23.09.2022 bis 29.09.2022 

Tag 22 bis 28

  • Angkor Wat
  • Ho Chi Minh
  • Böse Überraschung
  • Bitexco Financial Tower
  • Water Puppet Theatre
  • Ausflug nach Vung Tau
  • Cristo Redentor

Freitag, 23.09.2022
TAG 22

Angkor Wat

Pünktlich um 4.30 Uhr ging es heute Morgen los. Auf Mr. Mao war Verlass. Wir tuckerten mit dem Tuk Tuk durch das fast menschenleere Siem Reap. Kaum zu glauben, dass hier gestern Abend noch der Bär gesteppt hatte... die meisten Kneipen und Supermärkte sind hier rund um die Uhr geöffnet, teilweise waren sie sogar am heutigen Morgen noch gut besucht. Kurzerhand hielten wir noch am Supermarkt und kauften ein paar kühle Getränke nebst Knabbereien, um die Zeit bis zum Frühstück zu überbrücken.



Stopp 1 war der Ticketservice für 'Angkor Wat'... wir hätten nicht gedacht, dass um diese Uhrzeit schon dermassen viel Betrieb sein könnte... offensichtlich waren wir nicht die einzigen, die sich den Sonnenaufgang über der Tempelanlage anschauen wollten. Wir bekamen personalisierte Eintrittskarten, für die extra von uns ein Foto gemacht wurde.

Am Ticket-Schalter von Angkor Wat

Es gibt auf der Tempelanlage verschiedene 'Checkpoints', an denen die Tickets kontrolliert werden.


Danach fuhren wir etwa noch eine halbe Stunde ehe wir den Haupttempel 'Angkor Wat' erreichten, über den in geraumer Zeit die Sonne aufgehen sollte. 

Wir gingen ca. 400m durch die Dunkelheit, bis wir rechts abbogen und nach überqueren eines Pontons den Tempel erreichten. Noch leuchtete uns der Mond den Weg... der Himmel war sternenklar... die besten Verhältnisse für einen SuperSonnenaufgang... könnte man meinen..


Am Eingang angekommen, sicherten wir uns sogleich einen Premium-Platz mit Blick direkt auf die aufsteigende Sonne…  unser Handy positionierten wir auf einer Holzlatte an den Mauern der Tempelanlage. Immer in 'HabAchtStellung', damit sich niemand vor die Linse stellt oder das Telefon herunterreisst... aber hier in Kambodscha ticken die Uhren anders... hier wird Rücksicht genommen. Man ist wie eine Familie... wird man oft als 'Bruder', 'Schwester' oder 'Mommy' bezeichnet, ist das ein Zeichen von Respekt … man gehört quasi zur Familie... Warum kann das nicht überall so sein??? Miteinander statt gegeneinander... das wäre schön.


Unser Telefon war auf jeden Fall 'safe'... mussten wir aber nach der ersten halben Stunde feststellen, dass die Aufzeichung, aufgrund einer eingehenden Email, abgebrochen wurde... egal... 'Play' und weiter ging es.... 



Trotz aufziehender Wolken, welche sich teilweise schon vor die Sonne schoben, ist der Tagesanbruch über 'Angkor Wat' ein Erlebnis gewesen, das man nicht in Worte zu fassen vermag... der aufsteigende Nebel... die Klänge des benachbarten Klosters... 

Die Atmosphäre in diesem Moment widersprach gerade jeglicher Vorstellungskraft... es herrschte eine unsagbare Ruhe und Zufriedenheit... und Dankbarkeit.. und genau das war das, was wir gerade fühlten... wir schienen eins mit dem Universum...


Die Sonne bahnte sich den Weg durch die Wolken... und wir erlebten das Erwachen des Tages.. wir erlebten den Sonnenaufgang über 'Angkor Wat'... 

Sollten wir nicht jeden Tag ein wenig Demut üben.. Demut und Dankbarkeit... für etwas, das wir jeden Tag als selbstverständlich erachten? Sollten wir unsere Tage, unser Dasein, nicht viel bewusster leben? Schliesslich haben wir nur dieses eine Leben... Sollten wir nicht das bestmögliche daraus machen?


Dieser frühe Morgen wird für uns jedenfalls immer eines der wundervollsten Erlebnisse unseres Lebens bleiben. 

Sonnenaufgang über 

Angkor Wat

Wir nutzten den Tagesanbruch und die relativ wenigen Besucher, um in der frühen Morgenstunde und vor der grossen Hitze die ersten Eindrücke von Angkor Wat zu sammeln... allerdings brauchten wir dafür gute drei Stunden...

Angkor Wat

 

Jetzt hatten wir aber ordentlich Hunger... Mr. Mao brachte uns sodann direkt an einen Imbissstand in der Nähe unserer nächsten Destination.... wir aßen eine Kleinigkeit und machten uns auf den Weg zum 'Bayon' – alles Tempel, welche zur Anlage 'Angkor Wat' gehören. Zuvor hielten wir noch am 'South Entrance'... dort führt eine sagenhafte Brücke mit Denkmälern buddhistischer Soldaten über den Slueng Siem Reap zum 'North Entrance', wo Mr. Mao auf uns wartete, um uns an den nächsten Tempel zu bringen... 'Bayon'. 


Auch dieser hatte natürlich wieder etwas, was ihn für uns zu etwas ganz besonderem werden liess... 

Jedesmal... wirklich jedesmal stehen wir voller Ehrfurcht vor den Tempeln und zollen denen, die vor nunmehr mitunter schon fast tausend Jahren dieses Kunstwerk zustande gebracht haben, unseren grössten Respekt. 

Wir brauchten rund eine Stunde, um diesen ehrfürchtigen Platz zu erkunden.. 

Auch hier wartete Mr. Mao am gegenüberliegenden Eingang auf uns. Allerdings mussten wir ersteinmal die Toiletten aufsuchen. 


Dieser Toilettenbesuch etablierte sich von 0 auf 100 zu dem erlebnisreichsten unseres Lebens... 

Kaum hatten wir die Strasse überquert, dachten wir, uns laust der Affe.... 


Sie kamen von allen Seiten.. es war so drollig... 

Bayon, Angkor

Es schien als hätten alle Affenfamilien gleichzeitig ihren Ausflug geplant... zur Toilette mussten wir ersteinmal durch ein Stückchen Dschungel laufen wo die ganze Affenbande zwischen den Bäumen fangen spielten und Mutti & Vati indes ihren ehelichen Pflichten nachkamen...   :-) 

Sie kamen sogar so nah, dass sie teilweise von den Passanten gefüttert wurden... und liefen über die Strasse, als würde sie ihnen gehören. Die waren so putzig, dennoch mussten wir uns loseisen... Mr. Mao wartete ja auf uns. 


Er fuhr mit uns zum letzten Tempel, Ta Prohm, den wir für heute besichtigen wollten. Der Tempel diente als Filmkulisse für 'Lara Crofts' 'Tomb Raider' und scheint, nach den Besuchern zu urteilen, einer der beliebtesten in der Tempelanlange von Angkor zu sein. Immerhin ist hier Angelina Jolie alias Lara Croft durch diese alten Gemäuer geturnt. 



Durch den West-Eingang liefen wir wieder ein Stück durch den Urwald und staunten nicht schlecht über die riesigen Bäume mit ihren noch riesigeren Wurzeln, die man dort überall sah. 

In der Ferne hörten wir Klänge von uns fremden Musikinstrumenten. Als wir näher kamen, sahen wir auf einem Holzpodest sechs Musiker sitzen. Auf den ersten Blick wirkten die Musiker auch ganz normal.. schaute man sich allerdings genauer um oder hat die nebenstehende Tafel gelesen, wird klar, dass die Musiker allesamt Opfer von Landminen in Kambodscha sind, die ihre Verstümmelungen aber keinesfalls zur Schau stellen. Wir gaben ihnen einen kleinen Obolus und lauschten noch ein wenig ihrer Musik ehe wir weiter Richtung 'Ta Prohm' liefen. 



Überall schlängelten sich riesige Wurzeln um die Gebäude der Tempelanlage... die irgendwie etwas sagenhaftes, magisch-mystisches hatte... faszinierend. 

Durch auf die Dächer der Gebäude herabfallenden Samen, wahrscheinlich von Vögeln, gelang es während der Jahrhunderte den zunächst zierlichen Pflanzen (u. a. der Würgefeige) ihre Wurzeln entlang der Mauern bis hinunter zum Boden zu strecken. Im Ta Prohm Tempel hat man diese Urwaldriesen so belassen. 

Es ist schon spektakulär zu sehen, wie sie mit ihren überall entlang schlängelnden Wurzeln die Gebäude zu sprengen scheinen um sie dennoch fest zu umklammern. 

Über den Besuch im Ta Prohm waren wir uns einig: Dieser war in seiner Mystik nicht zu überbieten.

Ta Prohm, Angkor

Bevor es im Anschluss, inzwischen war es 14 Uhr und wir waren mittlerweile schon über acht Stunden unterwegs, wieder in unser Hotel gehen sollte, machten wir noch einen kurzen Abstecher zur hiesigen Post. Wir hatten beschlossen, das Risiko zu minimieren und die Wundersalbe bei unserem nächsten Flug / Grenzübertritt nicht mehr mitzuführen. Also wollten wir ein Paket nach Deutschland schicken. 

Wir checkten die Öffnungszeiten und liessen uns 'pi mal daumen' die Versandkosten berechnen. Als uns der Mitarbeiter der 'Cambodia Post', mitteilte, dass das Päckchen von 800 g 50 $ kosten sollte, schlackerten wir zwar mit den Ohren, waren wir uns aber einig, es zu wagen, und das Paket per Luftfracht auf den Weg nach Deutschland zu schicken. Diese 800 Gramm brauchten wir schon nicht mehr in unserem Gepäck zu verstauen und zu tragen. Also packten wir schnell im Hotel alles zusammen und fuhren direkt zur Post zurück um das Paket noch heute abzuschicken. Nun hoffen wir, dass es seinen Weg nach Rheinfelden auch findet. 



Bevor wir am Samstag weiter nach Saigon (Ho-Chi-Minh-City) reisen, mussten wir noch in eine der ansässigen Wechselstuben unsere Thailändischen Baht zurücktauschen... wer weiss, ob das in Vietnam noch möglich ist... 

Also gingen wir ein kurzes Stück und tauschten das Geld... das lustige war, dass diese Wechselstube ein Multifunktionsladen war... gleichzeitig konnte man dort Mopeds und Fahrräder ausleihen, man konnte Tickets für irgendwelche Reisen oder Flüge buchen, im Laden war noch eine Art Minimarkt und ausserdem noch ein Beauty- und Friseursalon... 

Wir entschieden uns kurzerhand, das Angebot zu nutzen... so liess sich der eine den Kopf rasieren und die andere einen Kurzhaarschnitt verpassen... die Dame arbeitete sehr präzise und am Ende waren wir alle zufrieden. 

Wobei angemerkt werden muss, dass die Cheffin zuvor schon in einigen Salons zwecks Kurzhaarschnitt nachgefragt hatte und niemand ihre Haare schneiden wollte. Es wurde immer darauf verwiesen, besser einen Herrenfriseur aufzusuchen.
Scheinbar schneiden sie hier den Frauen die Haare nicht kurz... warum auch immer... jedenfalls war es hochamüsant... 



Noch schnell mit der netten Friseurin ein paar Selfies geschossen, haben wir schlussendlich für diesen dreistündigen Friseurbesuch gerade einmal 7 $ bezahlt. Waren dann aber auch froh, als wir uns im Hotel endlich unter die erfrischende Dusche stellen konnten. 


Den Abend verbrachten wir in der 'Drynk Bar' um die Ecke, wo wir noch ein wenig an unserem Blog bastelten. Während wir dabei Wein & Bier tranken, wurde im Lokal Karaoke gesungen... 


Im Laufe des Abends kamen wir auch mit der Besitzerin des Ladens ins Gespräch.... wobei wir erfuhren, dass sie selbst schon einmal zu Besuch in der Schweiz gewesen sei... was für ein Zufall... 



Gegen Mitternacht gingen wir zurück auf unser Zimmer.... für den morgigen Tag war, bis auf die Weiterreise nach Vietnam nichts weiteres geplant. 

Drynk Bar, Siem Reap

Samstag, 24.09.2022
TAG 23

Und heute sollten wir uns von Kambodscha verabschieden müssen, das Land, das wir in der kurzen Zeit so lieb gewonnen hatten und dessen Einwohner uns eine Herzlichkeit entgegen brachten, wie wir es noch in keinem Land erfahren durften. Wir kommen auf jeden Fall wieder!


Die Zeit zwischen CheckOut und Abfahrt zum Flughafen verbrachten wir in der Hotellobby... wir nutzten die Gelegenheit um den Bericht vom gestrigen Tag fertigzustellen und die weitere Reiseroute zu planen. Zwischendurch ergab sich immer wieder die Gelegenheit mit dem ein oder anderen ein Schwätzchen zu halten oder mit dem Holtelmanager eine Partie Schach zu spielen... 


Unser Flieger sollte um 18.20 Uhr vom International Airport in Siem Reap starten, wo uns Mr. Mao um 15 Uhr hinbrachte. Diesmal waren wir allerdings nicht die ersten, die für diesen Flug eincheckten. Nein, tatsächlich standen schon mindesten 15 Personen vor uns am CheckInn-Schalter.

Der Flughafen von Siem Reap ist klein und schnuckelig... momentan verlassen dort nicht mehr als 6 Flugzeuge pro Tag den Hangar. Auf dem Parkplatz standen höchsten 10 Autos, die wahrscheinlich den Angestellten gehörten. Gates gibt es dort allerdings 8... keine Ahnung warum... 

Noch nie ging es schneller und entspannter durch CheckIn, Passkontrolle und SecurityCheck als am International Airport von Siem Reap. 

Es war eine richtige Wohltat... die paar Leutchen, die mit uns nach Ho-Chi-Minh-City flogen, verliefen sich auf der ganzen Ebene... wir schlenderten noch ein wenig durch den Duty Free.. dort waren wir tatsächlich die einzigsten... es war fantastisch... keine Hektik... kein Stress... take it easy...

Gähnende Leere am Siem Reap Airport, Kambodscha

Ho Chi Minh

Statt 18.20 Uhr begab sich der Flieger schon gegen 18 Uhr auf die Startbahn, das Boarding war abgeschlossen... alle an Bord... also ging es früher los. Auch gut.

Wir erreichten Ho-Chi-Minh-City etwa um 19.20 Uhr... leider dauerte es an der Passkontrolle etwas länger... der Flughafen von Saigon ist halt eine Hausnummer grösser... und somit war unser Flieger nicht der einzige, der gerade gelandet war. 

Ungefähr um 20 Uhr standen wir dann vor dem Flughafengebäude... Unsere Rucksäcke hatten wir während des Fluges wieder in den Frachtraum gegeben; aufgrund der langen Wartezeit bei der Passkontrolle waren diese inzwischen längst angekommen und warteten neben dem Gepäckband auf uns. Wir zogen noch Geld am Automaten... und waren direkt Millionär – endlich.... dafür ging die Rechnerei jetzt aber wieder los... 
1 € entspricht etwa 23000 Dong... 


Bevor wir zum Taxistand gingen, organiserten wir noch schnell eine vietnamesische SIM-Karte für die Zeit während unseres Aufenthaltes – only Internet & 5 GB per day – 7,50 $. 

Böse Überraschung

Mit dem Taxi machten wir uns auf in das von uns gebuchte Hotel. Schon während der Taxifahrt wurden wir von dieser Stadt mit einer Wucht überrascht, wie wir es uns beim besten Willen nicht vorgestellt hätten. Die City schien komplett mit Leuchtreklamen und Blinkebildern gepflastert zu sein. Nach 45 Minuten kamen wir am BAP Homestay, im District 3, an... Leider war wohl etwas mit unserer Buchung schiefgelaufen... das Hotel war ausgebucht... na toll... 

Während wir dennoch mit einem gekühlten Schwarztee begrüsst wurden, organisierte der nette Boss eine scheinbar gute Alternative für uns...im Hotel auf der gegenüberliegenden Strassenseite sollte uns ein gleichwertiges Zimmer erwarten.


Der Boss geleitete uns den Weg und schilderte dem jungen Mann hinter dem Empfang unsere Situation. Das Zimmer sollte minimal teurer sein, als das gebuchte, aber das war uns in diesem Moment egal... 

Bevor wir buchten, wollten wir uns die Unterkunft allerdings zuerst anschauen. Man verlangte nach unserem Pass. Daraufhin baten wir, eine Kopie anzufertigen, um die Pässe wieder 'am Mann' zu haben, um uns, bei einer möglichen Kontrolle, ausweisen können. Irgendwie schien uns der junge Rezeptionist nicht zu verstehen und startete einen Videocall mit seinem Chef... ein richtig schmieriger und arroganter Kerl, welcher das Gespräch aus dem Bett heraus zu führen schien..... Hallo??? Telefoniert man so mit seiner Kundschaft?? 


Ok, dachten wir... andere Länder, andere Sitten... aber unseren Pass überlassen wir keiner fremden Person... wir gingen zurück zu 'Ike Godsey' – ja der Boss des eigentlich gebuchten Hotels hatte verblüffende Ähnlichkeit mit dem Gemischtwarenverkäufer bei den 'Waltons'.

Wir erklärten ihm kurz die Situation und dass wir unsere Pässe nicht abgeben werden, jedoch sollte das wohl hier so üblich sein. 

Also gingen wir erneut, diesmal gemeinsam mit 'Ike Godsey', in das gegenüberliegende Hotel. Widerwillig liessen wir die Pässe für die Besichigung des Zimmers an der Rezeption. Einer der Hotelboys fuhr mit uns in die erste Etage. Dort angekommen erwartete uns die nächste Überraschung. 

Wir sind ja nicht zimperlich und bei der nötigen Freundlichkeit schauen wir auch über das ein oder andere Manko hinweg... aber wir hatten ein Zimmer mit Balkon gebucht.... dieses Zimmer hatte zwar ein Fenster, aber man schaute auch nur auf die gegenüberliegende Wand.. keine Frischluft und wie das Wetter draussen ist, konnte man auch nicht sehen... So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Sollten wir in den kommenden sechs Tagen nur den Ausblick auf eine kahle Betonwand geniessen??? Nein... wir verliessen das Hotel... auf Nimmerwiedersehen und gingen auf die andere Strasseneite. 

Während wir in der nächsten Stunde nach einer neuen Unterkunft suchten, tranken wir bei 'Ike' noch zwei Bierchen. Es gestaltete sich schwieriger als gedacht; die Hotelzimmer mit Balkon in der Nähe waren zwischenzeitlich ausgebucht. Wir haben uns dann im District 7 für das Luxury Sunshine Hotel entschieden, welches sich genau auf der anderen Seite der City befindet. 'Mr. Godsey' organisierte uns über 'Grab' ein Taxi... und so fuhren wir noch einmal eine gute Dreiviertelstunde durch das nächtliche Saigon.

Her mit den Millionen !

Eins dieser Scheinchen ist grade mal 21 Euro wert.

Im Sunshine Hotel angekommen wurden wir für das ganze Durcheinander entschädigt. Der junge Mann hinter dieser Rezeption begrüsste uns im perfekten Englisch und begleitete uns auf unser Zimmer in die erste Etage. 

Das Zimmer war toll... gross, hell... sauber... aaaber... kein Balkon... dafür aber ein Fenster, welches sich fast über die ganze Zimmerbreite öffnen liess, ausserdem gab es im im Foyer des Hotels eine schöne Terrasse... Hier wollten wir uns für die kommenden sechs Tage niederlassen.

Inzwischen war es schon fast Mitternacht... unsere obligatorische Erkundungsrunde um den Block nach Ankunft erledigten wir aber dennoch. Wir wollten uns sowieso noch etwas zu trinken und eine Kleinigkeit zum Essen holen. Die Supermärkte haben hier ja 24/7 geöffnet.


Weit mussten wir auch nicht laufen... wir holten uns ein paar Knabbereien und einige Dosen Cola... an der warmen Theke orderten wir noch zwei Hotdogs und eine Portion Nudeln, was wir dann noch gemütlich auf der Hotelterrasse verspeisten...


Gegen 1 Uhr krabbelten wir satt und zufrieden in unser Bett...

Sunshine Luxury Hotel, 

Ho Chi Minh

Sonntag, 25.09.2022
TAG 24

Nachdem der gestrige Abend doch für recht viel Trubel sorgte, beschlossen wir, den heutigen Tag etwas ruhiger angehen zu lassen.... 

Während wir im Bett eine Kleinigkeit frühstückten, planten wir den heutigen Tag. 

Obligatorisch installierten wir uns noch die 'Grab' – App, um uns zu jeder Zeit bequem ein Taxi buchen zu können.


Um circa 12 Uhr bestellten wir uns via 'Grab' dann das erste Mal ein Taxi zum Hotel, das uns ins Herz von Saigon zur 'Kathedrale Notre Dame von Saigon' bringen sollte. 

Es dauerte keine 5 Minuten und wir konnten losfahren... keine lange Diskussion über den Fahrpreis.... keine Erklärung, wo es hingehen soll... all das passiert schon während der Buchung in der App... perfekt... 

Die Fahrt bekam von uns 5 Sterne.


Trotz momentaner Restauration und vieler Gerüste konnte man dennoch die wunderschöne römische Architektur bewundern. Die Kathedrale trägt offiziell den Titel 'Die Basilika unserer Lieben Frau von der unbefleckten Empfängnis' und ist die Mutterkirche der Erzdiözese Saigons mit Sitz des Erzbischhofs von Saigon.


Im kleinen Park, ausserhalb der Basilika, steht Mary – Queen of Peace. Eine wunderschöne Statue vom Bildhauer Ciochetti.


Gegenüber befindet sich das Hauptpostamt... - Saigon Central Office - eines der ältesten, schönsten und symbolträchtigsten Gebäude in Ho-Chi-Minh-City... und ein Muss für jeden Reisenden. Nach dem Betreten fühlt man sich zwar, als wäre man in der Zeit zurückgereist... dennoch fungiert es noch immer als Hauptpostamt, in dem täglich tausende von Paketen und Briefen empfangen oder verschickt werden.



Von dort aus schlenderten wir weiter... wir wollten zum 'Golden Dragon Water Puppet Theatre' – einer einzigartigen traditionellen Volkskunstform und besondere Schöpfung des vietnamesischen Volkes. Dort angekommen stellten wir fest, dass es nur noch Vorführungen am Dienstag oder Freitag gibt... also beschlossen wir, den 'Tanz der Marionetten auf dem Wasser' übermorgen anzuschauen. Die Vorstellung sollte um 18.30 Uhr beginngen... wir holten uns die Tickets und spazierten weiter. 


Unterwegs begneten wir Strassenverkäufern, die uns an Wasserträger erinnerten... sie trugen auf ihren Schultern Kokosnüsse in Kühltaschen an einen Bambusstock gebunden.... allerdings haben die eine ganz hinterhältige Masche, diese an den Mann zu bringen... 

Anfangs tun sie freundlich und hilfsbereit und wollen dir behilflich sein, deinen Weg zu finden... dann geben sie vor, jetzt Feierabend zu machen und drücken dir eine Kokosnuss in die Hand... bums ist man pro Nuss 2,50 $ los.. fertig... einmal auf den Leim gegangen... aber nie wieder.

Bitexco Financial Tower

Jetzt wollten wir aber in die 49. Etage des etwa 260 m hohen Bitexco Financial Towers fahren... dem ehemals grössen Wolkenkratzer Vietnams, um die 360° Aussicht auf dem 'Saigon Skydeck' zu geniessen. 

Dort war so wenig Betrieb, dass wir am Ticketschalter – Eintritt pro Person: 8,40$ - direkt an die Reihe gekommen sind... eine freundliche Dame begleitete uns zum Lift und wir düsten in nullkommanix in den 49. Stock. 
Das Skydeck ist auf einer Höhe von knapp 180 m.

Oben angekommen hatten wir trotz Regen eine atemberaubende Aussicht auf Ho-Chi-Minh-Stadt und staunten erneut über diese faszinierende Stadt... einige Runden drehten wir dort oben und entdeckten immer wieder etwas neues. Ein Zeitlimit für unseren Besuch gab es nicht... dafür aber für jeden eine Flasche Wasser. 


Im Anschluss gingen wir noch in der Nähe des 'Bitexco Towers' zu Abend essen. Lecker, lecker....

Für die Rückfahrt zum Hotel buchten wir erneut einen Fahrer über 'Grab', welcher in weniger als zwei Minuten vor Ort war...


Auf unserem Zimmer angekommen wurden direkt die Erlebnisse des heutigen Tages niedergeschrieben... morgen wollen wir eventuell in den Zoo...

Ausblick vom 

Bitexco Financial Tower

Montag, 26.09.2022
TAG 25

Bevor wir heute Nachmittag in den Zoo gingen, schlenderten wir vormittags noch zur 'Crescent Mall' einem riesigen und eines der ersten Einkaufszentren in Vietnam. Das wollten wir uns anschauen.... auf sechs Etagen gab es alles, was das Herz begehrt.... wirklich alles... ausser Haarspray... :-) 



Gemütlich klapperten wir alle Stockwerke ab... während es sich auf den ersten drei Ebenen fast ausschliesslich um Mode und Beauty drehte, wurde sich in den oberen Etagen um jegliche kulinarischen Gelüste der Kunden gekümmert... 

Auf der letzten Ebene kam dann auch das Entertainment nicht zu kurz... so gab es unter anderem einen GameShop.... Cinemas und das allerbeste: auf dem Gang standen drei KaraokeBoxen... die man auf den ersten Blick für Telefonzellen hätte halten können.... aber beim Näherkommen sahen wir die Reklame auf den Seiten und dann entdeckten wir in der mittleren Kabine zwei Asiatinnen, die schon kräftig am singen waren... Das wollten wir auch ausprobieren...



Karaoke-Automat in der Crescent Mall, 

Ho Chi Minh

40.000 Dong (1,68 €) mussten wir berappen, damit wir 15 min nach Herzenslust trällern konnten... die Geräte hatten die Form, wie man sie von Spielautomaten kennt... an der Seite hingen jeweils Kopfhörer und Mikrofon... auf dem Touchscreen konnte man die Lieder anwählen, die man im Anschluss singen wollte... War das ein Spass... :-)


Leider war der Aussenbereich in der oberen Etage gesperrt... sicher hätte man von dort eine grandiose Aussicht gehabt... aber die sollten wir im Laufe des Tages noch woanders geniessen können... 

Rolltreppen-Labyrinth in der Crescent Mall

Bevor wir Richtung Ausgang gingen, bestellten wir wieder per 'Grab' ein Taxi, das uns zum 'Saigon Zoo and Botanical Garden' bringen sollte...


Die Anlage zählt zu den ältesten seiner Art auf der ganzen Welt und ist an sich auch sehr schön.. von der Unterbringung der Tiere waren wir aber nicht wirklich begeistert... sind wir von Europa / Deutschland oder Schweiz natürlich andere Standards gewöhnt. 

Die Gehege waren unseres Erachtens zum Teil viel zu klein... vor allem aber sehr alt und lieblos hergerichtet... auch kamen uns die Becken z. B. die der Nilpferde viel zu klein vor... allerdings sind die asiatischen Standards sicher nicht mit den europäischen zu vergleichen. Einen Besuch ist dieser Zoo allemal wert... schon alleine des wunderschönen Botanischen Gartens wegen. Ausserdem ist diese Anlage eine wunderbare alternative zum ganzen Rumgewusel in der City.



Zoo Saigon

Ja, diese Wuselei holte uns direkt nach dem Verlassen des Geländes wieder ein... die Schule war wohl gerade aus... hunderte Eltern holten mit den Mopeds ihre Kinder ab... teilweise fuhren diese auch selber heim... rundherum war ein Konzert aus Motorgeräuschen und Hupen zu hören... wir bahnten uns aber unseren Weg hindurch... noch ging es... wir sollten zu späterer Stunde allerdings noch andere Szenarien erleben... 



Nach einer kurzen Picknickpause setzten wir unseren heutigen Ausflug fort... wir wollten noch zur Riverside, um über die 'Thu Thiem Bridge' zu laufen. Dies ist eine über den Fluss Saigon führende Schrägseilbrücke, die erst im April dieses Jahres eröffnet wurde. 

Über eine kleine Wendeltreppe gelangte man vom Ufer aus auf die Brücke.. es dämmerte schon und wir hatten eine überragende Aussicht auf das abendliche Saigon... die Brücke ist gut einenhalb Kilometer lang... wir marschierten auf der linken Seite hinüber und auf der rechten wieder zurück... 

Von weitem sahen wir Ho-Chi-Minh-City glitzern und blinken was das Zeug hielt... der einsetzende Regen zwang uns aber, einen Schritt zuzulegen, wenn wir nicht völlig durchnässt auf der anderen Seite ankommen wollten. Das gelang uns leider nicht völlig und so gingen wir über die Wendeltreppe auf der anderen Seite wieder hinunter ans Ufer. 

Scooter, Scooter, nichts als Scooter

Dort sollte uns dann das Grauen erwarten... 

Es rollten uns Lawinen von Motorrollern entgegen.. und ein Überqueren der Strasse schien unmöglich, wollte man nicht sein Leben riskieren... also gingen wir ersteinmal an der Uferseite weiter... irgendwann mussten wir aber rüber... 



Der Verkehr wurde aber nicht weniger... im Gegenteil... keine Ahnung, wieviel von diesen Motorrollern allein hier in Ho-Chi-Minh-City unterwegs sind... aber sicher ein paar Millionen... 


Nach einer Weile kamen wir an eine Ampel... aber die ist für die Meisten nicht von Interesse... wir bekamen 'grün' und dann hast du nur eine Chance... 'einfach laufen' hiess die Devise... natürlich hielt niemand an... wir mussten da durch...

Scooter Horror in Saigon

Sogar auf dem Bürgersteig kann man überfahren werden

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Todesmutig und ein wenig lebensmüde bahnten wir uns den Weg hindurch die Lawine... und sind tatsächlich lebend auf dem Bürgersteig der anderen Strassenseite angekommen... allerdings schert sich auch darum niemand von den Mopedfahrern... ist eben auf der Strasse kein Platz mehr zum Durchkommen, wird halt auf dem Fussgängerweg weitergefahren... und natürlich gehupt... volle Pulle.


Darauf erstmal eine Abkühlung... wir suchten uns eine abgelegene Kneipe und liessen bei Bier und Cola die Aufregung der letzten Minuten sacken... ehe wir uns von einem 'Grab' Taxi zurück ins Hotel bringen liessen, wo wir gemütlich auf unserem Zimmer den Tag Revue passieren lassen.


Dienstag, 27.09.2022
TAG 26

Für heute stand ausser dem Besuch beim 'Golden Dragon Water Puppets Theatre' am Abend noch nichts auf dem Programm. Nur unsere Wäsche mussten wir unbedingt noch in den Waschsalon bringen. Nachdem wir das erledigt hatten, bestellten wir uns über 'Grab' ein Taxi dorthin. Das sollte uns zum 'Greenline Ferry Terminal' am Saigon River bringen.

Greenline Ferry Terminal, Ho Chi Minh

Weil uns ein wenig die Sehnsucht nach Meer gepackt hatte, beschlossen wir beim Frühstück einen Ausflug an Vietnams Pazifikküste nach Vũng Tàu zu machen und wollten uns spontan die Tickets für die Fähre dorthin besorgen. Leider verkehren die Fähren zwischen Ho-Chi-Minh-City und Vũng Tàu nur jeweils zweimal täglich – um 9 Uhr & 15 Uhr. Da allerdings die Überfahrt gut zwei Stunden dauern würde, hätten wir somit nur knapp vier Stunden Aufenthalt. 

So wollten wir eine Nacht in Vũng Tàu bleiben und buchten uns eine Hotelübernachtung. Leider war die Fähre für die Hinfahrt am morgigen Vormittag schon ausgebucht. Weil für uns aber am Freitag schon die Reise weitergeht, blieb nur die Option von Mittwoch auf Donnerstag und aus diesem Grunde haben wir für die Anreise die Fahrt mit dem Kleinbus (auch nur zweistündig) als Alternative gewählt. Für die Rückfahrt nutzen wir am Donnerstag die Nachmittagsfähre um nach Saigon zurückzukommen.

Mit den Tickets in der Tasche schlenderten wir noch ein wenig in der Sonne an der Uferpromenade entlang.


Dann kam der Moment und wir mussten, um in die City zu kommen, wieder die Strasse am Quai überqueren.... zum Glück war in der Mittagszeit noch nicht soviel Verkehr wie am Vorabend und wir haben es überlebt... sind wir ja schon gut in der Übung.


Gemütlich flanierten wir durch das lebendige Saigon...und kamen ans Opernhaus. Die Gegend dort scheint wohl zu den vornehmen Vierteln dieser Stadt zu gehören... die Strasse war gesäumt von Nobellabeln wie 'Chanel', 'Dior', 'Cartier', 'Louis Vuitton'... 'Bvlgari' und all die anderen... 

Nur ein paar Meter weiter befindet sich das von den Franzosen erbaute und im Kolonialstil gehaltene Rathaus von Saigon. Heute allerdings beherbergt es das Volkskomitee. Auf dem Rathausplatz steht eine riesige Statue von Ho Chi Minh... und auf der von Jasminbäumen gesäumten Nguyen Hue Walking Street befindet sich ausserdem der wunderschöne Lotusbrunnen... ein Springbrunnen in dessen Mitte eine riesige Lotusblüte thront. 

Weil diese Strasse mit Betonblöcken für Scooter unzugänglich gemacht wurde, kann man dort wunderbar auf und ab spazieren.

Weil uns ein wenig die Sehnsucht nach Meer gepackt hatte, beschlossen wir beim Frühstück einen Ausflug an Vietnams Pazifikküste nach Vũng Tàu zu machen und wollten uns spontan die Tickets für die Fähre dorthin besorgen. Leider verkehren die Fähren zwischen Ho-Chi-Minh-City und Vũng Tàu nur jeweils zweimal täglich – um 9 Uhr & 15 Uhr. Da allerdings die Überfahrt gut zwei Stunden dauern würde, hätten wir somit nur knapp vier Stunden Aufenthalt. 

So wollten wir eine Nacht in Vũng Tàu bleiben und buchten uns eine Hotelübernachtung. Leider war die Fähre für die Hinfahrt am morgigen Vormittag schon ausgebucht. Weil für uns aber am Freitag schon die Reise weitergeht, blieb nur die Option von Mittwoch auf Donnerstag und aus diesem Grunde haben wir für die Anreise die Fahrt mit dem Kleinbus (auch nur zweistündig) als Alternative gewählt. Für die Rückfahrt nutzen wir am Donnerstag die Nachmittagsfähre um nach Saigon zurückzukommen.

Mit den Tickets in der Tasche schlenderten wir noch ein wenig in der Sonne an der Uferpromenade entlang.


Dann kam der Moment und wir mussten, um in die City zu kommen, wieder die Strasse am Quai überqueren.... zum Glück war in der Mittagszeit noch nicht soviel Verkehr wie am Vorabend und wir haben es überlebt... sind wir ja schon gut in der Übung.


Gemütlich flanierten wir durch das lebendige Saigon...und kamen ans Opernhaus. Die Gegend dort scheint wohl zu den vornehmen Vierteln dieser Stadt zu gehören... die Strasse war gesäumt von Nobellabeln wie 'Chanel', 'Dior', 'Cartier', 'Louis Vuitton'... 'Bvlgari' und all die anderen... 

Nur ein paar Meter weiter befindet sich das von den Franzosen erbaute und im Kolonialstil gehaltene Rathaus von Saigon. Heute allerdings beherbergt es das Volkskomitee. Auf dem Rathausplatz steht eine riesige Statue von Ho Chi Minh... und auf der von Jasminbäumen gesäumten Nguyen Hue Walking Street befindet sich ausserdem der wunderschöne Lotusbrunnen... ein Springbrunnen in dessen Mitte eine riesige Lotusblüte thront. 

Weil diese Strasse mit Betonblöcken für Scooter unzugänglich gemacht wurde, kann man dort wunderbar auf und ab spazieren.


Ein knallharter Deal

Wir entschieden uns, die Zeit bis zur Aufführung zu nutzen um noch einmal auf den Ben-Thanh-Markt zu gehen. Wollte sich ja die Cheffin während wir in Asien sind noch eine Fake Handtasche eines dieser Nobellabels kaufen... der Markt befindet sich in einer riesengrossen Halle und wurde bereits 1914 erbaut. Im Prinzip ist es aber egal, ob man etwas kaufen möchte oder nicht... einen Besuch ist er auf jeden Fall wert. 

Nachdem wir schon durch etliche Gänge geschlendert und von hunderten Verkäufern angesprochen wurden, die ihre Ware feilboten, erblickte die Cheffin ihr Objekt der Begierde. Eine Handtasche von 'Dior' sollte es sein... 

Auf den Märkten heisst es: HANDELN!!! 
Der Startpreis lag bei 3.500.000 VND … okay, das war definitiv zu teuer... aber die Dame wollte unbedingt ihre Tasche an die Frau bringen... direkt ging sie eine halbe Million mit dem Preis hinunter... wir machten einen Schritt und deuteten an, weitergehen zu wollen.
 
Schon lag der Preis 'nur' noch bei 2.500.000 VND... noch ein Schritt, und die Dame bat uns, ihr unseren Preis zu sagen... 'Maximum 1.000.000 VND' mehr wollten wir auf keinen Fall ausgeben... so sank der Preis erneut... auf 2.000.000 VND, was uns natürlich noch immer zu teuer war... Das machten wir der Dame klar und gingen ein paar Schritte weiter... wieder ging sie eine halbe Million runter und der Preis lag jetzt 'nur' noch bei eineinhalb Millionen Dong. 'Maximum 1.000.000 VND' wiederholten wir und waren schon um die Ecke, als wir ein 'okay okay 1 Million' hörten... Das war ein guter Deal und die Cheffin hatte ihre Tasche von 'Christian Dior'... 


Weil aber selbst bei uns die Millionen nicht locker sitzen und wir nicht genügend Bargeld einstecken hatten, waren wir froh, in der Markthalle mit der Karte zahlen zu können.

Allerdings berechne die Bank, so die Dame am Taschenstand, für die Zahlung mit Kreditkarte zusätzlich noch 30000 VND (3%). Wir gaben ihr zu verstehen, dass wir nicht mehr, als die vereinbarte Million zahlen würden. Noch ein paar Diskussionen und der Deal war zu unserem Wohlwollen geklärt.


Das Designertäschchen gut verstaut, liefen wir gemütlich in die Richtung des Wasserpuppentheaters im District 3. Bis zum Beginn der Vorstellung hatten wir noch genügend Zeit und so machten wir kurzerhand einen Abstecher in den Tao Dan Park.... eine ganz idyllische grüne Oase inmitten des Grossstadtdschungels.


Wir saßen eine ganze Weile... erzählten und machten Blödsinn, bis es plötzlich anfing, in Strömen zu regnen. Noch boten uns die riesigen Palmen Schutz unter ihrer Krone... jedoch nicht für lange und wir mussten uns in einer kleinen Pagode auf dem Gelände Unterschlupf suchen und warten, bis der Regen weniger wurde. 

Kaum dort angekommen, goss es plötzlich wie aus Eimern. Zahlreiche Leute kamen von überall her angelaufen, um sich einen trockenen Platz zu sichern.
Unter den Schutzsuchenden befand sich auch ein deutscher Student aus München, mit dem wir uns noch einige Minuten unterhielten. Er sagte, er studiere Luft- und Raumfahrttechnik und wolle sich bis zum Beginn des nächsten Semesters ein paar Wochen in Vietnam herumtreiben.

Die Regenwolken verzogen sich nach geraumer Zeit und wir entschieden uns, noch etwas trinken zu gehen, ehe wir zum Theater gingen. Lokale zu finden, wo man auch draussen sitzen kann, gestaltet sich in Saigon ziemlich schwierig... dennoch fanden wir ein Café wo wir die Zeit bis zur Show überbrücken konnten.

Water Puppet Theatre

Besagtes  Café befand sich glücklicherweise schräg gegenüber des Golden Dragon Water Puppet Theatre.
Nachdem wir eine knappe Stunde dort verweilt hatten, war es an der Zeit in Richtung Theater zu gehen. Mittlerweile war es kurz nach 18 Uhr geworden.
Lediglich ein paar Minuten mussten wir warten, dann öffneten sich die Tore zum Einlass.
Ein Einweiser geleitete uns nach der Kartenkontrolle zu unseren Sitzplätzen.

Das Theater erinnerte an einen Kinosaal. Klappsitze waren tribünenartig angeordnet und vor der Bühne hing ein großer, schwerer und dicker Samtvorhang, der wenige Augenblicke später die Blicke auf das Schauspiel freigeben sollte.

Golden Dragon Water Puppet Theatre

Nach und nach füllte sich der Saal; nur noch wenige freie Plätze waren vorhanden. 

Endlich war das Warten vorbei. Es ertönte ein Klingeln und der Rote Vorhang öffnete sich langsam, während Musik ertönte.
Dann war der Blick auf die Bühne frei. Man sah eine riesige Pagode im Hintergrund und vornedran war ein breites Wasserbecken, das die eigentliche Bühne darstellte. Rechts und links des Beckens saßen jeweils drei volkstümlich gekleidete Musiker an ihren Instrumenten.  An der Decke vor der Bühne befanden sich einige alte PAR-Scheinwerfer, die für die passende Beleuchtung sorgten.  

Die ganze Show war live. 

Die Musiker spielten fast ununterbrochen und sprachen auch die Texte.
Etwa eine dreiviertelstunde dauerte das Spektakel. Während dieser Zeit wurde nicht etwa wie wir erwarteten, ein einziges Theaterstück vorgeführt, nein, es waren mehrere kleine Geschichten, die dargebracht wurden.
Die Puppen tanzten durch das Wasserbecken, geführt von insgesamt acht Puppenspielern, die die Puppen mittels einer ausgeklügelten Mechanik bedienten.
Je nachdem, wie heftig sich die Figuren im Wasser bewegten, konnte es durchaus sein, dass die Zuschauer in den ersten beiden Reihen ein paar Spritzer Wasser abbekamen.
Am größten war diese Gefahr beim Kampf zweier Wasserschlangen gleich am Anfang der Vorstellung.

Die Puppenspieler befanden sich ebenfalls in dem Wasserbecken, waren jedoch zu keiner Zeit zu sehen. Wir rätselten, wie die Funktionsweise dieser Mechanik sein konnte, kamen aber auf keinen grünen Zweig.
Die gesamte Choreographie war präzise abgestimmt und alles passte auch zur Musik.
Um eine ungefähre Vorstellung davon zu bekommen, schaut man sich am besten die Bilder und das Video an.
Am Ende der Aufführung kamen plötzlich die Puppenspieler unter der Pagode hervor, um sich ihren wohlverdienten Applaus beim Publikum abzuholen.

Auch wenn die Vorführung nur 45 Minuten gedauert hat und der Eintritt 300.000 Dong (ca. 13,- €) gekostet hat, war es das allemal Wert.
So etwas einzigartiges hatten wir noch nie gesehen und es wird sicherlich ein Highlight dieser Reise sein, das unvergesslich bleiben wird.

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Mittwoch, 28.09.2022
TAG 27

 

Ausflug nach Vũng Tàu 

Um kurz nach zehn fuhren wir mit dem Taxi zur Sammenstelle unseres Kleinbusses... wir mussten noch etwa fünfzehn Minuten warten ehe der Kleinbus kam und wir einsteigen konnten. Wir staunten nicht schlecht welche Ausstattung der Van hatte.... Platz für neun Passagiere wäre gewesen... wir waren aber nur zu sechst... jeder Sitz verfügte über diverse Massagefunktionen, man konnte die komplette Liegeposition einnehmen... wir hatten USB-Anschluss... einen kleinen Bildschirm... es war purer Luxus... dementsprechend entspannt war auch die Fahrt.

Im Luxus Mini-Van auf Tour

Etwa um halb zwei erreichten wir Vũng Tàu... unser Hotel dann etwa eine halbe Stunde später. 
Das Einchecken ist normalerweise eine einfache Angelegenheit, wenn man es mit versierten Hotelangestellten zu tun hat. An der Rezeption trafen wir auf eine nette junge Dame, die äusserst schüchtern war und den Eindruck erweckte, als wollte sie jeden Moment vor Angst im Boden versinken. Sie war recht klein gewachsen, was unseren ersten Eindruck von ihr noch verstärkte. Ausserdem schien sie deutlich unter 20 Jahre alt zu sein. Vielleicht täuschte das aber auch. Schon oft ist uns in Asien aufgefallen, dass Leute wesentlich jünger aussehen, als sie tatsächlich sind.
Die Rezeptionistin teilte uns mit, dass wir noch einen Moment warten sollten.
Sie sprach kein Englisch, aber die Verständigung klappte auch so.
Ohne den Grund für unser Warten zu kennen, setzen wir uns auf die Hotelterrasse.
Nach etwa fünfzehn Minuten kam sie dann endlich zu uns und begleitete uns auf unser Zimmer.


Auch hier, im Sao Mai Hotel, erwartete uns wieder der pure Luxus... ein wunderbares riesiges Apartement mit einer grossen Terrasse und direkten Blick auf das 'Südchinesische Meer'.. herrlich... 

 Wir drehten selbstverständlich wieder eine Runde durch den Ort und machten die Feststellung, dass hier die Uhren komplett anders ticken als noch heute morgen in Saigon. Vũng Tàu selbst bedeutet soviel wie Ankerplatz.. und hat den Charme eines einfachen Fischerdorfes. 

Hier in Vũng Tàu zählt der Fischfang neben der Erdöl- und Erdgasgewinnung als Haupeinnahme zum vietnamesischen Budget.

Überall auf den Gehwegen werden frische Meeresfrüchte verkauft... in diesem Ausmass haben wir das selbst noch nicht erlebt... zum Teil schwammen die Fische noch in irgendwelchen Eimern mit Wasser, welches permanent mit Sauerstoff angereichert wird... interessant anzusehen war das schon.

Vũng Tàu 

Während wir weiter auf der Hauptstrasse entlangschlenderten entdeckten wir rechter Hand eine hochmoderne, wie es schien noch ziemlich neue Kirche. Sehr modern und nüchtern aber ein wunderbarer Kontrast zu dem sich im Hintergrund erhebenden grünsaftigen Urwald. 

Auf den Bergen thronen verschiedene Marien- oder Jesusstatuen... eine davon haben wir auf unserem Spaziergang noch begutachtet. Hunderte Stufen mussten wir erklimmen um, bei der Heiligen angekommen, mit einem grandiosen Ausblick belohnt zu werden... fantastisch.



Selbstverständlich gingen wir am Abend noch in eines der vielen Seafood Restaurants um ein paar von den Köstlichkeiten (zumindestens eine von uns) zu probieren... 

Im Restaurant saßen wir auf der Terrasse am Meer und konnten den Fischerbooten beim Anlegen zusehen. Wunderbar... 



Nun sitzen wir in unserem royalen Zimmer und geniessen den Blick auf das Meer und die vorbeifahrenden Schiffe bei Nacht...


Donnerstag, 29.09.2022
TAG 28

Für den heutigen Tag hatten wir beschlossen, die Christus-Statue von Vũng Tàu zu besichtigen. Um 15 Uhr sollte die Greenline Ferry uns zurück nach Ho Chi Minh bringen und bis dahin war noch genügend Zeit, sich die Staue anzuschauen.

Also packten wir unsere Siebensachen zusammen und gingen zur Rezeption, um auszuchecken. Am Tag zuvor hatten wir ja schon die Fähigkeiten der jungen Angestellten kennengelernt. Daher ahnten wir schon, dass das Auschecken mit ähnlichen Problemen behaftet sein könnte.
Wir sollten recht behalten.

Kurz vor der Abreise aus Ho Chi Minh hatten wir festgestellt, dass wir nur noch ein paar hunderttausend Dong einstecken hatten. Wir dachten, das Bargeld würde ausreichen bis zu unserer Ankunft in Vũng Tàu und dort könnten wir ja dann einen Geldautomaten aufsuchen und Nachschub besorgen.
Das Geld reichte auch tatsächlich bis zur Ankunft. Da wir aber auf der Seite der Halbinsel waren, wo der Tourismus noch nicht in die Gänge gekommen ist, war auch weit und breit kein Geldautomat in Sicht.
Kein Problem, dachten wir. Es waren noch etwas mehr als 200.000 Dong in unserem Portemonnaie. Das würde noch ausreichen für die Taxifahrt vom Hotel zur Christus-Statue und von dort zum Ferry Terminal. Und die Zimmerrechnung im Hotel könnten wir ja mit der Karte bezahlen.

Nun standen wir also vor der jungen Dame an der Rezeption und hielten ihr die Kreditkarte vor die Nase.
Sie schüttelte den Kopf. Um zu begreifen, was das bedeuten sollte, muss man nicht unbedingt vietnamesisch können.
Sie wollte Cash. Kartenzahlung war nicht möglich.
Müssten wir jetzt wirklich noch losgehen und einen Geldautomaten suchen, wo wir doch wussten, dass in der näheren Umgebung keiner war?
Doch das Glück war uns hold. Nach einigem nervösem Herumkramen fanden wir doch tatsächlich noch einen Zwanzigdollarschein und einen Fünfdollarschein.
Die zeigten wir der Dame und sie nickte.
Dann jedoch sah man, dass sie mit der Situation hoffnungslos überfordert war. Wie schon tags zuvor eilte sie los, um Hilfe zu holen. Es musste ja nun der Rechnungsbetrag von vietnamesischen Dong in US-Dollar umgerechnet werden.
Die junge Vietnamesin kam mit ihrer Chefin im Schlepptau zurück.

Dann begann eine Diskussion zwischen den beiden, von der wir nicht ein einziges Wort verstanden. Wir bekamen einen Zettel vorgehalten, auf dem der Umrechnungskurs von Dong zu Dollar mit Kugelschreiber notiert war. Die junge Dame hatte kurz im Internet recherchiert und den Kurs herausgefunden.
Kaum hatten wir die Notiz gelesen und schnell im Kopf überschlagen, hatten wir einen Rechnungsbetrag von knapp 22 Dollar.
Hinter der Rezeption versuchte die junge Dame verzweifelt selbst die Summe in Dollar umzurechnen.

Dann ging die Diskussion zwischen Chefin und Angestellter erneut los, wobei die Chefin  mahnend und in strengem Ton ihrer Angestellten die Leviten las. Auch das war ohne
jegliche Kenntnisse der Landessprache ersichtlich.
Dem armen jungen Ding war das sichtlich unangenehm, wurde sie doch vor unseren Augen zu Kleinholz verarbeitet.
Die Chefin legte sogleich einen neuen Kurs fest. Wieder auf einem Zettel notiert, akzeptierten wir. Es versteht sich von selbst, dass der neue Kurs zu unseren Ungunsten ausfiel, aber wir haben es überlebt. Das Wechselgeld erhielten wir in Dong ausgezahlt.

Dem Besuch der Christus-Statue stand jetzt nichts mehr entgegen.


Endlich konnten wir uns auf den Weg zum Erlöser machen, den wir doch Minuten zuvor schon händeringend herbeigesehnt hatten.

Cristo Redentor 

Die Jesus-Statue ist allem Anschein nach der des Cristo Redentor auf dem Corcovado in Rio de Janeiro nachempfunden. Vor vier Jahren hatten wir das Vergnügen, dort mit ihr Bekanntschaft zu schließen.

Im Internet hatten wir kurz darüber gelesen, wussten allerdings noch nicht, was für ein Gewaltakt uns da erwarten würde.
Abermals brachte uns ein Grab-Taxi für wenig Geld zu unserem Ziel. Dann sahen wir erst, wie dramatisch es werden würde.
Die Statue befindet sich auf einem Berg, den es zu erklimmen galt. Vor unseren Augen erblickten wir eine Treppe, die sich endlos bergauf zu schlängeln schien.
Alles Jammern half nichts. Wenn wir zur Statue wollten, blieb uns nichts anderes übrig, als den Aufstieg in Kauf zu nehmen; aber deshalb sind wir ja auch gekommen!

Die Haupttreppe ganz am Anfang war gesperrt. Einige Bauarbeiter waren dort zugange. Sie bedeuteten uns den Weg über eine kleinere Seitenreppe, die wir nehmen sollten. Nach den ersten dreissig Stufen gelangten wir endlich zur Haupttreppe und stiegen weiter aufwärts vorbei an einigen Souvenirshops, von denen die meisten jedoch geschlossen waren.

Noch immer war kein Ende der Treppe in Sicht. Man sah lediglich, dass entlang der Stufen einige Plateaus waren, die meist mit einem Pavillon überdacht waren und zu einer Ruhepause einluden. Ausserdem konnte man auf jeder dieser "Raststätten" eine wunderbare Aussicht über das Südchinesische Meer genießen.

Nach weiterem Treppensteigen entdeckten wir an einer der Stufen eine Tafel mit einer Zahl darauf. Die Stufen waren anscheinend nummeriert. Auf dem weiteren Weg nach oben bemerkten wir dann weitere dieser Tafeln alle 50 Stufen.

Erst dachten wir, die Besichtigung des Jesus würde inklusive einer Ruhepause vielleicht eine halbe Stunde dauern, aber dieser Gewaltmarsch belehrte uns eines besseren.
Allein der Aufstieg dauerte bereits länger.

Jeweils links und rechts der Treppe befinden sich an etlichen Stellen Steinfiguren, die eine biblische Szene darstellen. So findet sich beispielsweise eine Darstellung der Bergpredigt oder an anderer Stelle steht Moses mit den zwei Tafeln der zehn Gebote.

Insgesamt vier mal mussten wir anhalten und eine mehrminütige Rast einlegen.

Ausser uns schien niemand da zu sein, der die Statue begutachten wollte. Wir waren allem Anschein nach die einzigen Besucher.
Irgendwann später begegneten wir dann doch noch einer handvoll Leute, die gerade von oben zurück kamen.

In der Nähe von Stufe 600 wurden wir dann während einer weiteren Pause von zwei anderen Besuchern überholt.

Jede noch so lange Reise endet irgenwann und so erreichten wir endlich nassgeschwitzt die (fast) oberste Stufe, an der die Tafel mit der Nummer 811 angebracht war.

Inzwischen hatte wieder einmal leichter Regen eingesetzt.

Wir standen zu Füßen der Statue.  Rechts und links davon befinden sich zwei schwere Geschütztürme, wahrscheinlich Relikte aus der Zeit des Vietnamkriegs.

Erneut konnten wir ein atemberaubendes Panorama überblicken uns schossen jede Menge Erinnerungsfotos.
Wenn man auf die andere Seite des Aussichtsplateaus geht, hat man einen tollen Ausblick auf die andere Seite der Halbinsel und den Stränden. In der Ferne sah man irgendwo inmitten des Waldes eine goldene Statue. Wir wissen nicht, welche es war und zur Besichtigung war keine Zeit mehr.
Die Aussichtsebene an sich ist ziemlich verwahrlost und sieht sehr heruntergekommen aus.
Hunderte von Steinbänken stehen herum, die offensichtlich von Spendengeldern finanziert wurden. Das ist daran zu erkennen, dass auf den Rückenlehnen immer der jeweilige Spender der Bank eingraviert ist inklusive seines Herkunftlandes.
 

Es sieht so aus, als würde der Betreiber dieser Anlage nich mehr Herr werden über die vielen gespendeten Bänke. Teilweise sind sie übereinander gestapelt oder stehen aneinandergereiht.


Des weiteren gibt es überdurchnittlich viele Mülleimer auf dem Gelände, deren Zweck nicht unbedingt ersichtlich ist. Die Mülleimer stehen nämlich fast ausschließlich an der falschen Stelle. Man müsste sie immer nur einen Meter weiter rüberschieben, dann läge nämlich der Müll  im   Eimer und nicht daneben.
Da sollten sich die Verantwortlichen noch einmal Gedanken drüber machen.

 

Schaut man über die Balustraden, die die Besucher vor dem Absturz sichern sollen, sieht man überall am Abhang kaputte Bänke, die anscheinend einfach so ensorgt werden.
Ebenso die alten ausgedienten Plastikbänke, die wahrscheinlich vorher verwendet wurden. 
Die Abhänge sind voller Müll und man glaubt, dass die vollen Mülleimer einfach über die Balustraden entleert werden.

Naja...

Nach mehr als achthundert Treppenstufen waren wir dann wieder unten angekommen und fuhren mit unserem letzten Geld zur Anlegestelle der Fähre nach Saigon.

Bei der Ankunft kam bereits der nächste Schreck! 
Die Fähre für den heutigen Nachmittag sollte nicht fahren. Das erfuhren wir von Leuten, die bei der Anlegestelle arbeiteten. Das Ticket-Office der Greenline Ferry vor Ort war momentan auch nicht besetzt, so dass wir uns hätten versichern können.

Da noch eine gute Stunde Zeit war bis zur geplanten Abfahrt, suchten wir einen Geldautomaten auf und versorgten uns wieder mit Bargeld. Dann kam Plan B zum tragen. Wir schauten online nach, ob noch ein Minivan buchbar war. Es gab einen, aber der sollte erst am Abend um 19 Uhr losfahren. So lange wollten wir nicht warten.

Also kam auch noch Plan C zum Einsatz. Zwei Tage vorher hatten wir uns schon informiert, was eine Taxifahrt nach Ho Chi Minh kosten würde; nur für den Fall, dass aus irgendeinem Grund die Fähre nicht ablegen würde. Als hätten wir es vorhergesehen!

Dennoch warteten wir bis kurz vor der geplanten Ablegezeit der Fähre. Jetzt endlich war auch jemand im Ticket-Office anzutreffen und wir würden Gewissheit bekommen. Wir fragten beider Dame am Schalter nach. Tatsächlich war kein Färhbetrieb.
Nachdem wir ihr erklärt hatten, dass wir bereits ein Ticket bestitzen, erstattete sie uns anstandslos den gezahlten Fahrpreis. Ein Glück! Wenigstens da gab es keine Scherereien mehr.

Schweren Herzens orderten wir per Grab ein Taxi.
Nach wenigen Minuten kam schon eines. Der Fahrer stieg aus und demontierte die Grableuchte von seinem Autodach.
Das liess uns etwas skeptisch werden. Gut, dachten wir, er wird wegen der langen Fahrt die Lampe nicht brauchen und wenn er nach Hause kommt, hat er sowieso bestimmt Feierabend.
Sodann stiegen wir ein und waren zwei Stunden später wieder in Ho Chi Minh.
Der Taxifahrer nannte uns den Fahrpreis, der deutlich höher war als der Preis, der anfangs von der Grab-App angezeigt wurde.
Ausserdem hatten wir uns schon zu Beginn der Fahrt gewundert, dass auf unserem Smartphone die Route nicht angezeigt wurde, wie es sonst immer der Fall ist.
Wir zahlten den geforderten Preis.

Im Hotelzimmer angekommen, kam eine Benachrichtigung von Grab, dass die Fahrt storniert worden sei.

Nun ging uns ein Licht auf. Der Fahrer hatte einfach nicht den Auftrag quittiert, sondern abgelehnt, weil er auf eigene Rechnung fahren wollte und sich dieses lukrative Geschäft nicht entgehen lassen wollte. Deshalb hatte er auch vor Fahrtantritt die Lampe vom Dach demontiert.

Sogleich meldeten wir den Vorfall bei Grab, mal schauen, was dabei herauskommt.

So, das war's für diese Woche.

Das war's für die vierte Woche. 

Weiter geht's bei Tag 29 bis 35.