Das Essen, Burger, war köstlich. Allerdings waren sie so riesig, dass uns das Laufen im Anschluss recht schwerfiel.
An der 'Casa Rosada' liefen wir noch ein Stückchen hinunter zum 'Puerto Madero', dem modernen Viertel von Buenos Aires. Im wiederbelebten Hafengebiet befinden sich in aufwendig umgestalteten Backsteingebäuden haufenweise Restaurants, Steakhäuser oder Cafes, während die 'Puente Mujeres', eine elegante Hängebrücke, das Hafenbecken überspannt. Absolut sehenswert.
War es der Jetlag oder die Hitze.... wir waren jedenfalls so ko, dass wir beschlossen, für den Heimweg ein Taxi zu nehmen...
Ehe wir in unser Apartment gingen, schauten wir noch kurz in den Kühlschrank des Ladens.. die Flasche Sekt war leider weg...
Bis morgen ihr Lieben!