16.09.2022 bis 22.09.2022 

Tag 15 bis 21

  • Ich glaub, ich Spinne
  • Wat Pho
  • Killing Fields
  • S-21
  • Tonle Sap River Cruise
  • Seide auf Silk Island

Freitag, 16.09.2022
TAG 15

Jetzt kommt noch ein kurzer Nachtrag von unserem nächtlichen Ausflug ins Bangkoker Nachtleben. Und weil dieser Ausflug eben tagübergreifend war und wir heute in eine neue Urlaubswoche starten, haben wir uns entschlossen, den Bericht mit in den heutigen Tag rüberzunehmen. 


Ich glaub, ich Spinne

Wir entschieden uns gestern Abend erneut für die Rocco Bar am Anfang der Khaosan Road. Dort ist es noch relativ 'ruhig' und man kann sich noch in normaler Lautstärke unterhalten.

Gut angeheitert und in bester Bierlaune war die Cheffin einige Zeit später fest entschlossen, heute eine frittierte Vogelspinne zu probieren. 

Wollten die vorbeiziehenden Snackverkäufer:innen anfangs noch 250 Baht für ein solches Tierchen konnte man sie dann zu fortgeschrittener Stunde auf einen Hunderter runterhandeln. 100 Baht war ein guter Preis dachten wir... Die Spinne war aufgespiesst. Als erstes brach die Cheffin ein Hinterbein ab und probierte. 
Es schmeckte scheinbar sehr gut, denn nach dem zweiten Hinterbein biss sie die Spinne direkt entzwei... Mit dem letzten Biss wurden die Überreste direkt vom Spiess gezogen... Genüsslich schmackofatzte sie die Spinne weg... Wer hätte das gedacht.

Spider Woman

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In  action

Darauf tranken wir noch zwei, drei, vier Bierchen. 
In Thailand fasst ein grosses Bier 625ml. Um zu vermeiden, dass das Bier bei der grossen Hitze zu schnell erwärmt, haben wir sie immer geteilt.

Gegen drei Uhr fielen wir dann allerdings todmüde ins Bett.


Für den Morgen hatten wir mit Joe vereinbart, dass er gegen neun Uhr zu uns ins Hotel kommt um unsere Schmutzwäsche zum Waschen abzuholen. Wir waren natürlich noch total ko von der vergangenen Nacht. Aber abgemacht war abgemacht. Also machten wir uns parat und auf den Weg in die Hotellobby. Unser Chauffeur wartete dort schon auf uns und nahm die Wäsche in Empfang. Eine gute Stunde später kam er mit unserer frischgewaschenen Wäsche wieder zurück. Besser konnten wir es nicht haben.

In Chinatown

Für den Nachmittag hatten wir eine Fahrt mit Joe nach Chinatown sowie eine Fahrt an den Fluss ins Auge gefasst. An der Riverfront steht nämlich ein grosses Riesenrad. Wir wollten unbedingt noch eine Fahrt machen während wir in Bangkok sind. Sollte man von dort oben sicher eine grandiose Aussicht haben.



Um halb zwei holte Joe uns mit seinem Tuk Tuk ab und wir düsten los... Wir brauchten etwa eine halbe Stunde um nach Chinatown zu kommen, der Verkehr in Bangkok ist einfach grauenhaft... die Strassen waren voll... dennoch herrscht unter allen Verkehrsteilnehmern eine allgemeine Gelassenheit. Kein Hupen, kein Drängeln... alles entspannt.

Chinatown, Bangkok

Das Chinatown in Bangkok überraschte uns sehr. Hatten wir doch auf unseren vergangenen Reisen schon einige Chinatowns gesehen, ist das von Bangkok bisher das schönste und vor allem authentischste. Überall hängen die typischen roten Lampions und in jedem Laden winken die Glückskatzen... selbstverständlich befindet sich auch in diesem Stadtteil an jeder Ecke ein Tempel. Und wieder ist einer schöner als der andere. 

Wir spazierten etwa zwei Stunden durch die vielen bunten Strassen Chinatowns ehe uns Joe wieder einsammelte.


Jetzt sollte es an die Riverfront gehen. Es ging eine Weile durch Downtown Bangkok ehe wir am Chao Phraya ankamen. Mit unserem Fahrer hatten wir abgemacht, dass wir uns bei ihm melden, sobald wir abgeholt werden wollen.



Die Uferpromenade lud zum Träumen ein. Die langsam untergehende Sonne spiegelte sich im Wasser des Flusses wider. Man konnte den Blick hinüber ans andere Ufer weit über die herrliche Skyline von Bangkok schweifen lassen, man sah die Longtailboote flussaufwärts fahren und die Fähren vorbeischippern. So schlenderten wir noch eine Weile an der Promenade entlang bevor wir den Weg Richtung Riesenrad einschlugen.

Das Riverfront Riesenrad

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Eine Runde mit dem Riesenrad an der Bangkok Riverfront

Die Tickets für die Tour mit dem Riesenrad schmälerten unser Reisebudget um 1000 Baht (pro Person 500). Wir sollten es nicht bereuen! Die Fahrt war ein Traum... der Blick auf Bangkoks Skyline atemberaubend. Das Riesenrad drehte drei Runden, dann mussten wir leider aussteigen. Ein unfassbar schönes Erlebnis, welches wir unbedingt weiterempfehlen.


Gegen fünf brachte uns Joe zurück ins Hotel, wo wir eine knappe Stunde später ankamen. Für den Abend halten wir es ruhig und kümmern uns um unseren Blog.


Bis morgen...

Samstag, 17.09.2022
TAG 16

Heute hatten wir nichts mit Joe abgemacht und wollten auf eigene Faust ein wenig durch Downtown Bangkok spazieren, um uns dort einen Paketshop zu suchen, erhielten wir doch vor unserem Reiseantritt den Auftrag, die Wundersalbe Counterpain in Thailand zu besorgen. 

Wir kauften natürlich gleich mehrere Tuben, und beschlossen, einfach ein Paket nach Hause zu schicken. Hatten wir doch im Internet davon gelesen, dass ein eben solches, bis zu 5kg, gerade einmal 20 Euro kosten sollte. Dies erschien uns allerdings sehr, fast schon zu, günstig.

Kurzerhand nahmen wir uns ein Taxi, welches uns in die City fuhr. Diese war aussergewöhnlich... da standen wir nun inmitten der riesigen Wolkenkratzer... und auch dort sollte sich an jeder Ecke ein Tempel befinden... wie konnte es anders sein... 



Wir spazierten ein wenig durch die belebte City, bis wir in einem BusinessTower einen DHL Shop fanden. Die nette Dame sortierte unser Hab und Gut und wog es dann ab. Schlussendlich sollte das Paket, was eigentlich nur ein Päckchen war und gerademal 1kg wog, 2200 Baht (= 60,54 Euro) kosten. Dies war uns definitiv zu teuer. Da waren wir uns einig. 
Lieber würden wir die Tuben entsorgen bzw. im Hotel den Angestellten überlassen. Wir beschlossen dann, unsere Rucksäcke beim morgigen Flug erneut aufzugeben, und die Salbe ins Gepäck zu tun, was uns noch zu Verhängnis werden sollte. 

Natürlich hätten wir unser Paket auch mit der thailändischen Post und per Seeweg versenden können, dazu fehlte uns aber erstens das Vertrauen und zweitens auch die Zeit.


Wat Pho

Schliesslich wollten wir heute unbedingt noch den liegenden Buddha im Wat Pho besichtigen. Mittlerweile war es schon 17 Uhr und die Tempelanlage sollte, laut Dr. Google, bereits um 18 Uhr schliessen. Wieder schnappten wir uns ein Taxi und fuhren eine gute halbe Stunde, mitten zur Rushour, zum Reclining Buddha. 


Dort angekommen waren wir ersteinmal erleichtert, schloss der Tempel nämlich erst um 18.30 Uhr... puh, nochmal Glück gehabt. Der Eintritt von 200 Baht pro Nase hat sich für das uns bevorstehende Erlebnis überaus rentiert.


Die Anlage war gigantisch... wenn man nicht aufpasste, konnte man sich durchaus verlaufen. Wir schlugen als erstes den Weg in Richtung des liegenden Buddhas ein.... langsam fing es an zu dämmern... es war wunderschön. Überall glitzerte es golden... einfach fantastisch.

Der liegende Buddha im Wat Pho

Am Tempel des liegenden Buddhas angekommen zogen wir uns, wie vor Betreten eines jeden Tempels, unsere Schuhe aus und staunten nicht schlecht, als wir hineinkamen. Füllte der Buddha doch in seiner ganzen Länge fast komplett den Tempel aus. Kolossal!!! So etwas hatten wir noch nicht gesehen. Man konnte rundherum laufen, um diesen beeindruckenden Koloss zu begutachten.

In diesem Moment waren wir fast die einzigen Besucher in diesem Tempel und konnten uns somit genügend Zeit nehmen, den prächtigen Kerl zu beäugen.

Im Anschluss blieb uns auch noch genug Zeit, die übrigen Tempel und Pagoden anzuschauen. Es dämmerte schon und die Abendsonne liess alles noch traumhafter ausschauen.



Um halb sieben traten wir dann unseren Heimweg ins Hotel an. Laut Navi sollten es nicht mehr als zwei Kilometer sein, die ganze Strecke ging es fast nur geradeaus und so erreichten wir nach einer guten Dreiviertelstunde unser Hotel. Wir machten uns kurz frisch und stürzten uns noch ein letztes Mal ins Getümmel der Khaosan Road, um uns an einem der unzähligen Streetfoodstände unser Abendessen zu organisieren. Wir entschieden uns für die leckeren Hähnchenspiesse vom Grill.



Morgen geht es dann nach Phnom Penh.

Sonntag, 18.09.2022 

TAG 17

Heute also geht unsere Reise weiter..... Phnom Penh in Kambodscha wird unser nächstes Ziel sein. 


Nachdem wir frühzeitig aufgestanden sind, unsere sieben Sachen gepackt hatten, buchten wir uns eines der vielen Taxis, die vor unserem Hotel warteten und fuhren zum Flughafen. Wie immer waren wir natürlich wieder viel zu früh dran. Unser Flieger sollte nämlich erst um 15.35 Uhr starten. 


Die große Hektik

So hatten wir aber genügend Zeit für den Online CheckIn. Dabei stellten wir dann fest, dass wir gar kein Aufgabegepäck gebucht hatten und somit nur mit Handgepäck reisen konnten. Also stand umpacken und sortieren jetzt auf dem Plan. Und die Frage aller Fragen: 'Was passiert mit der Wundersalbe... wie kriegen wir die mit an Bord? Bekommen wir die überhaupt mit an Bord?' 

Wir entschieden uns, die Salben einfach in der Reiseapotheke im Rucksack zu lassen... immerhin hatten wir jeder schon unseren 1Liter Beutel mit Flüssigkeiten... und der Inhalt war auf das nötigste beschränkt. Mehr als sie beim Sicherheitscheck wegschmeissen zu müssen konnte uns ja im Grunde nicht passieren. 


Die Cheffin erlitt, allein bei dem Gedanken daran, schon hunderte Nervenzusammenbrüche... Am Sicherheitscheck angekommen, legten wir alles nötige aufs Band. Die Tasche, in der sich unsere Reiseapotheke befand, liessen wir im Rucksack. Die Mitarbeiterin in der Sicherheitskontrolle nahm diese dann zwar doch raus, gesagt hat sie allerdings nix. 

So viele Wannen wie heute hatten wir noch bei keiner Kontrolle. Selbstverständlich wurden wir nachdem wir durch das 'Tor' gegangen waren noch auf die Seite gerufen, um unser Gepäck gemeinsam mit einer Mitarbeiterin durchzugehen. Allerdings interessierte sich sich wenig bis gar nicht für die mitgeführten Wundersalben. 
Die Tasche der Reiseapotheke wurde noch einmal separat gescannt und das wars dann...lediglich hatte sie ein Auge auf unsere Powerbank geworfen. Dass diese nur eine Kapazität von maximal 30000mAh haben darf, wussten wir bis heute auch nicht. Wir hatten Glück, unsere ist zwar wuchtig, weil sie mit ausklappbaren Solarpaneelen ausgestattet ist, hat aber 'nur' 26.800mAh... puhhh geschafft. 



Auf dem Weg zum Gate kamen wir am McDonalds vorbei und genehmigten uns ersteinmal ein ausgiebiges McMenue... schliesslich hatten wir ja noch nicht gefrühstückt... :-) genüsslich und in Ruhe futterten wir die Fritten und die Burger nebst Chicken McNuggets und waren froh, ohne grosses Aufsehen durch den Securitycheck zu sein. 

Wir sind mal gespannt, durch wieviele Länder die Wundersalbe noch reisen wird. 

Ankunft in Phnomh Penh

Unser Flug verliess pünktlich den Don Muang Airport in Bangkok. Trotz einiger kleineren Turbulenzen erreichten wir nach einer Flugzeit von 1h 15min Phnom Penh. 

Während des Fluges mussten wir noch eine Zollbestimmung sowie eine Gesundsheitserklärung ausfüllen. 


Vorteil nach dem Flug war natürlich, dass wir nach der Passkontrolle nicht mehr zum Gepäckband sondern direkt durch den Zoll und zum Ausgang durchmarschieren konnten. 

Apropos Passkontrolle: Um etwaige Wartezeiten zu vermeiden, haben wir vor einigen Wochen ein E-Visa bei der Botschaft beantragt und bewilligt bekommen. Weil wir ja auf unserer Reise keinen Drucker mitführen, sind diese E-Visa selbstverständlich auf dem Laptop abgespeichert. Die Beamten an der Passkontrolle machten ein wenig blöd... und wollten die Visa am Laptop sehen, obwohl ihnen diese sofort nach Einscannen unserer Pässe auf ihrem Desktop angezeigt wurden. Reine Schikane... Das war der erste Eindruck von Kambodscha. 

Naja, wenigstens kamen wir ohne weiteres durch den Zoll. 


Am Ausgang wartete dann unser Fahrer. Wir haben den Tuk Tuk Shuttleservice beim Hotel für 9$ gebucht. Der Dollar ist nämlich in Kambodscha neben der Landeswährung Riel offizielles Zahlungsmittel. 

Phomh Penh, Kambodscha

...und wieder Regen.

Auf der Straße...

...neben unserem Hotel.

Ein Casino?

Unser Zimmer im Pool Top Hotel

Wieder wurden wir von monsunartigen Regenfällen überrascht. Bis allerdings unser Tuk Tuk vorgefahren war, hatte der Regen nachgelassen und hörte auch alsbald wieder auf. Wir fuhren los. Der Verkehr hier in Phnom Penh scheint noch schlimmer zu sein, als wir es von Bangkok kannten. 
Dann setzte der Regen während der Fahrt erneut ein.


Als wir in unserem Hotel, dem Pooltop Phnom Penh, ankamen war es mittlerweile schon dunkel, es war aber erst 18.15 Uhr. Wir nahmen ein Kaltgetränk zu uns und begaben uns dann auf unser Zimmer. Fürs erste schien alles in Ordnung.. schöne, ordentliche Zimmer, mit direktem Blick auf den Mekong und sogar mit Balkon... beim Toilettenbesuch merkten wir dann, dass im Badezimmer irgendetwas undicht zu sein schien und das halbe Bad unter Wasser stand. Wir reklamierten und uns wurde vom netten Personal versichert, dass wir morgen ein neues Zimmer zugeteilt bekämen. Na da sind wir mal gespannt. 



Nach einer kurzen Erfrischung wollten wir wenigstens noch eine Runde um den Block gehen, um die Lage zu peilen. Wir brauchten nur zwei drei Schritte laufen und schon kamen wir an unzähligen Imbiss- und Früchteständen vorbei. Mit der Lage hatten wir es also ganz gut getroffen. Den Rest werden wir morgen bei Tageslicht sehen. 


Um 11Uhr wird uns das Tuk Tuk abholen und wir werden ein wenig die Stadt erkunden. 


Gute Nacht!

Montag, 19.09.2022 

TAG 18

Heute wollten wir uns ein wenig mit der Geschichte Kambodschas befassen. Diese ist schrecklich... aber auch schrecklich jung. Ab 1975 stand Kambodscha bis 1979 fast vier Jahre unter der Tyrannei von Pol Pot und seiner Roten Khmer. Pol Pot wollte mit seinem 'Steinzeitkommunismus' als Führer der 'Khmer Rouge' ein neues Land, einen Bauernstaat, erschaffen. 
Er lies ganze Städte leeren (Phnom Penh war innerhalb von drei Tagen leer) zwang die Menschen zur Feldarbeit... Unterricht, Kunst und Religion wurden verboten. Die Idee des Diktators von der Erschaffung seines Bauernstaates hatten Folter, Hunger und Tod zur Folge. Die Schergen Pol Pots töteteten während dieser Zeit -3 Jahre, 8 Monate und 20 Tage- dreissig Pozent der Bevölkerung, demzufolge hat jede Familie in Kambodscha mindestens ein Mitglied durch den Genozid verloren. 


In Phnom Penh gibt es zwei Gedenktstätten, um das Gedenken der Opfer des Regimes der Roten Khmer aufrecht zu erhalten. Diese wollten wir uns heute anschauen. 


Zum einen das Genozid Museum Tuol Sleng, das frühere Foltergefängnis 'S-21', zum anderen die 'Killing fields'. 


Das Foltergefängnis S-21 war vor der Zeit ein Gymnasium in dem die Schüler, in ihrer Freizeit, auf dem Sportplatz unter anderem Volleyball spielten oder an einem Gerüst mit Seilen klettern konnten. Während der Diktatur wurde alles in kürzester Zeit in eine Folteranlage umfunktioniert. So wurden aus Klassenzimmern Gefängniszellen... (Einzelzellen und Massenzellen). In die Klassenzimmer wurden schnell Wände gemauert, um Einzelzellen zu schaffen; wohl ebenfalls in kürzester Zeit, denn zum Teil waren die Wände sehr schief. Aber der Zweck schien erfüllt. 

Der Volleyball- bzw. Sportplatz wurde zum Schauplatz grausamster Folter. 
So wurde aus dem Klettergerüst ein Galgen, an dem die Gefangenen an den Händen, die auf dem Rücken zusammengebunden waren, so lange aufgehängt wurden, bis sie das Bewusstsein verloren. 

Und wenn sie ohnmächtig wurden, hat man sie mit dem Kopf in die Kübel mit Dreckwasser gesteckt, damit sie wieder zu Bewusstsein kamen, um sie im Anschluss weiter foltern zu können. 


Alles wurde von der Roten Khmer exakt dokumentiert. Jede einzelne Folter; von jedem einzelnen Insassen gibt es peinlichst genaue Aufzeichnungen. 

Meist wurden ganze Familien inhaftiert, gefoltert und getötet. Sollte doch niemand überleben, um eventuell zu einem späteren Zeitpunkt die Toten zu rächen. 


Sollte jemand die Hölle im S-21 überlebt haben, wurde er auf die Killing Fields gebracht, um dort getötet zu werden. Kam ein Lkw mit Gefangenen an, ertönte zum Rattern der Generatoren extra laute Musik, aus Lautsprechern, die überall auf dem Gelände an den Ästen der Bäume befestigt waren. Die ankommenden Gefangenen sollten die Schreie derer nicht hören, die gerade hingerichtet wurden. 


Um wertvolle Munition zu sparen, wurde mit Hammer, Axt, Bajonett, Bambusknüppeln, Spaten oder Eisenstangen, eben alles, womit man jemanden niederschlagen kann, getötet. 

Die Gefangenen mussten zuvor mit verbundenen Augen und aneinander gefesselt durch die Felder marschieren, um, einer nach dem anderen, nach der Tötung ins Massengrab gestossen zu werden. Viele von ihnen waren zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal tot. 



Die Massengräber wurden Anfang der 1980er Jahre entdeckt und die Überreste der Opfer geborgen. 

Noch heute kann man Knochenreste oder Fetzen von Kleidungsstücken in den Massengräbern von einst finden. Gerade bei starken Regenfällen werden sie regelmässig hervorgespült. 


Das Grauen von Pol Pot und seiner Roten Khmer erreichte den Höhepunkt am 'Killing Tree'. 

Dort wurden Babys und Kleinkinder an den Füssen gepackt und solange mit dem Kopf an den Stamm des Baumes geschlagen, bis sie tot waren. 
Können Menschen so grausam sein???


Das sollte jetzt nur eine kurze Einleitung sein...
Zur Geschichte Kambodschas kann man im Netz noch einiges nachlesen.

Killing Fields

Unser Fahrer holte uns um elf Uhr an unserem Hotel ab. Wir wollten zuerst auf die 'Killing Fields', etwa 15 km ausserhalb von Phnom Penh. 


Beim Losfahren stellten wir fest, dass sich unser Hotel nur etwa 300 m vom Tonle Sap befindet. Ein Fluss, der ca. 1 km weiter in den Mekong mündet.... das hatten wir am Vorabend noch gar nicht begutachten können... sind war ja in die andere Richtung spaziert. 
Schon fast malerisch schlängelte sich der Fluss an der Uferpromenade entlang... von hier aus sah Phnom Penh aus, wie jede andere Grossstadt... alles schick und sauber.... nach einer Weile bogen wir rechts ab und da sahen wir dann die bittere Realität... auch wenn vornherum alles toll erscheinen mag, wagt einen Blick hinter die Kulissen.... 



So wurde uns auf dem Weg zu unserer ersten Destination ersteinmal mit voller Wucht vor Augen geführt, wie dankbar und demütig wir doch für das Leben, welches wir führen sein können... nein, sein müssen... die Folgen des Vietnam-Krieges sowie die Herrschaft der Roten Khmer und den etlichen Bürgerkriegen sind hier noch immer deutlich zu spüren, aufgrunddessen bleibt Kambodscha noch heute eines der ärmsten Länder Asiens. 



Wir kamen vorbei an Siedlungen, in denen eine Wellblechhütte noch Luxus zu sein schien. Teilweise leben die Leute zwischen Müllbergen, in denen sich die streunenden Hunde oder Katzen noch eine Kleinigkeit zu fressen erhoffen. Dieses Elend liess unser fröhliches Reden unterwegs verstummen... Wie dankbar wir dem Universum in diesem Moment für unser Leben waren könnt ihr euch vorstellen. 



Nach etwa einer knappen Stunde kamen wir an... Schon beim Betreten der Gedenkstätte 'Killing Fields' befiel uns eine schwere Demut... kaum durch das Eingangstor gekommen sah man in der Ferne schon den Gedenkturm (Stupa)... je näher man kam, umso deutlicher wurde es; was wir dort sahen trieb uns Tränen in die Augen. 

Tafel am Gedenkturm

Dort waren die geborgenen Überreste der Opfer aufgebahrt.... die Schädel übereinander gestapelt.... auf drei Ebenen... insgesamt viele Meter hoch. Es war ein Bild des Schreckens.... zur Würdigung derer Seelen legten wir eine Blume nieder und entzündeten Räucherstäbchen... Was mussten diese Menschen für Qualen über sich ergehen lassen, nur weil so ein Idiot seinen Willen auf derart grausame Weise durchsetzen wollte... 


Kaum zu glauben, dass dieses Gelände einst ein Obstgarten gewesen sein sollte, folgten wir nach dem Verlassen der Stupa dem Wegweiser... wir kamen an etlichen Stationen vorbei mit ebenso vielen schrecklichen Berichten... bis wir realisierten, dass die ganzen 'Hügel' bzw. 'Vertiefungen' jene Massengräber waren, in denen die Gefangenen nach der Folter hingerichtet wurden. Trotz der grossen Hitze bekamen wir Gänsehaut am ganzen Körper. Teilweise standen noch Schaukästen aus Glas, in denen die immer wieder gefundenen Überreste (Knochen oder Kleidungsstücke) gesammelt werden. Wir waren ergriffen... und wieder dankbar für unser Leben.

Killing Fields

Auch wenn wir dachten, dass es nicht schlimmer kommen könnte... auf den 'Killing Fields' steht der 'Killing Tree'... das zu schreiben kostet unendlich viel Kraft... Trauer und Wut kommen über einen... an diesem Baum wurden die Babys und Kleinkinder totgeschlagen... festgehalten an den Beinchen wurden ihre Köpfchen solange an den Stamm geschlagen, bis die Kleinen tot waren... 


Wir gingen noch eine Weile durch den Park um unsere Gedanken zu sammeln.... das war gar nicht so leicht... hatten wir doch die Geschehnisse von damals quasi direkt vor Augen.... 

Ziemlich ergriffen machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel: S-21. 

S-21

Um diese Folteranlage zu besichtigen zahlten wir einen Eintritt von 5$ pro Person. Wie in der heutigen Einleitung schon beschrieben, war die Anlage vor der Schreckensherrschaft Pol Pots eine ganz normale Schule... man konnte es kaum glauben... 


Wir betraten das erste Gebäude und gingen durch die Zellen... dreistöckig und alles Massenzellen... schon der Blick durch die Gitter in die Zellen lies unser Blut gefrieren... 

Hand in Hand betraten wir die Zellen... wir sahen verschiedene Fessel- und Folterwerkzeuge... in einigen Räumen sah man einige Kleidungsstücke, die im Vorfeld untersucht und gereinigt wurden, bestmöglich auch den Opfern zuzuordnen. 

Das Gefängnis S-21

Die ehemalige Schule

Eine große Zelle

In der Zelle

Der "Klassentrakt" von aussen

Eilig gemauerte Einzelzellen

Chum Mey, einer der 7 Überlebenden von S-21

Im Gebäude Nr. 2 konnte man direkt sehen, dass alles sehr schnell gehen musste. 
In einigen Klassenzimmern wurden eilig Trennmauern errichtet, so dass acht Einzelzellen entstanden. Die große Eile, mit der die Trennwände errichtet wurden, erkennt man daran, dass die gemauerten Steine einfach per Augenmaß aufeinandergesetzt wurden, ohne eine Wasserwaage zu Hilfe zu nehmen.

Kaum 2,5 qm² waren die entstandenen Einzelzellen 'gross'. Ein Schreckensbild. Zum Teil sieht man an den Wänden noch das Blut der Opfer, welches sie durch die Folter vergossen haben. 
Die Atmosphäre auf diesem Gelände war erdrückend. 

Ergriffen setzten wir unseren Rundgang fort und kamen in ein Gebäude, in denen man die verschiedenen Folterpraktiken und die dazugehörigen Werkzeuge, die an Grausamkeit nicht zu überbieten waren, begutachten konnte. 
 

14000 Menschen sollen in diesem Gefängnis ermordet worden sein. 
Genau sieben der Gefangenen haben es überlebt


Ziemlich aufgelöst beschlossen wir, den Heimweg anzutreten. 

Am Eingang der Gedenkstätte konnte man mit zweien von den sieben Überlebenden dieser schrecklichen Massaker noch ein paar Worte wechseln. 
Ihre Vergangenheit und das, was sie erlebt hatten, stand ihnen ins Gesicht geschrieben.
Sie haben dort am Ausgang ihre Stände aufgebaut und verkaufen Bücher, in denen sie ihre Geschichte aufgeschrieben haben. 

Chum Mey ist einer von ihnen. Wir kauften eines seiner Bücher in deutsch. Auf seine Geschichte sind wir gespannt
 

Auf dem Heimweg sprachen wir kein Wort. Wir mussten erstmal alles sacken lassen. 


Erneut mussten wir mit unserem Tuk Tuk durch den Monsun. Der Fahrer machte das Regenverdeck runter und los ging es. 


Im Hotel angekommen wechselten wir ersteinmal das Zimmer. Wir zogen von der zweiten Etage hinauf in die dritte... einwandfrei... dort hatten wir einen Blick direkt auf die Mündung des Tonle Sap in den Mekong... herrlich, vorallem in der Dämmerung. 



Am frühen Abend entschieden wir uns, noch ein wenig am Fluss spazieren zu gehen. Das sollte jetzt genau das richtige sein. 

Nach ein paar Metern waren wir schon am Ufer des Tonle Sap... ruhig war es und langsam brach der Abend herein. Weil wir sowieso vorhatten, während unseres Aufenthaltes in Phnom Penh eine Bootstour über den Mekong zu machen, kam es uns gerade recht, dass sich zu dieser Zeit gerade sämtliche Bootsführer am Ufer herumzutreiben schienen um diverse Fahrten anzubieten. Schlussendlich buchten wir dann bei einer netten schnuckeligen Frau eine einstündige Private Tour für den morgigen Tag um 11Uhr. 


Der Nachtmarkt in Phnom Penh

Wir bummelten weiter... und standen vor dem Phnom Penh Nachtmarkt... also: Nix wie gucken gehen... ausserdem hatten wir Hunger... dieser sollte dort sicher gestillt werden können. Wir wurden nicht enttäuscht und das Essen war überaus gut. 

Gut gesättigt gingen wir noch ein paar Meter Richtung Mündung... mittlerweile gingen überall die Leuchtreklamen an und die ganze Promenade nebst Nebenstrassen schien zu glitzern und zu blinken. Das hatte irgendwas... wir beschlossen, in einer der Nebenstrassen noch ein Bierchen trinken zu gehen. Wir tranken dann zwar zwei und saßen mindestens eine Stunde, aber schön war es. 

Nachtmarkt in Phnom Penh

Auf dem Rückweg drehten wir noch eine Runde über den Nachtmarkt, der jetzt noch grösser und lebendiger schien... ja, sogar Live-Musik spielte. Wir holten uns noch ein leckeres Eis und flanierten weiter... erneut durch unzählige kleine Gassen, die scheinbar alle noch zum Nachtmarkt gehörten. Überall Stände mit Taschen, Schmuck, bunten Klamotten und genauso buntem Obst und Gemüse... ein farbenfroher und fröhlicher Nachtmarkt und genau das, was wir nach dem Erlebten am Vormittag gebraucht haben. 


Gegen 21 Uhr kamen wir zurück ins Hotel und waren gespannt auf den morgigen Tag! 


Dienstag, 20.09.2022

TAG 19


Tonle Sap River Cruise

Wenn man eines kann in Südostasien, dann ist das gut schlafen :-) 


Wir trödelten heute ein wenig in den Tag hinein und eilten dann um kurz nach elf an den Sisowath Quay. Die nette Dame wartete schon auf uns und leitete uns auf das Oberdeck ihres tollen Kahns. Wir konnten es gar nicht fassen... hatten wir tatsächlich dieses ganze Boot für die kommende Stunde nur für uns!!! 

Wir setzten uns auf eine gepolsterte Bank am Bug des Schiffes und genossen die Aussicht, während die Kapitänin langsam anfing, das Boot aus der Anlegestelle herauszumanövrieren. Da stand auch schon der Junior vor uns und brachte uns eine Schüssel mit gekühlten Getränken... Wasser, Cola und BIER... Das war natürlich perfekt.. hatten wir ja noch nicht einmal gefrühstückt... :-) 

Der Kahn schippert währenddessen den Tonle Sap entlang in die Mündung zum Mekong. Der Blick auf die Sykline von Phnom Penh war überragend.... 

Der Tonle Sap ist ein Fluss, der den Mekong mit dem See Tonle Sap verbindet. Während der Regenzeit fliesst das Wasser vom Mekong in den See und während der Trockenzeit fliesst das Wasser vom See in den Mekong. Der Tonle Sap ist weltweit der einzige Fluss, der seine Fliessrichtung aufgrund der Jahreszeiten ändert.



Nachdem wir die Mündung erreicht hatten, sahen wir am Ufer lauter bunte Schiffe... es war quasi ein 'Dorf' und die Menschen schienen dort zu wohnen... all ihre Habseligkeiten befanden sich auf diesen kleinen Booten...

Etwa auf dem halben Weg kam wieder der Monsun über uns und wir gingen ans Unterdeck... wir waren zwar nass, aber das machte uns gar nichts... es war angenehm warm und wir waren rundum zufrieden. 

Kreuzfahrt auf dem Tonle Sap in Richtung Mekong-Mündung

Frühstück für Seeleute

Nach einer guten Stunde gingen wir wieder an Land und beschlossen, uns noch ein Bierchen mit aufs Zimmer zu nehmen. Also machten wir einen kurzen Stopp an der Bude neben unserem Hotel. Die Cheffin beschloss, direkt noch eine Kleinigkeit zu essen. Mit Händen und Füssen machten wir der Frau am Stand klar, was sie auf den Teller bzw. die Schüssel tun soll... währenddessen und nach dem Öffnen unserer Bierdosen, erklärte uns die nette Frau, dass wir gerade noch eine Dose Gerstensaft gewonnen hätten...:-) auf der Lasche, die man abziehen musste, war nämlich ein Bier abgebildet... 



Die Essensportion war riesig und wurde dem Appetit der Cheffin gerecht; lecker war es ausserdem. 

Wir öffneten die gewonnene Büchse Bier und …. wieder ein Gewinn... so ging die Rechnung wenigstens auch auf... drei Bier konnte man ja schlecht durch zwei teilen... Zu unserem Glück verbarg sich unter der Lasche der letzten Büchse nicht noch ein Gewinn...
So gingen wir auf unser Zimmer und werkelten noch ein wenig an unserer Homepage.



Bevor uns nach einer Weile die grosse Müdigkeit überkam, holten wir uns noch einen kleinen Snack vom Stand um die Ecke – Nervennahrung.

Nach einem kurzen Mittagsschläfchen bummelten wir ein bisschen durch die Gegend. Schlussendlich landeten wir erneut in dem Bistro vom Vortag und gönnten uns ein paar Bierchen – by the way: zur 'Happy Hour' kostet hier ein Bier gerade einmal 0,75 $. Da kann man sich schon das ein oder andere mehr genehmigen...



Es war interessant zu beobachten, dass in bzw. vor den Bars fast ausschliesslich junge Damen saßen, die überaus adrett und schön zurechtgemacht waren. Egal wolang wir liefen, überall schien es so, als wäre 'Mädelsabend'... :-)

Für den Heimweg nahmen wir uns dann aber ein Tuk Tuk... morgen wollten wir auf die 'Silk Island' fahren... Sam, unser Fahrer wird uns um 10 Uhr abholen. 

Der Fluss, der seine Fließrichtung wechselt: 

Tonle Sap

Mittwoch, 21.09.2022

TAG 20

Seide auf Silk Island

Am heutigen Vormittag wollten wir einen Ausflug nach 'Koh Dach' (Seideninsel), eine Insel im Mekong, machen. Bevor wir jedoch losfuhren, zeigte uns unser Fahrer Sam noch eine Wäscherei in der näheren Umgebung, in der wir unsere schmutzigen Klamotten zum Waschen hinbrachten. 


So können wir morgen mit sauberer Kleidung nach Siem Reap aufbrechen; auf unserem gestrigen Abendspaziergang hatten wir noch den Shuttleservice dorthin klargemacht – mit einem Minivan werden wir am Donnerstagmorgen vom Hotel abgeholt, mit dem es dann Richtung Angkor Wat geht. Die Fahrt wird etwa 5 Stunden dauern und kostet pro Person 15 $.


Etwa eine halbe Stunde später ging es raus aus Phnom Penh und zur Fähre, die uns samt Tuk Tuk über den Mekong zur 'Silk Island' brachte. Während der Überfahrt, die keine 
10 Minuten dauerte, hatten wir einen Superblick über den Mekong zur Skyline von Phnom Penh. 


Auf 'Koh Dach' angekommen fuhren wir über 'Stock und Stein' … und besuchten eine von unzähligen Seidenwebereien, die sich auf der Insel befinden und konnten einen Einblick in das ländliche kambodschanische Leben gewinnen. Es ist beachtlich, mit welch einfachen Mitteln die Frauen ihr Handwerk verrichten... Wir sind aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen. Für einen gemusterten Seidenschal sitzt eine Weberin an fünfzehn Tagen jeweils acht Stunden am Webstuhl... es ist unglaublich. Am Ende hätte man einen solchen Schal für 15 $ erwerben können – das entspräche einem Stundenlohn von nichteinmal 0,13 $. 

Tatsächlich war mir nie bewusst, wieviel Arbeit und KnowHow dahinter dahintersteckt, wenn ich in der Heimat derartige Handarbeit begutachtet hatte.

Tagestour nach Silk Island auf dem Mekong, Kambodscha

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Der Seidenfaden wird mit einem modifizierten Fahrrad per Muskelkraft umgespult

Seidenraupen bei der Arbeit

Im Herzen der Insel befindet sich das Webereizentrum. Dort geleitete uns ein junger Mann durch die Anlage und wir erfuhren alles über die Seidenherstellung. Angefangen bei den Seidenraupen, die auf Maulbeerbaumblättern knabbern... über die Verpuppung zum Kokon, welcher anschliessend gekocht wird... um dann daraus die feinen Seidenfäden zu spinnen, die im Anschluss gefärbt und gewebt werden. 



In diesem Zentrum arbeiten nur Frauen, ausschliesslich Witwen, die dort in traditionellen Holz- und Bambushäusern wohnen und arbeiten – unten befinden sich die Arbeits- und oben die Wohnbereiche. Alles was in diesem Zentrum hergestellt wird, wird auch dort verkauft. Der Erlös kommt dann den Arbeiterinnen zugute.

Natürlich ist es so, dass man nach solchen Besichtigungen am Ende die fertigen Produkte präsentiert bekommt, in der Hoffnung, dass die Touristen etwas kaufen.
Wie erklären dann immer, dass wir uns auf einer langen Reise befinden und daher leider nichts mitnehmen können, da wir nur mit zwei kleinen Rucksäcken unterwegs sind.
Nichtsdestotrotz zeigen wir uns durch ein kleines Trinkgeld für die Vorführungen erkenntlich.


Ein Ausflug auf die Seideninsel ist äusserst zu empfehlen um für ein paar Stunden der Hektik der Grossstadt zu entfliehen und die kühle Ruhe der Insel zu geniessen und man erfährt nebenbei noch so vieles über die Geschichte der Seidenweberei in Kambodscha.

Die Heimfahrt in unserem Tuk Tuk war wieder sehr amüsant. Sieht man doch die tollsten Vehicles auf den Strassen von Kambodscha... da fahren Mopeds mit riesigen Anhängern und Ladungen, die in unseren Breitengraden nur von eine 7,5t transportiert hätten werden können. Oder Mopeds, die auf ihren Planwagenanhängern einfach mal eine Hängematte unterm Dach anbringen. Dass hier eine vierköpfige Familie auf einem Roller fährt ist Gang und Gäbe und nichts besonderes.


Kaum waren wir in unserem Hotelzimmer, ergossen sich wieder die monsunartigen Regenfälle über die Stadt.... Mensch, was hatten wir für ein Glück während unserem Trip zur Seideninsel... Super!



Im Laufe des frühen Abends holten wir dann noch in der Wäscherei unsere Sachen ab... welch ein Superservice für schmales Geld... innerhalb von 8 Stunden waren unsere 3 kg Schmutzwäsche gewaschen, getrocknet und perfekt zusammengelegt... das Ganze für 4,50 $.


Zum Ausklang der Tage hier in Phnom Penh entschieden wir uns, den Abend im hauseigenen Restaurant auf der Dachterrasse ausklingen zu lassen. Schliesslich hatten wir ja auch immernoch den Gutschein für unseren Willkommensdrink... den wollten wir uns nicht entgehen lassen.


Und schon morgen geht unser Abenteuer weiter... wir fahren mit dem Kleinbus bzw. Minivan nach Siem Reap um übermorgen Angkor Wat zu besichtigen, eine Buddhistische Tempelanlage und das grösste religiöse Monument der Welt.

Donnerstag, 22.09.2022

TAG 21

Heute also sollten wir mit einem Kleinbus nach Siem Reap gebracht werden. Bei einer Strecke von etwa 320 Kilometern sollten wir nach 5 Stunden unser Ziel erreichen. Für einen Preis von 15 $ pro Person nahmen wir die Fahrt auf uns.

Ein Mitarbeiter der Fahrgesellschaft holte uns gegen 9 Uhr von unserem Hotel ab und brachte uns zur Sammelstelle. 



Der Bus war bis auf den letzten Platz ausgebucht... alle 16 Plätze, inklusive der Platz des Fahrers, waren belegt. Unterwegs wechselten die Plätze natürlich auch desöfteren ihre Passagiere.... manchmal stiegen welche aus, an anderen Orten stiegen dafür wieder neue ein. Es war recht viel Betrieb, was wahrscheinlich auch daran lag, dass in Kambodscha ab morgen ein dreitätiges buddhistisches Fest – der Pchum Ben Day – stattfindet. Viele Kambodschaner fahren dann aufs Land, oder in die Städte, um ihre Verwandten zu besuchen.


Wir bekamen in der vorletzten Reihe unsere Plätze zugewiesen. Am Vorabend hatten wir uns auf dem Weg in die Wäscherei noch mit Proviant für die Reise eingedeckt, Chips, Kuchen... Cola und vom Stand um die Ecke ein paar Bananen und Weintrauben. 



Bis wir aus Phnom Penh draussen waren, war schon eine Stunde vergangen, so gingen wir schon davon aus, dass wir wohl länger unterwegs sein werden, als die 5 Stunden.... unsere Mitfahrer waren allesamt sehr nett... wie jeder Kambodschaner eigentlich. Nie zuvor haben wir auf unseren Reisen so nette, freundliche, hilfsbereite und aufmerksame Menschen getroffen... Schon deshalb würden wir wieder nach Kambodscha reisen.



Die Fahrt verlief ruhig, wir konnten lesen, etwas schlummern und natürlich futtern...der nette Nachbar vom Platz gegenüber bot uns netterweise ein paar geröstete (wir glauben) Sonnenblumenkerne an. Im Gegenzug tauschten wir Bananen und Weintrauben mit ihm. 

Nach etwa drei Stunden hielten wir an und machten eine kurze Pause... wer wollte oder musste, konnte sich was zu essen holen oder pinkeln gehen. 30 min später sollten wir wieder starten.

Kurze Pause nach drei Stunden Fahrt

Unterwegs sahen wir überall weisse Kühe, die am Strassenrand grasten... zauberhaft... wir fuhren durch Gegenden, die durch die starken Regenfälle, während des Monsuns, so stark überflutet waren, dass hektarweise Land, auch Ortschaften, dermassen unter Wasser standen, dass sogar unser Bus grosse Mühe hatte, die Massen zu bezwingen. Das war ein Abenteuer... :-)

Nach sieben Stunden erreichten wir Siem Reap. Dort angekommen, warteten an der dortigen Busstation natürlich schon die Tuk Tuk Fahrer, die uns in unser Hotel bringen sollten; dieser Service war im Fahrpreis inklusive. 


Der freundliche Mr. Mao fuhr uns mit seinem Tuk Tuk in unser Hotel 'Le Tigre'. Die Fahrt war zwar kostenlos, jedoch ging man davon aus, dass man den Fahrer dann am nächsten Tag für eine Tour engagieren würde. Weil wir ja sowieso am nächsten Tag 'Angkor Wat' besichtigen wollten, war das für uns das kleinere Übel.

Mr. Mao sollte uns um 4.30 Uhr von unserem Hotel abholen und uns zum Sonnenaufgang nach 'Angkor Wat' bringen.


Nachdem wir eingecheckt und unsere Sachen auf unserem Hotelzimmer verstaut hatten, mussten wir selbstverständlich ersteinmal die Gegend erkunden und zogen ein wenig durch die Strassen. Vorbei an unzähligen Kneipen... by the way: ein frisch gezapftes Bier kostet hier meist unter 1 $, teilweise sogar nur 0,50 $.

Siem Reap

Unterwegs sahen wir überall weisse Kühe, die am Strassenrand grasten... zauberhaft... wir fuhren durch Gegenden, die durch die starken Regenfälle, während des Monsuns, so stark überflutet waren, dass hektarweise Land, auch Ortschaften, dermassen unter Wasser standen, dass sogar unser Bus grosse Mühe hatte, die Massen zu bezwingen. Das war ein Abenteuer... :-)

Nach sieben Stunden erreichten wir Siem Reap. Dort angekommen, warteten an der dortigen Busstation natürlich schon die Tuk Tuk Fahrer, die uns in unser Hotel bringen sollten; dieser Service war im Fahrpreis inklusive. 


Der freundliche Mr. Mao fuhr uns mit seinem Tuk Tuk in unser Hotel 'Le Tigre'. Die Fahrt war zwar kostenlos, jedoch ging man davon aus, dass man den Fahrer dann am nächsten Tag für eine Tour engagieren würde. Weil wir ja sowieso am nächsten Tag 'Angkor Wat' besichtigen wollten, war das für uns das kleinere Übel.

Mr. Mao sollte uns um 4.30 Uhr von unserem Hotel abholen und uns zum Sonnenaufgang nach 'Angkor Wat' bringen.


Nachdem wir eingecheckt und unsere Sachen auf unserem Hotelzimmer verstaut hatten, mussten wir selbstverständlich ersteinmal die Gegend erkunden und zogen ein wenig durch die Strassen. Vorbei an unzähligen Kneipen... by the way: ein frisch gezapftes Bier kostet hier meist unter 1 $, teilweise sogar nur 0,50 $. 

Dann kamen wir an den Fluss und zum riesigen Nachtmarkt von Siem Reap... der war wirklich der Wahnsinn.... riesengross und genauso kurios... da lag das frische Fleisch... obendrüber ein provisorisch zusammengebastelter Ventilator, der mit den angebundenen Plastikstreifen die Fliegen vertreiben sollte... allerdings befand sich am Stand nebenan der Friseur..., was wohl keine weiteren Erläuterungen bedarf. Wir mussten schmunzeln.

Dann kauften wir noch 200 g Original Kampotpfeffer (gesamt 3 $) und machten uns auf in Richtung Hotel, inzwischen war es nämlich schon stockdunkel geworden. 


Bevor wir ins Bett gingen, genehmigten wir uns in der 'Honeymoonbar' - kurz vor unserem Hotel - noch ein paar von den günstigen Bierchen. Morgen hiess es ja: „Früh aufstehen!“



Das war's für die dritte Woche. 

Weiter geht's bei Tag 22 bis 28.